Lieber Watten als Schafkopfen

Wirtschaftsminister Martin Zeil (l.) und Klaus Breil (r.) besuchten den Landgasthof Osterseen mit den Wirtsleuten Georg (2.v.l.) und Barbara Link (Mitte). Bürgermeister Hubert Kroiss (2.v.r.) begrüßte die Gäste.

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ALEXANDER KRAUS, Iffeldorf/Landkreis - Hoher Besuch in Iffeldorf: Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil kam mit seinem Tross am Montag in der Osterseengemeinde vorbei und verschaffte sich einen Überblick. Iffeldorfs Bürgermeister Hubert Kroiss hieß die Gäste im Rathaus willkommen und führte sie durch den Ort. Auch Sees-haupt und Bernried besuchte Zeil an diesem Tag. „Ja, euch geht’s gut!“, entfuhr es dem 56-jährigen FDP-Politiker, als er das moderne Rathaus in Iffeldorf von innen erblickte. „Da ist ja alles auf dem neuesten Stand“, staunte Zeil, der stellvertretende Ministerpräsident, über die elegante Holzbauweise im Vorzimmer, im Flur und im Büro des Bürgermeisters. Rathauschef Hubert Kroiss führte die Besucherschar, zu der neben dem FDP-Mann mit dem buschigen Schnauzbart auch Bundestagsabgeordneter Klaus Breil aus Bernried und dessen Büroleiter Armin Mell sowie Zeils Büroleiterin Verena Emmer gehörten, in sein Arbeitszimmer. Während sich Martin Zeil ins Goldene Buch der Ortschaft eintrug, berichtete Kroiss über die „massiven Widerstände“, die es seinerzeit gegeben habe, als sein Amtsvorgänger Albert Strauß das Rathaus umbauen ließ. „Diesem Haus verdankt Iffeldorf die gute finanzielle Situation“, verdeutlichte der Bürgermeister. Neben dem Rathaus haben hier der Schützenverein und der Landgasthof Osterseen Platz gefunden, gleich dahinter befindet sich eine Mehrzweckhalle. In Seeshaupt hatte Zeil zunächst einen Metallbaubetrieb besucht und anschließend bei „The Whiskystore“ vorbeigeschaut, einem modernen Logistikunternehmen. Neben der Inspektion des Biotechnologiezentrums in Bernried gehörte dort auch ein Gespräch mit dem Gewerbeverband zum Programm. In Iffeldorf führte Kroiss das FDP-Quartett in den Landgasthof von Barbara und Georg Link. Bei Eiskaffee und Zwetschgendatschi diskutierten der CSU-Bürgermeister und die FDP-Fraktion über den Weg zur Energiewende, über fossile Brennstoffe, über Badeplätze an den Osterseen oder über das Gut Aiderbichl. Kroiss berichtete den staunenden Gästen von Iffeldorfer Betrieben wie EMT oder vom „tollen Fang, den wir jetzt gemacht haben“: Sport Conrad baut in Iffeldorf eine große Lagerhalle - zum Ärger der Penzberger, dort hat Conrad sein Sportgeschäft in der Bahnhofstraße. Auch das geplante Biomasseheizekraftwerk in Penzberg wurde kurz thematisiert. Klaus Breil berichtete von massivem Widerstand und Problemen, nicht zuletzt weil Unklarheit herrsche, was letztlich verbrannt werde und weil täglich um die zehn Lastwagen den Brennstoff anlieferten. Zum Thema Windkraft konnte Hubert Kroiss vermelden: „Das Thema ist für Iffeldorf vom Tisch.“ Passend dazu lieferte Breil das Ergebnis einer Untersuchung: Südlich der Donau gebe es nur rund 1.300 Windstunden pro Jahr, in Norddeutschland seien es im gleichen Zeitraum etwa 2.500 Windstunden. Im Limnologischen Institut in Iffeldorf stellte Leiter Professor Dr. Arnulf Melzer die Gäste durch die Station, die der TU München angehört. Rund 20 Mitarbeiter sind hier mit der Süßwasserkunde beschäftigt, daneben beteiligen sich ebenfalls rund 20 Studierende an Projekten, derzeit etwa in Garatshausen im Landkreis Starnberg. Anschließend führte Melzer die FDP-Politiker zum Bootshaus. Der Leiter des Limnologischen Instituts und Kroiss zeigten den Gästen bei einer Bootstour das Naturschutzgebiet Osterseen. Martin Zeil konnte derweil berichten, dass er Spaß am Walken und auch am Watten finde. Dieses bayerische Kartenspiel gefalle ihm besser als Schafkopfen, wo man so viel rechnen müsse. „Beim Watten muss man bluffen. Das liegt mir mehr und hat mir vor allem bei den Koalitionsverhandlungen geholfen“, schmunzelte Zeil, als er von seinen taktischen Kniffen erzählte.

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