Schriftsteller Stefan König

Liebeserklärung an die Zugspitze - von einem Penzberger

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Penzberg- Der Penzberger Schriftsteller Stefan König hat der Zugspitze eine literarische Liebeserklärung gemacht. Pünktlich zum 200-Jährigen der Erstbesteigung von Deutschlands höchstem Gipfel ist sein Buch erschienen.

Es ist der 27. August 1820: Der Vermessungsingenieur Joseph Nauss und seine Begleiter stehen auf dem Gipfel der Zugspitze. Der2962 Meter hohe Gipfel ist erstmals bestiegen. Ob sie wirklich die ersten waren, darüber streiten die Gelehrten. Das 200-Jährige wird dennoch heuer gefeiert. Passend dazu hat Stefan König, 61-jähriger Schriftsteller, gebürtiger Münchner und seit acht Jahren in Penzberg beheimatet, ein Buch geschrieben. 288 Seiten dick, mit vielen Bildern - perfekt zum Schmökern.

Keine Bergsteiger-Prosa

Denn König, selbst ein Liebhaber alpiner Aufstiege, verzichtet auf die übliche Bergsteiger-Prosa. Er beleuchtet die Historie des Berges, räumt Ortschaften, Technik, Kunst und Kultur, Meteorologie und Forschung Raum ein. „Berg der Kontraste“, dieser Titel passt. Es sind diese Unterschiede, die für König die Faszination der Zugspitze ausmachen. „Es sind so viele Aspekte.“ Er sagt über sich selbst: „Ich bin ein Schreiber, der nicht nur den Berg sieht.“ Mehr als 30 Bücher hat er verfasst, sehr viele hatten mit Bergen zu tun. Darunter zwei Werke für den Züricher AS-Verlag. Als die Schweizer den Penzberger wegen eines Zugspitze-Projektes anfragten, stießen sie bei König auf offene Ohren. Im Mai vergangenen Jahres fing er so richtig an. Unzählige Recherchebesuche folgten, praktischerweise gab es von den Bahnbetreibern eine Jahreskarte. 

Bandbreite an Themen

Entstanden ist ein Rundumpaket. Die Bandbreite reicht von einem Bergführer-Porträt, Tipps für „Normalanstiege“, das Münchner Haus, den ersten Wetterwart, die Bahnen bis hin zu skurrilen Künstlern und dem Wintersport. Man erfährt auch Hintergründisches. Zum Beispiel, dass Garmisch im Jahr 802 „Germareskove“ hieß, dass der Name „Zugspitze“ von einer Sage kommt, dass der Ostgipfel genau 2962,02 Meter hoch ist, und, dass die neue Seilbahn beim Bau 2017 gleich drei Weltrekorde erzielte.

Tourismus gehört dazu

Eines räumt König bei aller Liebe zum Berg jedoch ein: Der Massentourismus ist mit der Zugspitze untrennbar verbunden. „Das lässt sich nicht wegdiskutieren“, sagt er. „Es gibt keine Bergeinsamkeit.“ Dafür sei der Ort einfach zu populär. Trotz der Begeisterung des Autors für Deutschlands höchsten Gipfel: Die Zugspitze ist nicht sein Lieblingsberg, verrät er der Rundschau. Der liegt ganz in der Nähe seiner Heimatstadt. Der Zwiesel bei Bad Tölz. „Der ist eigentlich ideal“, schmunzelt der Schriftsteller . Und schwärmt von einer „beständigen Liebe“, die im Lauf der Besuche dort oben entflammt sei. Manchmal braucht es halt für das perfekte Gipfelglück keinen fast 3000er. 

Infos

„Zugspitze. Berg der Kontraste“: 35 Euro, 288 Seiten, ISBN 978-3-03913-015-3.

Andreas Baar

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