Einsame Hasen

Ostern in Penzberg: In Einzelhandel und Gastronomie kommt es jetzt auf treue Kunden an

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Keine Bummler, einsame Hasen und überall Schilder: Das Ostergeschäft in Penzbergs Innenstadt in Zeiten der Corona-Krise.
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Keine Bummler, einsame Hasen und überall Schilder: Das Ostergeschäft in Penzbergs Innenstadt in Zeiten der Corona-Krise.
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Keine Bummler, einsame Hasen und überall Schilder: Das Ostergeschäft in Penzbergs Innenstadt in Zeiten der Corona-Krise.
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Keine Bummler, einsame Hasen und überall Schilder: Das Ostergeschäft in Penzbergs Innenstadt in Zeiten der Corona-Krise.

Penzberg – Während in Penzbergs Innenstadt niemand dem ausgiebigen Osterbummel frönen kann, da die Läden wegen der Corona-Pandemie geschlossen sind, profitieren die nach wie vor geöffneten Supermärkte von Kundenströmen, was die Einhaltung des Mindestabstandes zwischen den Regalen schwierig macht.

Einige Discounter locken sogar noch mehr Kunden an , indem sie Tage vor dem Osterfest Schokohasen zu reduzierten Preisen anbieten. Der Einzelhandel vertraut dagegen weniger auf Schnäppchen als auf treue Kunden. Und um der Kundentreue in der Gastronomie auf die Sprünge zu helfen, setzt der Penzberger Andreas Unterreiner derweil auf Cordon Bleus. 

Wer dieser Tage morgens durch Penzbergs Zentrum spaziert, um sich der auf dem Kopf gefallenen Decke zu entledigen oder Lebensmittel und Hygieneartikel zu kaufen, der fühlt sich allein auf weiter Flur. Der Berufsverkehr lärmt nicht mehr so laut über die Hauptkreuzung, weil weniger Autos Firmenparkplätze ansteuern, und auf den Fußwegen herrscht Stille und Distanz. Auch in Penzberg hält man sich an die Ausgangsbeschränkungen, selbst dann noch, wenn das Osternest für die Kinder gefüllt werden will. Die überdimensionalen Hasenfiguren und Eier, mit welchen der Bauhof nun wieder den Stadtplatz schmückte, geben einen Hinweis auf das nahende Osterfest, wenn auch nur wenigen Betrachtern. Beim Blick ins Innere der Geschäfte ist auch dort Österliches zu sehen. Doch Karnickel aus Keramik und Hühner aus Porzellan scheinen zu vereinsamen, ohne Kunden, die nach ihnen greifen. Deutlicher als die Dekorationen stechen Papierschilder an den Fenstern ins Augen. Diese weisen auf die Corona-Pandemie und die erforderliche Schließung der Geschäfte hin. Neben Informationen zeigen die Schilder aber auch die Hoffnung der Einzelhändler, trotz geschlossener Türen ihre Kunden halten zu können, vielleicht nicht alle, aber zumindest ein paar. „Sie bestellen, wir liefern“ heißt es in vielen Fenstern, ehe eine Telefonnummer oder Internetadresse folgt und ein „Bleiben Sie gesund!“ als neuer Abschiedsgruß dient. Manche Schilder erweisen sich ebenfalls als österlich, wenn sie dem Betrachter in bunten Lettern verraten, dass die Mitarbeiter trotz Schließung Osternester mit individuellem Inhalt liefern, auf Bestellung per Telefon oder E-Mail. 

Ostern ist irgendwie spürbar in Penzbergs Innenstadt, doch es ist anders als in den vergangenen Jahren. Die hünenhaften Holzhasen am Stadtplatz gleichen in diesen Zeiten einer schön anzuschauenden Beiläufigkeit, für die sich der Betrachter nicht so recht erwärmen mag: von allen Seiten leuchten ihm die Schilder, die Hoffnung wie Sorgen tragen, entgegen, während in manchen Supermärkten Schokohasen zu Schnäppchenpreisen angeboten werden, als ob Ostern schon gestern gewesen wäre. 

Dass Ostern noch ansteht, dessen ist sich Andreas Unterreiner bewusst. In einem Facebook-Video verkündet der Penzberger, am Ostermontag zehn ausgelosten Kommentatoren seines Clips ein Cordon Bleu vom Hoisl-Bräu zu spendieren. Damit möchte er die hiesigen Gastronomen unterstützen, für welche die Lage „eine Katastrophe“ sei. „Vielleicht holen sich die Gewinner mehr als das Cordon Bleu“, so Unterreiner, der hofft, dass seine Aktion „die Runde macht“ und Nachahmer findet, die der Gas­tronomie oder auch dem Einzelhandel auf ähnliche Weise helfen. ra

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