Eberle ist jetzt eine Grüne

GrAS und FDP in Seeshaupt stellen zeitgleich ihre Listen für die Kommunalwahl auf

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Die Kandidaten der GrAS und ihr ehemals schwarzer Neuzugang: vordere Reihe Tobias Geßner, Thomas Hausmann, Petra Eberle, Peter Blaut, Christine Helfenbein, Olivia Wacker, Christiane Schuster, Norbert Hornauer, Andreas Rilk, Doris Kretzler und Manfred Fent (vorne von links) sowie Gerd Sparrer, Lena Fent, Gerhard Lang, Christiane Huth und Kathrin Rilk (hinten von links).

Seeshaupt – Bei der letzten Sitzung des Seeshaupter Gemeinderates in diesem Jahr platzte zum Schluss noch eine Bombe: Petra Eberle, für die CSU in das Gremium gewählt, erklärte ihren Austritt nicht nur aus der Fraktion, sondern auch aus der Partei. Eberle ist jetzt eine Grüne.

Den Ausschlag für diese Entscheidung, so Eberle, haben die Art und Weise gegeben, wie der Ortsverband mit dem dritten Bürgermeister Max Amon umgegangen ist. Amon hatte ja selbst bereits vor einigen Wochen seinen Austritt wegen Problemen mit der örtlichen CSU-Führung bekannt gegeben und gehört seitdem dem Gemeinderat als Parteiloser an. Die Vorstandschaft des CSU-Ortsverbands Seeshaupt-Magnetsried hatte sich nicht entscheiden können, Max von Amon einen Listenplatz für die Kommunalwahl am 15. März einzuräumen, obwohl er bei der letzten Wahl auf Platz eins die meisten Stimmen geholt hatte. Bis heute ist nicht zu erkennen, ob er im März wieder ins Rennen geht und, wenn ja, für welche Partei oder Gruppierung. Für Petra Eberle ist das bereits klar: Bei der Aufstellungsversammlung der Grüne Alternative Seeshaupt (GrAS) steht sie, die über sich selbst „Ich war immer die Grüne bei der CSU“ sagt, hinter Andreas Rilk auf Listenplatz 2. Die weiteren GrAS-Kandidaten lauten wie folgt: 3. Peter Blaut, 4. Christine Helfenbein, 5. Gerhard Lang, 6. Christia­ne Huth, 7. Tobias Geßner, 8. Christiane Schuster, 9. Norbert Hornauer, 10. Olivia Wacker, 11. Gerd Sparrer, 12. Thomas Hausmann, 13. Herbert Konrad, 14. Manfred Fent, 15. Doris Kretzler, 16. Katrin Rilk. 

Für die GrAS, die derzeit drei Gemeinderäte stellt, steht das gemeinschaftliche Miteinander ebenso im Vordergrund wie das Engagement in verschiedenen Projekten, darunter die Dorfentwicklung, Fairtrade und Seeshaupt mobil. Im Mittelpunkt des Wahlprogramms finden sich neben der Verkehrsberuhigung eine Verbesserung der Situation für Radfahrer und Fußgänger, ein verträgliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sowie der Ausbau der Kindergartenplätze. 

Nur einen Vertreter, nämlich Armin Mell, hat die FDP im aktuellen Gemeinderat. Parallel zur GrAS nominierten auch die Liberalen ihre Kandidaten, wobei Mell erwartungsgemäß auf Platz eins steht. Dahinter folgen: 2. Christian Maatz, 3. Alexander Rehm, 4. Hannah Müller, 5. Rüdiger Laschinsky, 6. Benedikt Fischer, 7. Hans-Dieter Rohrka-Kremer, 8. Rasso Willkomm, 9. Claudia Müller, 10. Christiane Willkomm. Beinahe wäre die Abstimmung über die Liste aber geplatzt, denn plötzlich waren Zweifel aufgekommen, wie viel Plätze auf dem Wahlzettel für die FDP zum Tragen kommen und wie demnach Dreifach- und Doppelplätze für einen Teil der Kandidaten vergeben werden. Anderntags stand dann fest: Die beiden ersten Namen belegen jeweils drei Listenplätze, die Kandidaten drei und vier werden doppelt genannt, alle anderen einfach. 

Armin Mell freute sich mit Blick auf die Kandidaten über die Mischung aus jüngeren und älteren Semestern. Die beruflichen Qualifikationen der Kandidaten reichen vom Juristen über Städteplaner und Architekten bis Wirtschaftsfachleute, was Mell mit den Worten quittierte: „Deren Kompetenz würde für den Gemeinderat sicher eine Bereicherung darstellen.“ Erklärtes Ziel der Liberalen in Seeshaupt ist, „mindestens einen zweiten Sitz“ im Gemeinderat zu erreichen. Natürlich fühlen sich die Liberalen einer sparsamen und wirtschaftlichen Haushaltspolitik verpflichtet. Darüber hinaus treten sie für eine maßvolle Umsetzung des Dorfentwicklungskonzepts, die Erarbeitung und Umsetzung eines Energieplans, Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und den Bau eines neuen Feuerwehrhauses ein. Durch die Reduzierung der Hebesätze sollten Eigentümer und Mieter zudem nicht stärker durch eine neue Grundsteuer belastet werden, das sei aufkommensneutral zu gestalten. „Über allem stehen aber die verpflichtenden Werte Ehrlichkeit, bürgernahe Offenheit sowie frisches und kompetentes Engagement mit Mut und Ausdauer“, stellte Armin Mell fest. fw

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