Hilfe in der Corona-Krise

Lockdown in Penzberg: Stadt liefert für ihren Handel aus - das Angebot ist kostenlos

Wirtschaftsförderin Monique van Eijk (links) und Elonore Hofmann (rechts) vom Rathaus-Lieferdienst stehen in der Stadthalle vor einer Pinnwand mit den Penzberger Straßennamen.
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In der Stadthalle laufen die Fäden für den Lieferdienst zusammen.

Penzberg – Die Stadt Penzberg hilft ihren örtliche Einzelhändlern jetzt ganz praktisch: Ab sofort läuft ein kostenloser Lieferdienst für online bestellte Waren. Rathausmitarbeiter sammeln alles in der Stadthalle und fahren es an die Kunden aus.

Murnau probiert so etwas, Weilheim macht es, nun auch Penzberg: ein Lieferservice für den Handel. Das Rathaus hat diesen am Freitag, 18. Dezember, gestartet. Wer im harten Corona-Lockdown etwas bei den örtlichen Online-Angeboten bestellt hat, bekommt seine Waren bequem ins Haus gebracht. Die Idee dazu hatte Wirtschaftsförderin Monique van Eijk am Wochenende zuvor gehabt, in kurzer Zeit war das Vorhaben auf die Beine gestellt. „So müssen die Bürger nicht auf die großen Online-Shops ausweichen, sondern können ihre Geschenke weiterhin in Penzberg beziehen“, sagt sie. Was dem örtlichen Gewerbe auch helfen soll, sein so immens wichtiges Weihnachtsgeschäft noch halbwegs über die Bühne zu bringen. Denn die Bestände sind voll, aber ausliefern dürfen die Händler die bestellten Produkte nicht mehr. Van Eijk spricht denn auch von einer „Stärkung des lokalen Handels“, der vom erneuten Lockdown kalt erwischt worden ist. „Es ging so schnell für die Unternehmen.“

„Es ging so schnell für die Unternehmen.“

Wirtschaftsförderin Monique van Eijk über den harten Lockdown.

Geliefert wird aber nicht nur im Stadtgebiet. Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat schon Annahmestellen bei Bäckereien in Antdorf, Benediktbeuern, Bichl und Iffeldorf organisiert. Zudem ist van Eijk im Kontakt mit örtlichen Unternehmen, damit diese dort Abholstationen für ihre Mitarbeiter einrichten. „Das spart uns dann Zeit.“

Stadthalle als Verteilungszentrum

Für den Lieferdienst wurde die Penzberger Stadthalle „als eine Art Verteilungszentrum“ hergerichtet, wie van Eijk der Rundschau erklärt. Dort werden die Waren nach Straßennamen sortiert, an Pinnwänden wird alles aufgelistet. Die Händler bringen ihre Verkaufsware dort hin, Rathausmitarbeiter fahren sie dann in städtischen Dienstfahrzeugen aus. Im Einsatz sind vor allem Museumsbeschäftigte, die Kultureinrichtung ist ebenfalls bis mindestens 10. Januar geschlossen (wir berichteten). Die Resonanz ist jedoch noch dünn. Van Eijk hat alle Geschäfte angemailt, sechs Firmen sind bislang dabei. Die Bandbreite reicht von Büchern über Spielsachen, Elektronik bis Taschen. „Es können gern noch welche mitmachen.“

Service erstmal bis 9. Januar

Kommender Mittwoch, 23. Dezember, ist der letzte Liefertermin vor Weihnachten. Nach den Feiertagen geht es weiter, lediglich an Silvester ist eine Pause. Angedacht ist der Service bis 9. Januar. Und so läuft es: Waren, die bis 15 Uhr bestellt werden, kommen noch am selben Tag in die Auslieferung. Voraussetzung ist jedoch, dass die Kunden von 17 bis 21 Uhr auch zu Hause sind. Teilnehmende Geschäfte und Liefertage finden sich auf https://penzberg.de/wirtschaft/lieferservice. Die Bestellung erfolgt direkt bei dem jeweiligen Unternehmen. Übrigens: Lieferdienste der Geschäfte selbst sind auf www.unser-penzberg.de aufgelistet. Andreas Baar

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