Machtübernahme mit Vorhängeschloss

Schwungvoller Start in die fünfte Jahreszeit: die Gardemädchen als weiß gekleidete Vogelwesen.

„Im Rathaus weht jetzt ein anderer Wind.“ Mit diesem Satz übernahmen Prinzessin Kathrin I. vom Hexenzirkel und ihrem Prinzen Frank I. vom Diamantbohrschloss beim Krönungsball in der Stadthalle die Macht und läuteten damit die 41.Session des Penzberger Faschings ein. In seiner selbstverständlich nicht ganz ernst gemeinten Antrittsrede entlarvte das Prinzenpaar alias Kathrin und Franz Wagner die Stadtpolitik als große Castingshow mit Eseldompteuren, talentlosen Nikoläusen und Bürgermeistern, die nur wegen des Evi-Bonus’ erfolgreich sein könnten. Bürgermeister Hans Mummert nahm es mit Humor und überreichte dem Prinzenpaar diesmal nicht den symbolischen Schlüssel für das Rathaus, sondern ein überdimensionales Vorhängeschloss als Zeichen dafür, dass der Regierungssitz noch immer eine Baustelle ist.

Rund 500 Gäste in Abendkleid und Anzug kamen zum Auftakt in die rot ausgeleuchtete Stadthalle, etwa so viele wie in den Jahren zuvor. Ausgelassen feierten Jugendliche und jung Gebliebene den Beginn der 5. Jahreszeit, die heuer 53 Tage dauern wird und am Wochenende mit der traditionellen Machtergreifung der Narren und der Entmachtung des Bürgermeisters begann. Hans Mummert machte es den Narren indes leicht. „Ich muss mich kampflos beugen“, sagte er, nachdem er von der königlichen Hofzofe auf die Bühne eskortiert worden war. Mit knallroter Melone auf dem Kopf und alles andere als gramgebeugt, merkte man dem Rathauschef an, dass ihm seine Ent- machtung nicht ungelegen kam. Denn: „Der Ärger war in der vergangenen Zeit schon groß“, sagte er mit Blick auf den jüngsten Streit um die Umwandlung der Stadtwerke in ein Kommunalunternehmen. Deshalb erklärte Mummert vielleicht eine Spur bereitwilliger als sonst Penzberg zur „Faschingshochburg“ und lobte das Organisationskomitee für die engagierte Arbeit in den vergangenen Wochen. Bunt bemalt und dekoriert hatten dessen Mitglieder den großen Saal der Stadthalle in passend zum diesjährigen Motto „Sagen, Mythen und Legenden“ in eine Zauberwelt verwandelt: mit Götterfiguren, grünen Auen und glitzernden Wolkenlandschaften, in die schließlich die Gardemädchen als weiß gekleidete Vogelwesen einflogen und tanzten, tanzten, tanzten. Und die anderen Narren taten es ihnen gleich. Da hatten die Penzberger Nachwuchsnarren freilich ihren ersten offiziellen Auftritt bereits hinter sich. Denn am Nachmittag waren die zwölf Teenys und die 22 „Zwerge“ der Kindergarde mitsamt Prinz Lars I. der Elfenbändiger und Prinzessin Tamara I. aus dem Feenwald bereits beim Gardetreffen in Bad Wiessee im Einsatz. Allgemeines Erstaunen rief dabei der Auftritt des sechsköpfigen Jung-Elferrates un- ter Führung von Fabian Atzenbeck hervor, eine Institution, die es in der ganzen Region kein zweites Mal mehr gibt.

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