Stadt macht Druck

Marvel Fusion: Frist bis 22. März für verbindliches Kaufinteresse

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Kommt Marvel Fusion oder soll die Industriefläche im Penzberger Nonnenwald für andere Interessenten aufgeteilt werden?
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Penzberg – Die Stadt Penzberg erhöht den Druck auf Marvel Fusion: Das Unternehmen soll sich bis 22. März äußern, ob ein verbindliches Kaufinteresse an der Industriefläche im Nonnenwald besteht. Ansonsten werden die zwei Flurnummern wieder frei angeboten. Vorangegangen war am Dienstagabend eine kontroverse Debatte im Stadtrat.

Am 12. Januar schien der Weg für die Ansiedlung von Marvel Fusion im Penzberger Nonnenwald frei zu sein. Der Stadtrat stimmte mit einer 16:9-Mehrheit für den Verkauf des industriellen Filetgrundstücks zwischen Druckzentrum und Roche-Westtor an das Münchner Unternehmen. Wie berichtet, will Marvel Fusion dort eine Forschungsanlage für ein Fusionskraftwerk errichten. Doch eine konkrete Aussage zur Ansiedlung traf das Start-up nach dem OK nicht. „Wir prüfen momentan die verschiedenen Optionen, unter anderem Penzberg“, hieß es auf eine Rundschau-Anfrage.

Wie Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) in der jüngsten Sitzung erklärte, hat die Stadt ein Angebot an das Unternehmen geschickt. Eine Antwort gab es nicht. „Sie treten nicht in Verhandlungen mit uns“, musste der Rathauschef eingestehen, dass Marvel Fusion wohl seine Offerten sondiere. Im Rathaus wurde an einem Plan B getüftelt. Idee: Die 28.700 Quadratmetern Industriefläche aufzuteilen und auf dem Markt anzubieten. Interessenten, Penzberger und Auswärtige, gibt es laut Korpan bereits. Namen nannte er am Rand der Sitzung nicht. Es handele sich um kleinere Firmen und Einzelhändler. Allesamt aus dem Gewerbe. Korpan: „Direkt Industrie haben wir nicht.“

Eigentlich sollte der Stadtrat an diesem Abend hinter verschlossener Tür über eine Grundsatzentscheidung zur Industriefläche befinden. Doch auf Antrag von Adrian Leinweber (SPD) und Markus Bocksberger (PM) beschloss das Gremium einstimmig, das Thema öffentlich zu behandeln. Laut Kämmerer Hans Blank wünschte sich das Rathaus eine grundsätzliche Entscheidung, um das Areal in Gewerbeflächen umzuwandeln. „Die Fläche ist zu klein für einen adäquaten Industriebetrieb“, so Blank. Zudem wünsche man sich „einen Zeitraum“ für Verhandlungen mit Marvel Fusion.

Von einer „Degradierung“ der Industriefläche, wie es Anette Völker-Rasor nannte, waren jedoch nicht alle Räte begeistert. „Das ist die einzige Fläche, die wir in dieser Güte haben“, mahnte Armin Jabs (PM). Adrian Leinweber (SPD) wollte keinen „Vorratsbeschluss“ fassen. Eine jetzige Flächenaufteilung „macht keinen Sinn“, sagte er. Katharina von Platen (Grüne) war generell „sehr, sehr unglücklich“ über die öffentlichen Debatte – dass da nicht über mögliche Interessenten gesprochen werden könne, erschwere die Entscheidungsfindung. Für das Ende der Debatte vor Publikum sorgte Nick Lisson (CSU): Sein Antrag auf nicht-öffentliche Fortführung wurde mit 15 Ja-Stimmen angenommen. SPD und PM stimmten dagegen.

Einstimmig für Frist

Hinter verschlossener Tür beauftragte der Stadtrat einstimmig die Verwaltung, Marvel Fusion um ein verbindliches Kaufinteresse an den beiden Industrieflächen an der Robert-Koch-Straße bis 22. März zu bitten. Zudem wird klargemacht, dass andernfalls die Entscheidung des Stadtrates vom 12. Januar am 23. März „hinfällig wird und die Flächen dann wieder frei angeboten werden“.

Marvel Fusion hält sich bedeckt. „Aktuell gibt es hier aus unserer Sicht keinen neuen Sachstand, den wir kommentieren könnten“, so eine Sprecherin. Andreas Baar

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