Fasching verlässt den Sarg

Beim Gaudiwurm zeigten Asterix & Co, wie es im Rathaus besser laufen könnte

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Gallische Regenten und maritime Fußballer: Der Gaudiwurm schlängelte sich galant durch Penzberg und geizte nicht mit Spott über das Leben und die Politik in der Stadt.

Penzberg – Das gallische Treiben im Rathaus, der Biber und die Volksfestöffnungszeiten hatten es in diesem Jahr den Penzberger Narren angetan. Bei Sonnenschein schlängelte sich der Gaudiwurm durch die Straßen der Stadt und wurde von weit mehr Besuchern begleitet als im vergangenen Jahr. 

Schon von weitem, bevor sie überhaupt in Sichtweite kamen, hörte man die dröhnenden Bässe und Faschingsrufe der Zugteilnehmer. Bei frühlingshaften Temperaturen säumten an die 7.000 Maschkera die Wege an der Philipp- und Bahnhofstraße, als sich der Zug um 14 Uhr in Bewegung setzte. Zur Freude vieler Kinder wurden wieder Bonbons verteilt, und die Konfettikanonen ließen ihren bunten Regen auf die Zuschauer prasseln. Ließ die Stimmung entlang der Philippstraße anfangs noch etwas zu wünschen übrig, kochte sie auf, je mehr sich der Gaudiwurm dem Stadtplatz näherte. Benno Arnstadt, ein alter Faschingshase, heizte als Ansager den Maschkera auf der Bahnhofstraße so richtig ein. 

Gaudiwurm in Penzberg 2019

Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au
Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au
Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au
Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au
Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au
Gaudiwurm durch Penzberg: Spott über das Leben und die Politik in der Stadt  © au

Aber damit all dies überhaupt stattfinden konnte, holten die Ringer des AC Penzberg erst einmal den Fasching wieder aus dem Sarg. Die Papas der Teeniegarde wiederum hatten sich zu den Volksfest-Sheriffs auserkoren und versprachen auch ein Feiern nach der Sperrstunde. „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“, sangen nebenan die Matrosen des ESV Penzberg, die sich selbst aufs Korn nahmen. Mit dem Slogan „Land in Sicht, wir sterben nicht“, hoffen die Kicker auf eine bessere Saison. 

Nicht mal am Faschingszug hatte man übrigens seine Ruhe vor dem Biber. Die Ehemaligen des OK Penzberger Fasching machten den zotteligen Nager für das Maibaummalheur vor der Stadthalle verantwortlich und eröffneten die Jagd auf den Maibaum-Biber, der sich immer wieder unter die Leute mischte und hier und da zu knabbern begann. 

Die Jungritter widmeten sich diesmal gleich mehreren Themen. Dem fahrenden gallischen Rathaus, auf dem der erhabene „Majestix“ mitsamt Rathauschefin „Falbala“und deren Begleiter „Schmucknix“, folgten die Protestwagen der immer nörgelnden Römer. Sie forderten unter anderem ein Bordell statt Hotel, keine Bienen tötende Iglus zu erlauben und die Abschaffung des Eismärchens wegen Lärmbelästigung. Dagegen protestierten die gallischen Damen für ein Frauenwahlrecht bei den Jungrittern, mussten aber erkennen, dass es bis dahin noch ein weiter Weg ist. 

Die Prinzenwagen bildeten traditionell den Abschluss des Zuges. So winkte das Kinderprinzenpaar Maria I. vom Maxkroner Bartl-Schloss und Noah I. vom Heinrich-Campendonk-Palast mit ihrer Kindergarde hoch oben vom Wagen. Das Prinzenpaar Christina I. aus den Loisachauen und Prinz Tobias I. von den Feuerkobolden folgte mit seinem Hofstaat. Insgesamt 15 Wagen und Fußgruppen sorgten für jede Menge Spaß und Stimmung, ehe es auf dem Stadtplatz zur Abschlussparty ging. au

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