„Lachmuth lässt Maxkron in Ruhe“: Anwohner sind nach Gespräch mit Korpan überglücklich

Am Kühlturm ist Frieden in Sicht

Wie Fort Knox gesichert: der Zugang zum Gelände mit dem ehemaligen Pumpwerk. Nach monatelangem Streit soll sich die Lage hier nun entspannen.

Wenn das so weitergeht, wird Bürgermeister Stefan Korpan eines nicht allzu fernen Tages nur noch auf Überweisungsschein behandeln. Noch weiß man nicht recht, ob dem neuen Mann im Rathaus nach dem durchgeschlagenen Gordischen Knoten beim Edeka-Gelände nun bloß der nächste Zufall vor die Füße gefallen ist oder ob dahinter Wunderheilerei steckt. Wer am Montag kurz vor elf über den Stadtplatz schlenderte, sah jedenfalls eine Gruppe angespannter Menschen, wie sie die Köpfe zusammensteckten und tuschelten: jene Anwohner aus Maxkron, die seit Monaten gegen das protestieren, was auf dem Gelände des ehemaligen Pumpwerks mit dem alten Kühlturm geschieht. Eine gute Stunde und ein Gespräch mit Korpan später, waren diese Menschen nicht wieder zu erkennen: Mit ebenso gelöstem wie verblüfftem Blick fuhren sie zurück nach Maxkron.

Gelöst war die Stimmung zuletzt in Maxkron ganz und gar nicht: Seit der Gartenbauunternehmer Alexander Lachmuth das Gelände des ehemaligen Pumpwerks nutzt, schwelt ein mächtiger Streit. Dass Lachmuth dort mit schwerem und lautem Gerät hantiert, ist das eine, viel schwerer aber wiegt die Sorge der Anwohner, dass er dort dauerhaft sein Unternehmen ansiedeln werde. Dies könnte neben dem Lärm zu Verdichtungen des Bodens führen, was unmittelbare Auswirkungen auf die gegenüberliegenden, auf Torfboden errichteten Häuser habe, von denen einige bereits abgesunken sind. 

Jetzt wollten die Maxkroner wissen, wie der neue Bürgermeister darüber denkt. Deshalb das Gespräch mit Korpan im Rathaus, an dem auch Stadtbaumeister Justus Klement beteiligt war und das offenbar einen unerwarteten Verlauf nahm: „Ich weiß noch nicht, was ich sagen soll. Ich weiß noch nicht, ob ich das alles glauben soll“, meinte Kerstin Kaul, am Montagnachmittag am Telefon. Nein, sie wolle jetzt nichts sagen und sich erst mit ihren Nachbarn noch einmal besprechen. Am späten Abend dann kam eine schriftliche Stellungnahme der Maxkroner, die sich nach dem Streit der vergangenen Monate sehr überraschend liest: Man bedanke sich bei Korpan und Klement „für das überaus konstruktive Gespräch, dass unsere Anliegen bezüglich des alten Kühlturms auf sehr positive Resonanz gestoßen sind. Die große Sorge der Anwohner, ein Gewerbegebiet oder jegliche andere Form der Bebauung auf dem Areal ist nach diesem Gespräch mit dem Bürgermeister endgültig vom Tisch“. 

Dabei hat Korpan offenbar nichts anderes gemacht, als Lachmuth ins Gewissen zu reden: „Ich habe ihm klar gemacht, dass wir es nicht tolerieren werden, sollte er die Fläche gewerbsmäßig nutzen“, so der Rathauschef. Eine Verlagerung seines Betriebs auf das Gelände in Maxkron komme deshalb nicht in Frage. Von Lachmuth habe er daraufhin die Zusage erhalten, „Maxkron in Ruhe zu lassen“, wie Korpan sagt. Lachmuth werde dort „noch einige Dinge zurückbauen“, aber sämtliche Aktivitäten spielten sich im Rahmen dessen ab, was Lachmuth von den Behörden gestattet worden sei. Im Kern handelt es sich dabei um land- und forstwirtschaftliche Tätigkeiten. Gleichwohl sicherte Korpan dem Gartenbauer zu, dass ihn die Stadt bei der Suche nach geeigneten Flächen für seinen Betrieb unterstützen werde. Offenbar hat Korpan dies so geschickt angestellt, dass nun alle Beteiligten zufrieden sind. Die Maxkroner jedenfalls halten fest: „Für uns sind der passive Hochwasserschutz und die Erhaltung der Flora und Fauna höchstes Gut. Wir sind überglücklich, dass die Stadtverwaltung das ebenso sieht.“     la

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