Bilanz in Corona-Zeiten

Mehr Aufwand, weniger Besuch: Freilichtmuseum Glentleiten blickt auf Museumsjahr zurück

Ein Köhlerwagen steht im Freilichtmuseum Glentleiten.
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Der Köhlerwagen soll 2021 in Betrieb genommen werden.

Großweil – Die Pandemie trifft vor allem die Kultursparte mit voller Wucht. Da kommt auch das Freilichtmuseum an der Glentleiten nicht aus. Es gab weniger Besucher und Einnahmen.

Ein notwendiges Hygienekonzept mit genügend Abstand konnte an der Glentleiten gut umgesetzt werden, ist von den Verantwortlichen zu hören. Zum Beispiel gab es die „Einbahnregelung für die historischen Gebäude“, wie Presseprecherin Melanie Bauer auf Rundschau-Nachfrage erklärt. Das Gelände bietet mit seinen 40 Hektar – davon sei eine Fläche von circa 26 Hektar bebaut – genügend Platz für Besucher. Zum Konzept gehörte auch die Umstellung der sonntäglichen Führung. Anstatt der ehemaligen öffentlichen Exkursionen für alle Besucher, wurden die Gruppen mit dem Programm „Museumsgespräche“ kleiner gehalten. Hierfür boten Kulturbeauftragte an drei verschiedenen Orten Gespräche über die Geschichte der Gebäude an und Besucher konnten Fragen stellen. Bauer lobte das Verhalten der Teilnehmer: „Die Programme wurden sehr gern wahrgenommen und die Besucher waren sehr diszipliniert.“ In Zeiten von Corona wurden im Museum auch die digitalen Angebote ausgebaut. So konnten Besuchende in der Einrichtung die App „Actionbound“, ein Smartphone-Quiz, nutzen. Auch die Präsenz in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram klappte gut, heißt es in einer Pressemitteilung der Glentleiten. Auf beiden Kanälen wurde ein erfreulicher Zuwachs an Followern festgestellt, wie Bauer in der Mitteilung erklärt.

Köhlerwagen kommt

Nächstes Jahr soll es für die Köhlerwoche einen Köhlerwagen geben. Diesen finanzierte der Verein „Freundeskeis Freilichtmuseum“. Der Freundeskreis mit seinen mittlerweile 3700 Mitgliedern entstandt vor der eigentlichen Öffnung des Freilichtmuseums im Jahr 1976, wie Bauer gegenüber der Rundschau sagt. Damals hatten sich Bürger zusammengeschlossen, um einen Verein zu gründen, der das historisch ländliche Leben in Erinnerung halten sollte. Die traditionelle Köhlerwoche findet immer Ende Juli statt. Heuer fiel die Errichtung eines Kohlenmeilers durch die Köhlerfreunde Bad Kohlgrub Corona-bedingt aus. Der Meiler muss laut Bauer 24 Stunden bewacht werden. „Es könnte sonst zu heiß werden, und gegebenenfalls sogar explodieren“. Der Wagen soll einerseits den Köhlern, die Wache halten, zur Verfügung stehen und andererseits sollen dort umwelthistorische Projekte für Kinder angeboten werden.Vorstellen könne man sich den Köhlerwagen wie einen Bauwagen, so Bauer. Derzeit wird dieser von der Schreinerin Regine Fink entsprechend ausgebaut. Seinen Standort soll der Wagen später am Köhlerplatz bekommen.

Hälfte weniger Besucher

Die Besucher blieben zwar nicht aus, jedoch kämen in normalen Jahren mehr wie 120.000 Besucher, wohingegen es heuer rund 57.000 Gäste waren, wie Museumsleiterin Monika Kania-Schütz berichtet. Gegenüber dem Jahr 2019 seien 51,7 Prozent der üblichen Einnahmen erzielt worden. Die Arbeiten an den aktuellen Aufbauprojekten – dem Marosenlehen aus dem Berchtesgadener Land und an der Tankstelle aus Unterwössen im Chiemgau, – liegen im Zeitplan. Das Wohnhaus Marosenlehen aus dem späten 16. Jahrhundert soll ab kommendem Frühjahr und die Tankstelle im kommenden Herbst für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die Handwerker erhalten dabei Unterstützung von Museumskollegen, die sonst im Besucherwesen im Aufsichtsbereich tätig sind. Derzeit laufen die Planungen für die Veranstaltungen im Jahr 2021. Am 19. März soll laut Museum wieder in die neue Saison gestartet werden. Viktoria Gray

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