Günstigen Wohnraum schaffen

In der Penzberger CSU gibt es Bestrebungen zur Gründung einer Baugenossenschaft

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Der Wohnungsnot ein Ende bereiten: Paul Hattemer (links) und Florian Müller planen eine Genossenschaft zu gründen.

Penzberg – Sicher oder gar realisiert ist noch gar nichts, doch die Idee, die hat es Paul Hattemer vom Penzberger CSU-Ortsverband einfach angetan: der Wohnungsnot endlich ein Ende setzen, zumindest vor Ort. 

Paul Hattemer und seine Parteifreunde Florian Müller und Aleksandar Trifunovic wollen in Penzberg und für Penzberger bezahlbaren Wohnraum schaffen – und zwar mit der Gründung einer Baugenossenschaft. Interessenten gibt es bereits, doch noch zu wenige, um den Deckel auf das Fass zu machen. 

Florian Müller schmunzelt: Richtiggehend verliebt habe sich Hattemer, und zwar in die Idee, eine Wohnungsbau-Genossenschaft zu gründen. Eine Idee, die beide nun mit Aleksandar Trifunovic umsetzen möchten. Vorarbeit habe man schon geleistet, wobei Hattemer eher von einem „Vorfühlen“ spricht, ehe er einen Ordner öffnet. Er blickt darin auf die Satzung der Penzberger Wohnungsbaugenossenschaft. Eine solche ist auch sein Ziel, doch zu weit möchte der pesnionierte Bauingenieur noch nicht vorausdenken. Ehe die CSU-Mitglieder eine Gründungsversammlung einberufen, steht nämlich erst einmal eine ausgiebige Recherche und Sammlung an Informationen an. Bei der Wohnungsbaugenossenschaft, deren Satzung nun Schwarz auf Weiß vor Hattemer liegt, haben die drei schon angeklopft und nachgehakt. Die Genossenschaft „will nicht mehr investieren“, weiß Hattemer nun. Schließlich sei sie mit Modernisierungen und dem Erhalt der Bestandsbauten ausreichend ausgelastet und habe zuletzt 1986 ein größeres Projekt angepackt. Investieren wollen die drei Christsozialen dagegen schon, doch Paul Hattemer betont, dass die Genossenschaft nicht auf Gewinn aus sein soll, obgleich man natürlich schwarze Zahlen schreiben wolle. 

Dies ist aber noch Zukunftsmusik. Jetzt brauchen die drei erst einmal Interessenten, die Gründungsmitglieder der Baugenossenschaft werden wollen. Über eine Umfrage im jüngsten CSU-Blatt fühlten sie schon einmal vor, ob denn in Penzberg überhaupt Bedarf an einer neuen Baugenossenschaft beseht. „Rund ein Dutzend Interessenten haben sich daraufhin gemeldet“, sagt Hattemer. Für eine Gründung strebt der ehemalige Bauingenieur jedoch rund 25 Mitglieder als Männer und Frauen der ersten Stunde an. Obwohl, eigentlich ist ihm weniger an der Zahl der Köpfe als an der Ernsthaftigkeit, mit welcher diese Köpfe an die Sache herangehen, gelegen. „Jeder soll Erfahrungen einbringen“, wünscht er sich. Zunächst gilt es also, „ein Team zu generieren“, erklärt Florian Müller den nächsten Schritt. Dann soll die Gründung folgen, die im Grunde genommen der einer Firma ähnelt, nur das sich eine Genossenschaft eine Satzung gibt. Darin enthalten: der Sinn und Zweck, also der Förderauftrag. Förderung durch Wohnraum oder Zugang zu Wohnraum, könnte dabei in der Satzung der künftigen Genossenschaft, die „basisdemokratisch, nachhaltig und den Mitgliedern verpflichtet“ sein soll, zu lesen sein. Auf eine konkrete Formulierung festlegen möchte sich Müller aber noch nicht. 

Frisch gegründet, müsste sich die Genossenschaft dann erst einmal nach Grundstücken umsehen, Frei­flächen oder mit „maroden Gebäuden“ bebauter Grund, so Hattemer, der plant, sich diesbezüglich mit der Stadt als Eigentümerin vieler Flächen „ins Benehmen“ zu setzen. Der zweiten in Penzberg aktiven Wohnungsbaugenossenschaft, der Maro, glauben Hattemer und Müller dabei nicht in die Quere zu kommen, schließlich sei diese Organisation bayernweit tätig. 

Doch in und um Penzberg haben Grundstücke zum Teil gewaltige Preise. Wie die künftige Genossenschaft den Erwerb von Flächen finanzieren möchte, darüber möchte Müller, gelernter Bankkaufmann, noch nichts Konkretes sagen, er spricht lediglich über den Usus, Genossenschaftsanteile zu vergeben. „Das Kapital muss anfangs gar nicht so hoch sein“, fügt Hattemer hinzu. Grundstücke in Penzberg hat der pensionierte Bauingenieur bereits im Blick, „an der Birkenstraße sind, so weit ich weiß, nicht alle vergeben“, meint er mit Blick auf das Neubaugebiet. Sind Flächen gefunden, werde es dann primär um den Wohnungsbau gehen. Bei Grundstücken in der Innenstadt werde man aber um Büros und Geschäftsräume nicht herumkommen, gesteht Hattemer. Sollte es schließlich zu einem Grunderwerb kommen, und daraufhin zum Bau, so steht für Müller nicht von vornherein fest, an wen die Wohnungen vergeben werden. Dass ausschließlich Genossenschaftsmitglieder die Profiteure sind, „will ich so nicht unterschreiben“, betont er. 

Doch schon jetzt an die Vergabe von Wohnungen zu denken, dürfte ein paar Schritte zu weit gedacht sein, nun braucht es erst einmal ein paar Köpfe, die sich der Genossenschaftsgründung annehmen. ra

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