Mehr Einsätze, mehr Personal

Die Aufgaben der Penzberger Feuerwehr steigen, deshalb drängt sie auf das Blaulichtzentrum

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Ganz schön viel los: Christian Abt zog Bilanz über ein Jahr, das die Feuerwehr ganz schön in Anspruch nahm, mit seinen Einsatzkräften zeigte sich der Kommandant aber sehr zufrieden.

Penzberg – Ein Lastwagen steckte in der Hauswand fest und blickte mit seinen Frontscheinwerfern in die Küche. Ein Junge steckte mit seinem Kopf zwischen einer Wand und einer Säule fest. Zwei Fälle, zu welchen die Penzberger Feuerwehr im vergangenen Jahr gerufen wurde - zwei Fälle von vielen.

Ein moderner Fuhrpark, 110 Aktive und mit neun engagierten Jugendlichen keinerlei Nachwuchssorgen: Kommandant Christian Abt konnte im Rahmen der Jahreshauptversammlung auf eine gut aufgestellte Freiwillige Feuerwehr verweisen. Und doch treibt ihn etwas um: Das permanente Wachstum der Stadt und der damit einhergehende Zuzug bedingen zwangsläufig mehr Einsätze. Und mehr Einsätze bedingen mehr Personal, das wiederum eine größere Wache braucht. 

Abt setzt deshalb große Hoffnungen in die weiteren Planungen für das Blaulichtzentrum in der Layritz-Halle. Auch Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta griff dieses Thema später auf und sagte in Richtung der Verantwortlichen in der Stadtpolitik: „Ich wünsche mir, dass sie die Planungen für das Rettungszentrum so vorantreiben, dass man eine Kostenschätzung dann vorliegen hat, wenn man entscheiden will.“ 

Kommandant Abt hatte in seinem Rechenschaftsbericht zudem auf ein ereignisreiches Jahr 2018 verwiesen: Ein Lkw, der führerlos in ein Haus steuerte und in einer Küche landete, zwei Großbrände oder auch technische Hilfeleistungen verschiedenster Art - das Portfolio der insgesamt 193 Einsätze war wieder breit gefächert. Die 29 Brände, zu denen die Penzberger ausrücken mussten, machten jedenfalls nurmehr etwa ein Viertel der Einsätze aus. Vor allem die Technischen Hilfeleistungen (127) haben zugenommen - und hier vor allem die Türöffnungen (16). Diese Zahl dürfte schon deshalb in den nächsten Jahren steigen, weil durch die Pflicht von Rauchmeldern in Privatwohnungen auch mit mehr Fehleinsätzen (etwa wenn Batterien dieser Warngeräte leer werden und Alarm auslösen) zu rechnen sei. Die Penzberger Wehr hat sich darauf aber vorbereitet und wieder einige aktive Mitglieder speziell für Türöffnungen ausbilden lassen. Dennoch: „Ein professioneller Türöffnungsdienst für Penzberg wäre wünschenswert“, so Abt. Schließlich greife die Feuerwehr hier nur dann ein, wenn Gefahr in Verzug ist. 

Dass mit dem Wachstum der Stadt und der daraus resultierenden hohen Einsatzquote auch mehr Personal nötig wird, hat die Feuerwehr zu viel Akquise veranlasst. Mit Erfolg: Alleine 14 neue Feuerwehranwärter gingen aus der so genannten Modularen Truppausbildung (MTA) hervor, Abt sowie der zweite Kommandant Thomas Müller konnten diese Nachwuchskräfte bei der Hauptversammlung nun zu Feuerwehrmännern befördern. 

Insgesamt leisteten die Aktiven der Penzberger Wehr im vergangenen Jahr 3.972 Einsatzstunden, dazu kommen nun 2.122 Stunden für interne wie externe Lehrgänge, sei es bei Motorsägenkursen, Atemschutzausbildungen, Drehleitermaschinisten-Kursen oder auch bei Seminaren zu Rettungstechnik und Funk. Nicht zu vergessen die 1.596 Stunden, welche die Einsatzkräfte bei Übungen verbracht haben. Auch die Jugend zeigte sich sehr engagiert: Auf alleine 40 Übungen (455 Stunden) im Jahr 2018 brachte es der Nachwuchs. Höhepunkt für die Jugend war zweifelsfrei der Berufsfeuerwehrtag, wo 24 Stunden lang der Alltag einer Berufsfeuerwehr mitsamt zahlreicher Einsätze durchgespielt wurde. 

Kommandant Abt griff in seinem Tätigkeitsbericht einige Höhepunkte aus dem Einsatztagebuch heraus. Neben dem Laster, der in ein Haus krachte, waren es auch skurrile Momente, wie etwa im Kinderhort an der Birkenstraße, wo ein Junge mit dem Kopf zwischen Wand und einer Säule steckte - und die Feuerwehr sogar Butter als Schmiermittel einsetzte, um den Bub zu befreien. Oder der brennende Kinderwagen in der Silvesternacht, bei dem Anwohner zwei Stunden lang zugesehen hatten, wie das Gefährt dahin kokelte, „anstatt einfach selbst einen Eimer Wasser drauf zu schütten und den Brand zu löschen“, wie Abt kopfschüttelnd feststellte. 

Lob gab es für die Floriansjünger in zahlreichen Grußworten. Der dritte Bürgermeister Ludwig Schmuck etwa erklärte: „Ihr geht da rein, wo andere rauslaufen, das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Penz­bergs Polizeichef Jan Pfeil und Armin Loroff von der Bergwacht wiesen auf die reibungslose Zusammenarbeit mit den „Nachbarn in rot“, und Kreisbrandrat Rüdiger Sobotta appellierte an die knapp 90 anwesenden Aktiven: „Behaltet Euch den Enthusiasmus, bleibt‘s dabei! Es gibt nichts Schöneres als die Feuerwehr.“ arr

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