Unterschriftenliste an Bürgermeister

Entspannte Atmosphäre

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Penzberg - Nach der Übergabe der Unterschriftenliste an Bürgermeister Mummert scheint es, als ob der Stadtrat kommende Woche Grundsatzbeschlüsse  für Christkönig und Arche Noah fasst.

Vor knapp zwei Wochen hatte es noch den Anschein gehabt, als würde es ein sehr frostiges Aufeinandertreffen werden, wenn die Elternbeiräte des Arche-Noah-Kindergartens und des Steigenberger Container-Kindergar- tens St. Franziskus die Listen mit den Unterschriften an Bürgermeiser Hans Mummert überreichen. Doch das Gegenteil war der Fall. In recht entspannter Atmosphäre fand das Treffen statt, was natürlich vor allem viel damit zu tun hat, dass sich politisch einiges getan hat, seit die Eltern auf die Straße gingen mit ihrer Forderung, dass der Stadtrat nicht nur die Pfarrei Christkönig mit der Planung eines neuen Kindergartens beauftragen, sondern auch noch eine Lösung für den Arche-Noah-Kindergarten suchen soll. Der Bürgermeister jedenfalls kündigte in seiner Amtsstube „richtungweisende Entscheidungen“ an, die der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung am Dienstag treffen werde. Und dass die Elternbeiräte dabei zufrieden lächelten, kann als Zeichen der Entspannung gewertet werden. Rund 750 Unterschriften hatten die beiden Elternbeiräte für ihr Anliegen gesammelt, wobei anfangs auch noch jener von der Kinderkrippe Spatzennest mit dabei war, ehe man sich dort auf Geheiß von oben von der ganzen Aktion distanziert hat. Und das führt nun wohl dazu, dass der Stadtrat am Dienstag den Spatzennest-Wunsch nach Erweiterung der räumlichen Kapazitäten als am wenigsten dringlich einstufen wird, zumal die Krippenleitung offenbar auch schon signalisiert hat, es bereite keine akuten Probleme, wenn das mit der Schaffung zusätzlicher Gruppen erst im nächsten Jahr was werde. Nachdem der Stadtrat am 18. Dezember einen Antrag der CSU auf Startschuss für die Planung des Christkönig-Kindergartens sowie auf Standortsuche für den Kindergarten des Familienzentrums Arche Noah und auf Überprüfung einer Spatzennest-Erweiterung abgelehnt hatte, kam viel Bewegung in die Sache. In der Politik dergestalt, dass Bürgermeister Mummert und die SPD alsbald erklärten, die Christkönig-Planung nunmehr im Januar auf den Weg bringen zu wollen, was mittlerweile auch von den BfP und den Grünen so gesehen wird. Aber auch auf der anderen Seite hat sich was getan - vor allem bei der Arche Noah. Dort hat man nämlich erkannt, dass eine Lösung der in der Tat notorischen Raumproblematik wohl nur dann zu erreichen sein wird, wenn man eine strikte Trennung vornimmt: nämlich eine Trennung zwischen der Schaffung von Kindergartenplätzen und somit einer Pflichtaufgabe der Stadt sowie den sonstigen Tätigkeiten des Familienzentrums. Nach einem Schreiben von Arche-Noah-Chefin Annelies Plep sieht Mummert nun aber vieles klarer für eine positive Entscheidung im Stadtrat: Trotz der Antragsflut - die CSU hat ihren Dezember-Antrag modifiziert, die BfP wollen eine verbindliche Zusage für die Arche Noah, und die Grünen wollen auch was, was aber keiner weiß, weil die ihr Heil in der Geheimdiplomatie suchen - rechnet Mummert für den Dienstag mit folgendem Szenario: Christkönig flutscht mit deutlicher Mehrheit durch, und für die Arche Noah werde sich der Stadtrat mit großer Mehrheit für eine ernsthafte Standortsuche aussprechen. Alexandra Reiter jedenfalls nahm es äußerlich gelassen zur Kenntnis, dass der Bürgermeister erklärte, „wir hätten auch ohne die Unterschriftenaktion im Januar im Stadtrat einen Beschluss gefasst“. Das ist nämlich insofern nicht ganz richtig, weil Mummert mit seiner SPD, den Grünen und den BfP damals das Angebot von CSU-Fraktionschef André Anderl auf Vertagung des Kindergarten-Antrags in den Januar abgelehnt hatte. Doch seither hat sich ja viel getan. Zum Beispiel das, dass der Rathauschef in vielen E-Mails als „herzloser Bürgermeister“ bezeichnet worden ist. „Das trifft mich, weil ich genau das Gegenteil bin“, betonte Hans Mummert bei der Übergabe der Unterschriften durch die Elternbeiräte von St. Franziskus und Arche Noah. Das wollte ihm auch niemand absprechen. Sebastian Posselt, der Elternbeiratsvorsitzende von St. Franziskus, lobte sogar ausdrücklich die Bemühungen bei der Schaffung neuer Kindergartenplätze. Und auch Alexandra Reiter meinte angesichts von Hans Mummerts Prognose, dass sich der Stadtrat auch für die Arche Noah aussprechen werde: „Dann war all das, für was wir Eltern uns eingesetzt haben, letztlich doch nicht umsonst.“ la (mehr dazu in der Printausgabe am Samstag)

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