Funken aus den Fünfzigern

Spatenstich im ehemaligen Metropol-Kino: Musikschulzentrum soll im Herbst 2021 fertiggestellt sein

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Brocken am Boden, Ziegelrot an den Wänden: Beim Spatenstich war nicht mehr viel übrig vom einstigen Kino.

Penzberg – Die Ziegelsteine lugen aus der Wand, Bauschutt türmt sich hie und da auf dem Boden. Es riecht nach kaltem Beton, Staub liegt in der Luft, jedes Wort hallt durch das Gebäude. Im Inneren des Metropol erinnert nicht mehr viel an das Kino aus den Fünfzigerjahren.

Doch wenn das Filmtheater in rund eineinhalb Jahren in die Musikschule verwandelt ist, dann soll es noch immer den Flair aus vergangener Zeit ausstrahlen. Das zumindest ist dem Architekten Stephan Jocher ein großes Anliegen, wie er nun beim Spatenstich verkündete. 

In den harten Beton lässt sich freilich keine Schippe rammen, und so ist der Spatenstich im ehemaligen Metropol-Kino eine rein symbolische Angelegenheit, als Bürgermeisterin Elke Zehetner, Architekt Stephan Jocher, Bauleiter Holger Fey, Stadtbaumeister Justus Klement und eine ganze Reihe von Stadträten zu den Spaten greifen, oder zu dem, was sonst so in dem Gebäude herumsteht. 

Rund 4,85 Millionen Euro soll der Umbau nach derzeitigem Stand kosten, verkündete Zehetner, nicht ohne die Zuschüsse aufzuführen: über 1,1 Millionen Euro aus der Städtebauförderung und 50.000 Euro aus dem LEADER-Programm der EU. Viel Geld, „mit dem aus einem Kino ein interkulturelles Musikzentrum geschaffen wird“, so die Rathauschefin, die mit Augenzwinkern anmerkt: „Das ist der zweite Anlauf, und der ist geglückt, nicht wie beim Hotel.“ 

Das Gebäude steht, wie der Wohnblock an der Gustavstraße und die im Bau befindlichen Reihenhäuser an der Bürgermeister-Rummer-Straße, auf schlechtem Boden, weshalb „wir den Keller nicht anrühren“, so Zehetner. Gebaut wird daher ab dem Erdgeschoß, wo ein Studio- und Thea­tersaal mit einer 45 Quadratmeter großen, erweiterbaren Bühne und ein Zuschauerraum mit rund 160 Plätzen entstehen soll, dazu kommt ein Vortragsraum mit 50 Plätzen im Obergeschoß. Dass er Stühle mit seinen Schülern nicht mehr aufstellen und wieder aufräumen muss, darüber freut sich Musikschulleiter Johannes Mayer besonders. „Es müssen keine Sachen mehr herumgechleppt werden“, grinst Mayer, der mit Rucksack auf den Schultern wie ein Schuljunge in dem hallenden Raum des Metropols steht. „820 Schüler werden das Haus mit Leben füllen“, freut er sich. 820 Schüler, die bislang in 15 Räumen der Bürgermeister-Prandl-Schule die Gitarrensaiten zupfen, in Hörner und sonst was blasen und ihre Stimmbänder trainieren. Schon bald werden die Unterrichtsräume wieder frei sein, und das ist auch gut so, denn „die Schule soll ihren Betrieb ausbauen können“, findet Mayer. 

Im September 2021 soll der Musikschulbetrieb im Metropol-Gebäude starten. Damit das jedoch klappt, müsse „ein strenger Terminkalender“ eingehalten werden, „es darf nicht viel schiefgehen“, so Architekt Stephan Jocher. Es lässt seinen Blick durch das Gebäude schweifen: „Der Kino­charakter der Fünfzigerjahre soll erhalten bleiben“, betont er. Wer das künftige Musikschulzentrum betrete, auf den solle der Funke überspringen, so Jochers Hoffnung. ra

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