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Mit Booten und SUP‘s: Fünfte Müllsammel-Aktion auf der Loisach

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Mit Booten und SUP‘s waren die Helfer auf der Loisach unterwegs. © Antonia Reindl

Region – Zum fünften Mal rückte der Penzberger André Wacke mit Helfern aus, um Müll und Unrat aus der Loisach zu fischen.

Harmlos erschien die Loisach an diesem Tag, zumindest auf den ersten Blick. Denn nicht allzu viel Wasser floss hinab, dort zwischen Eschenlohe und Achrain. Dass man diesem ersten Blick nicht vertrauen darf, weiß André Wacke natürlich. Zum fünften Mal rückte der Penzberger mit Helfern aus, um Müll und Unrat aus der Loisach zu fischen. Strömung und trübes Nass machten das Angeln aber nicht gerade leicht. Und dann war da auch noch dieses Donnern.

Kurz nach Beginn – Fußtruppe, SUP-Flotte und Wasserwachtsboot waren am Bootseinstieg in Eschenlohe gestartet – schepperte es schon. Ein kurzes Gewitter. Man habe einen Unterschlupf suchen müssen, meint Wacke, als man nach fünfeinhalb Stunden auf, im und am Wasser zum Helfer-Essen an der Murnauer Kläranlage zusammengekommen ist. Die Tour, rund sieben Kilometer zwischen Eschenlohe und Achrain sei dementsprechend „superspannend“ gewesen. Recht wenig Wasser hatte die Loisach, der Fluss war verhältnismäßig warm. Vor wenigen Tagen sei die Loisach noch „glasklar“ gewesen, meint Wacke. Mit dem Regen wurde das Nass aber trüb, schlechte Sicht ins Wasser.

Fischen nach Müll

Gefischt wurde dennoch reichlich. Am Ende können Wacke und seine rund 20 Helfer auf acht „prallgefüllte Plastiksäcke“ und einen „halbvollen Großcontainer“ blicken. Im Trüben fischte man dabei zum Teil mit Wurfsack und angeleinten Körpern. Noch vor ein paar Jahren sammelte man viele Relikte, Fetzen von Siloballenfolien ein. Heuer: nicht. „Ich glaub‘, dass wir was erreicht haben“, meint Wacke. Schließlich habe man immer wieder Aufrufe gestartet, damit sich die Folien etwa bei Stürmen nicht mehr ins Wasser verirren. Dafür fand man nun aber anderes Plastik. Der Penzberger zählt auf: Gartenstühle, Plastikplanen, Kabelsalate, Leitplankenteile, Einkaufswagenrelikte. Solchen Unrat rauszuziehen, aufs Boot zu hieven, nicht immer ein leichtes Unterfangen. Ein Einkaufswagen etwa ist nicht selten von Sand unterspült, ein rostiges Etwas, an dem einzelne Gitterstäbe wie Dornen herausstechen.

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Erstaunlich, was man alles an Müll in der Loisach gefunden hat. © Antonia Reindl

Kuriositäten wie ein ganzes Sofa oder einen Stahlhelm aus dem Zweiten Weltkrieg, beides fanden die Müllfischer bereits, blieben heuer aus. Wobei, eine üppige Pflanze, eine künstliche, zog man heuer aus der Loisach. „Eine mindestens zweieinhalb Meter hohe Plastikpalme“, berichtet Wacke. Noch vor zwei Jahren habe man „viel, viel mehr Müll“ gesammelt. „Irgendwann muss unsere Arbeit ja mal fruchten“, sagt der Penzberger und lächelt.

„Kleines Jubiläum“

Dankbar für den Support, den man dabei von den Gemeinden Ohlstadt, Eschenlohe und Murnau erhalte, zeigt sich Julia Wolff vom Organisations- und Helferteam: „Sie unterstützen uns sehr.“ Ob bei der Müllentsorgung oder bei der Brotzeitbeschaffung. Am Morgen, bevor es gegen sieben Uhr aufs Wasser ging, war Wacke bei einem Bäcker in Eschenlohe „reinspaziert“ und habe spontan nach einer essbaren Spende gefragt. In die Hände gedrückt bekam er Tüten mit Brezen und Gebäck.

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André Wacke und Julia Wolff vom Organisations- und Helferteam der Müllsammler. © Antonia Reindl

Heuer feiere die Aktion „ein kleines Jubiläum“. Und anlässlich des Fünfjährigen wolle man eine Spendenaktion starten. „All die Jahre“ habe man ehrenamtlich den Fluss gereinigt, so Wacke, nun würde man sich über „ein bisschen Anerkennung freuen“, seitens der an der Loisach gelegenen und ortsansässigen Betriebe wie auch von Privatpersonen. Die finanzielle Anerkennung soll der Wasserwacht, die bei den Aktionen stets begleitet, zugutekommen. Man wolle die Wasserwacht Kochel beim Neubau des Bootshauses unterstützen, so Wacke. Rund 300.000 Euro kostet die Station, etwa die Hälfte der Kosten hat man schon – oder erst – zusammen. Um die Wasserwacht zu unterstützen sind Spenden also eine Möglichkeit um zu helfen (siehe Kasten).

Spenden:

Wer für den Neubau der Bootshütte der Wasserwacht Kochel spenden möchte: BRK Kreisverband Bad Tölz-Wolfratshausen, IBAN: DE13 7005 4306 0000 0012 22, BIC: BYLADEM1WOR, Verwendungszweck: Neubau Wachstation Wasserwacht Kochel.

Auch im kommenden Jahr, wie gewohnt Ende Juli, soll es wieder aufs Wasser gehe, dann wird das Jubiläum um ein weiteres Jahr aufgestockt. Denn wie Wacke betont: „Wir bleiben am Kochelsee dran.“

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