Nachhaltigkeit auf dem Pausenbrot

Einsatz für die Umwelt: Penzberger Schulen erhalten begehrte Auszeichnung

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Drei Flaggen für Penzberg: die Mittelschule, die Realschule und das Gymnasium dürfen sich ein Jahr lang als Umweltschulen bezeichnen. Dazu gratulierten Finanzminister Albert Füracker (links) und sein Kultuskollege Michael Piazolo (Mitte).

Penzberg – Mit recyceltem Toilettenpapier und einem ausgeklügelten Radioformat ist es der Bürgermeister-Prandl-Mittelschule gelungen, als Umweltschule ausgezeichnet zu werden. Doch mit diesem Titel ist die Schule in Penzberg keineswegs allein.

Viel Beachtung wird der kleinen Rolle neben der Toilettenschüssel in der Regel nicht geschenkt. Ein Hygieneartikel des alltäglichen Bedarfs. Achtlos wird Blatt für Blatt abgerissen. Nicht so in der Bürgermeister-Prandl-Mittelschule in Penz­berg. Dort gleitet nämlich nun recyceltes Papier von der Rolle. Eines der Projekte, das der Schule nun zum Titel „Umweltschule“ verholfen hat. Und sie ist damit nicht allein in der Stadt: Insgesamt 169 Schulen in Schwaben und Oberbayern wurden heuer vom bayerischen Kultusminister Michel Piazolo als Umweltschule in Europa beziehungsweise als Internationale Nachhaltigkeitsschule ausgezeichnet, darunter finden sich aus Penzberg auch das Gymnasium und die Heinrich-Campendonk-Real­schule. 

Um an den begehrten Titel zu gelangen, mussten innerhalb eines Schuljahres neben oder während des Unterrichts mindestens zwei Projekte rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz realisiert und fein säuberlich dokumentiert werden. Den Kopf groß zerbrechen mussten sich die Schüler und Lehrer dabei aber nicht, denn der Landesbund für Vogelschutz, der für die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU) die Auszeichnungsprozedur koordiniert, hatte eine Liste potenzieller Themen zusammengestellt. Unter den drei Penzberger Schulen herrschte bei der Auswahl des ersten Themas große Einigkeit, denn alle entscheiden sich für „Nachhaltigkeit in der Schule verankern“, berichtet Ute Kurz, Lehrerin und Leiterin der Umwelt AG an der Mittelschule. Ein Plan, den jedoch jede Schule in unterschiedlichen Projekten umsetzte. 

An der Mittelschule fanden naturliebende Schüler zusammen und kümmerten sich um das Umweltmanagement an der Südstraße 1: „Toilettenpapier wurde auf Recyclingpapier umgestellt und eine alternative Pausenverpflegung wurde angeboten“, so Kurz. Doch bei aufgespießtem Obst, Müslischalen und vegetarischen Aufstrichen für das trockene Pausenbrot blieb es nicht. Auch akustisch wurde der Umweltschutz vorangetrieben: Das Schulradio Klimafunk sendete einmal im Monat eine kompakte Nachrichtensendung mit Tipps für nachhaltiges Handeln. Auch hier agierten die jungen Umweltmanager, und zwar als Moderatoren. 

Ähnlich und doch anders waren da die Projekte an der Realschule. Zwar wurde ebenfalls Papier ausgetauscht, doch nicht auf den Toi­letten, sondern in den Kopierern, wo jetzt nur noch recycelte Blätter zu finden sind. Ein Augenmerk wurde auch auf die Pausenverköstigung gelegt, nicht jedoch mit Obstspießen und Haferflocken, sondern mit fair gehandelten Produkten, die im Schülercafé angeboten werden. Darüber hinaus widmeten sich die Schüler in einem Unterrichtsprojekt der Herstellung von umweltfreundlichem Plastik aus biologischen Rohstoffen. 

Nicht Kunststoff, sondern Kosmetik fabrizierten dagegen Gymnasiasten im Rahmen eines P-Seminars, wobei die Oberstufenschüler aus natürlichen Rohstoffen Cremes für die Hände und zum Schutz vor der Sonne anrührten und Badeperlen formten. Nicht zu vergessen ist auch die Leistung der Gruppe aus Gymnasiasten, die sich am Penzberger Stadtradeln beteiligte und so viele Kilometer auf dem Rad absolvierte, dass sie den ersten Platz belegte. Und schließlich ließ das Gymnasium noch einen Tag lang das Energiespardorf in seinen Werkraum einziehen, wo die Umwelt AG gemeinsam mit der Regenwald AG der Mittelschule lernte, wie dem Klimawandel Einhalt geboten werden kann. 

Bei Thema Nummer zwei widmeten sich die Gymnasiasten und Realschüler dem Artenschutz. Blühstreifen wurden angelegt und sogar Schmetterlinge, von der Puppe über die Raupe bis zum Falter, wurden gezüchtet. Die Mittelschüler dagegen wanderten, passend zum Thema „Auf in Wald und Wiese“, in den Hain, stapften durchs Moor und lernten bei einem Workshop die Wildbienen kennen. 

Viel Arbeit machten sich die Kinder und Jugendlichen, doch der Einsatz hat sich gelohnt. Fahne, Urkunde und Titel gingen in dreifacher Ausführung nach Penzberg. Dort wird die Flagge aber nur ein Jahr hängen, denn nach zwölf Monaten muss man sich von dem Titel wieder verabschieden. Es sei denn, die Schulen verdienen sich mit neuen Projekten abermals eine Auszeichnung. ra

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