Widerwille auf 40 Metern

Mobilfunkmast: Landratsamt ersetzt das Sindelsdorfer „Nein“

Telekom-Tochter Deutsche Funkturm Mast Mobilfunksender
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Telefonieren ohne Funklöcher in Sindelsdorf: Dafür plant die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm einen rund 40 Meter hohen Mast für Mobilfunksender.

Sindelsdorf – Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm (DFMG) will in Sindelsdorf einen Sendemast für Mobilfunk errichten. Der Gemeinderat hatte dies abgelehnt, jetzt wurde die Kommune vom Landratsamt überstimmt.

Er hat damit gerechnet. Es sei absehbar gewesen, dass es so kommen wird. Und doch ist Sindelsdorfs Bürgermeister Andreas Obermaier (CSU) sichtlich geknickt, als er in der Gemeinderatssitzung von dem Schleuderbetonmast spricht, den die Deutsche Funkturm in der Kommune errichtet will. Der Gemeinderat steht nicht hinter dem Unterfangen, doch das ist nicht mehr von Belang: Das Landratsamt Weilheim-Schongau ersetzt das gemeindliche Einvernehmen.

Die Fläche, auf die der Schleuderbetonmast mit zwei Plattformen und einer Outdoortechnik auf einer Bodenplatte kommen soll, sei bereits abgesteckt, berichtet Obermaier der Rundschau am Tag nach der Gemeinderatssitzung, in der besagter Mast wieder einmal auf der Tagesordnung stand. Lange diskutiert wurde der Punkt vom Gremium aber nicht, wohl weil man nicht mehr mitreden darf. „Wir wurden ersetzt durch das Landratsamt“, sagt Obermaier zerknirscht. Die Behörde müsse aber „unsere Einwände behandeln“, fügt der Bürgermeister an.

Schon seit zweieinhalb Jahren beschäftigt sich die Gemeinde mit den Plänen der DFMG Deutsche Funkmast GmbH für einen Schleuderbetonmast. Begeistert scheint man von diesen Plänen nie wirklich gewesen zu sein. Das jedenfalls lässt Obermaier durchblicken. Das Thema Mobilfunkmast sei „immer schwierig – wegen der Strahlung, die man nicht unterschätzen sollte“, so der Rathauschef. Gestrahlt werde, sollte der Mobilfunkmast errichtet werden, auf einer Fläche in Richtung Großweil, nahe der Autobahnunterführung. Das Areal liege an einem FFH-Gebiet, so Obermaier. Diese Lage ist aber scheinbar kein Ausschlusskriterium für eine Realisierung. „Es grenzt eben nur an“, sagt er. Was alternative Flächen anbelangt, so lässt der Bürgermeister aber auch durchblicken, dass es nicht so leicht ist, solche ausfindig zu machen.

Kritik an Höhe

Alternativlos scheint die Dimension des Mastes zu sein. „Warum muss das so hoch sein“, habe man sich laut Obermaier im Gemeinderat gefragt. Mit einer Höhe von knapp 40 Meter soll das Konstrukt aus der Landschaft ragen. Der Rathauschef hat diesbezüglich „mit einem Mann von der DFMG“ telefoniert. Ein Gespräch, das er noch gut im Gedächtnis hat, wohl aber nicht haben will. „Es war kein nettes Telefonat“, sagt Obermaier, der dabei den Vorschlag eines kleineren Mastes vorgebracht hatte. Ohne Erfolg, weil die Gemeinde ja nichts mehr zu sagen hätte, berichtet Obermaier.

Doch auch wenn nun das Landratsamt am Drücker ist, so steht für den Sindelsdorfer Bürgermeister nach wie vor fest, dass es ein gemeindliches Einvernehmen für den Schleuderbetonmast nicht geben werde. „Weil wir nicht dahinterstehen“, macht Obermaier gegenüber der Rundschau in aller Deutlichkeit klar. Antonia Reindl

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