Moderne Mieder

Gwand in neuem Korsett: Studenten zeigen in Benediktbeuern Tracht mal anders

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Ob als gottähnliches Wesen mit goldener Krone oder eher klassisch: Katharina Kappeler belegte mit ihren Entwürfen (links und Mitte) die ersten beiden Plätze. Auf Rang drei kam Katharina Voss wegen der Schößchen am Spenzer.

Benedkitbeuern/München – Das Mieder eng geschnürt, darüber ein adretter Spenzer, und schon zeigt die Frau, wo sie ihre Taille hat. Doch wer nun glaubt, das figurformende Korsett und das Jäckchen mit Schößchen seien von gestern, den belehren junge Studenten in Benediktbeuern eines Besseren.

Dass Mieder keineswegs bieder sind und lediglich in vergangenen Zeiten den Frauen eine schmale Taille schnürten, bewiesen diejenigen, die sich mit der Moderne bestens auskennen: junge Modedesign-Studenten. Bei einem Wettbewerb des Trachten-Informationszentrums im Maierhof des Klosters Benediktbeuern und der Deutschen Meisterschule für Mode in München zeigten junge Kreative, wie sich traditionelle Mieder und Spenzer in die heutige Mode übertragen und vor allem tragen lassen. Zu sehen sind die Ergebnisse schon bald in Benediktbeuern, wo die Idee zu dem Wettbewerb entstanden war. 

Unter dem Titel „Trachtengöttin“ waren die Studenten der zweiten Klassen des Moduls Modezeichnen aufgerufen, eine ganze Reihe von Entwürfen zu Papier zu bringen, die aus einer ganz normalen Dirndlträgerin ein gottgleiches Wesen zaubern sollten. Dabei gestalteten sie Korsetts und eng anliegende Jäckchen mit Schößchen nicht nur als Modeillustrationen mit Bleistift auf Papier, sondern auch als Aquarelle, Collagen oder digitale Werke. Ein vorangegangener Besuch im Trachten-Informationszentrum brachte den Studenten dabei nicht nur die Geschichte der Gewänder näher, sondern verschaffte den kreativen Köpfen auch Inspiration, immerhin war an diesem Ort auch die Idee zu dem Wettbewerb entstanden. Und dort laufen auch die Vorbereitungen für einen Stil-Workshop unter dem Titel „Farben und Formen für die Trachtengöttin“ auf Hochtouren, der im Oktober über die Bühne gehen soll. 

Nun aber wurde die Idee aus der Idee, also der Wettbewerb dem Workshop vorgeschaltet. Begleitet von ihren Lehrerinnen Gabriele Nosswitz und Hui-Juan Zhang gingen die Studenten auf die Suche nach künstlerisch interessanten und atmosphärischen Entwurfsideen, um sie dann visuell attraktiv als Grafik zu präsentieren. Über die Attraktivität der Werke urteilte dann eine Jury, die Katharina Kappeler gleich zur doppelten Gewinnerin kürten. Mit ihren beiden Entwürfen, die von der Jury als farbenfroh und poetisch umschrieben wurden, belegte die Studentin gleich die ersten beiden Plätze. Rang drei ging an Katharina Voss, die mit einer Umsetzung des Schößchens am Spenzer überzeugen konnte. Dass auch die übrigen Entwürfe „trachtengöttlich“ sind, können Besucher des Trachten-Informationszentrums im Rahmen des Textilmarkts im Kloster Benediktbeuern am 21. und 22. September (jeweils von 10 bis 18 Uhr)sowie zu den regulären Öffnungszeiten am 26. September und 10. Oktober jeweils von 9 bis 16 Uhr mit eigenen Augen erfahren. ra

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