Im Müllerholz fallen die Bäume

Für die Penzberger Fußballvereine beginnt in der kommenden Woche ein lange gehegter Traum in Erfüllung gehen, wenn im Müllerholz der erste Stoßtrupp mit Forstarbeitern anrückt und dort den Einschlag startet. Mit den Baumfällarbeiten macht die Stadt nun Nägel mit Köpfen, nachdem in den vergangenen beiden Jahren viel über den Bau von zwei Kunstrasenplätze neben dem Nonnenwaldstadion diskutiert wurde. „Jetzt kann mit der Rodung begonnen werden“, sagte Stadtbaumeister Justus Klement am Dienstag vor dem Bauausschuss.

Klement wollte dabei gar nicht verhehlen, dass der Startschuss zum jetzigen Zeitpunkt in Wirklichkeit schon eine Verzögerung darstellt, wofür aber nicht die Stadt die Verwantwortung trägt. Zwar liege mittlerweile die Baugenehmigung des Weilheimer Landratsamtes vor, nachdem die Stadt auf die Bedenken der Anwohner nördlich des Müllerholzes entsprechend reagiert und auch die Anmerkungen aus dem Wasserrechtsverfahren berücksichtigt habe. Dass dies aber nicht schon früher erfolgt ist, liege daran, dass eine artenschutzrechtliche Auflage der Kreisbehörde zu spät nach Penzberg abgeschickt worden sei. Deshalb wurde erst jetzt ein Biologe mit einem enbtsprechenden Gutachten beauftragt. Seine Aufgabe ist es zu ermitteln, wie sich die Rodung des Areals auf die bisher dort lebenden Vogelarten auswirkt. Ungeachtet dessen empfiehlt die beim Landratsamt angesiedelte Unter Naturschutzbehörde der Stadt, zur Vorbereitung des Projekts die schnellstmögliche Rodung des Areals - für Klement ein „merkwürdiger Zustand“. Bedenken hat auch der Bund Naturschutz angemeldet, weil für die Kunstrasenplätze schließlich ein großes Waldstück zwischen Loisach und Breitfilz vernichtet werden. Um „Schadensbegrenzung“ zu betreiben, so Klement, sollen die Rodungsarbeiten auf das „allernot- wendigste Maß“ beschränkt werden. „Wir wollen nicht den ganzen Wald entfernen“, betonte er und versicherte zudem, dass der verbleibende Wald nachhaltig bewirtschaftet werde. So bleibe eine alte Eiche als Brutplatz für die Tiere erhalten. Zudem werden Ersatzflächen für Nistmöglichkeiten für Fle- dermäuse und Vögel bis März geschaffen. Auch den Anwohner, die durch den Trainings- und Spielbetrieb auf den Kunstrasenplätzen eine erhebliche Belästigung befürchten, ist die Stadt entgegengekommen: Es wird eine Lärmschutz- wand errichtet, obwohl dies gemäß Gutachten gar nicht erforderlich wäre. Die Kunstrasenplätze werden am Dienstag auch den Stadtrat beschäftigen. Mit einem Antrag will SPD-Mann Wolfgang Sacher sicher stellen, dass sich die vom Landratsamt verursachten zeitlichen Verzögerungen nicht auf die Finanzierung des Projekts auswirken und die entsprechenden Mittel auch im Haushalt 2011 eingestellt werden „Wir müssen dafür sorgen, dass noch heuer die entsprechenden Gelder für die Kunstrasenplätze zur Verfügung gestellt werden“, so Sacher. Denn nur so könne man gewährleisten, dass die Plätze im Spätsommer 2012 auch bespielbar sind.

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