Aufsichtsrat stimmt zu

Die Wogeno aus München kauft den Schwesterntrakt des Klosters Schlehdorf

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Neue Nutzung: Der Gebäudetrakt rechts neben der Pfarrkirche wird von den Missionsdominikanerinnen an die Wogeno verkauft.

Schlehdorf – Dort, wo einst die Missionsdominikanerinnen schliefen, herrscht nun völlige Stille. Unbewohnt, unbelebt sind Zimmer. Doch nicht mehr lange, wenn die Wohnungsbaugenossenschaft (Wogeno) aus München 4,2 Millionen Euro für den Schwesterntrakt des Schlehdorfer Klosters in die Hand nimmt.

Dem Verkauf des Klosters Schlehdorf steht nun so gut wie nichts mehr im Wege: Am vergangenen Wochenende hat der Aufsichtsrat der Münchner Wohnungsbaugenossenschaft (Wogeno) dem Erwerb des Gebäudekomplexes von den Missionsdominikanerinnen für rund 4,2 Millionen Euro zugestimmt. Damit können die abschließenden Kaufverhandlungen nun beginnen. Diese beziehen sich aber lediglich auf den ehemaligen Schwesterntrakt südlich der Pfarrkirche St. Tertulin. Dort, im sogenannten Cohaus Kloster Schlehdorf, entsteht ein Ort für gemeinschaftliches Wohnen, für Arbeit, Fortbildung und Erholung. 

Nachdem die Missionsdominikanerinnen lange Zeit vergeblich nach einem Käufer für das Kloster Ausschau gehalten hatten, fand sich mit der Wogeno letztlich ein Partner, der sich nicht nur seit 25 Jahren der Schaffung von sozialem, ökologischem und selbstbestimmtem Wohnraum verschrieben hat, sondern der auch das Wohlwollen der Kommunalpolitik fand. Schlehdorfs Bürgermeister Stefan Jocher zeigte sich deshalb ebenso erfreut über die Entscheidung des Aufsichtsrates wie Francesca Hannen. Die Provinzialin der Missionsdominikanerinnen nannte die Wogeo einen „idea­len Partner“. 

Bereits seit Juni 2018 nutzt die Wogeno das Kloster im Probebetrieb und hat in dieser Zeit ein Konzept für die weitere Nutzung ausgearbeitet. Die Pläne für das weitere Vorgehen im neuen Cohaus Kloster Schlehdorf wurden am vergangenen Wochenende den Aufsichtsratsmitgliedern vorgestellt. „Das Kloster in seiner bisherigen Struktur ist ein idealer Ort für Gemeinschaft“, heißt es in einer Pressemitteilung. Diesen Gedanken möchte die Wogeno weiterführen und deshalb im Cohaus 50 Zimmer zur Wohnnutzung schaffen, die alle über ein Bad verfügen und deren Bewohner großzügige Gemeinschaftsräume mitnutzen dürfen. Diese Form des Wohnens nennt sich Cluster-Wohnung und kombiniert Privat- und Gemeinschaftsflächen, ähnlich wie in einer WG. Darüber hinaus entstehen 16 Gewerbeeinheiten und ein Coworking-Bereich, damit Wohnen und Arbeiten im Haus verbunden werden können. „Das Cohaus Kloster Schlehdorf soll ein Ort sein für Gleichgesinnte, die sich wie die Genossenschaft für die Werte sozial, ökologisch und selbstbestimmt einsetzen“, wünscht man sich bei der Wogeno. Deren Aufsichtsrat hat den Prozess über die vergangenen anderthalb Jahre begleitet und darüber gewacht, dass ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erarbeitet wird.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung wurde im Juni 2019 ein Bauantrag eingereicht, der vom Gemeinderat Schlehdorf einstimmig befürwortet wurde. Ziel des Antrags ist eine Nutzungsgenehmigung für die unterschiedlichen Bereiche des Klosters. Die zukünftige Nutzung orientiert sich dabei stark an der durch die Missionsdominikanerinnen: So werden Cluster-Wohnungen dort entstehen, wo zuvor die Schwestern gewohnt haben. 

Die positive Entscheidung des Aufsichtsrates wurde bei einem Treffen der bisherigen Hausbewohner gemeinsam mit den Schwestern im Festsaal des Klosters bekanntgegeben. Dabei versicherte die Wogeno, dass sie „auch weiterhin eine gute Beziehung und einen regen Austausch mit dem Orden anstrebt“. Nun werden die abschließenden Kaufverhandlungen beginnen, die aber noch von der Genehmigung durch das Tölzer Landratsamt abhängen. 

Das Cohaus soll zudem ein offener Ort sein, der sich am Geschehen und an der Entwicklung von Schlehdorf beteiligen möchte. Deshalb wird über die Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten hinaus auch eine Mobilitätsstation mit Car- und Bikesharing-Angeboten geschaffen, die dann allen Schlehdorfern zur Verfügung stehen wird. la

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