Neue Ausstellung

Museum Penzberg: Blick hinter eine faszinierende Maltechnik - doch vorerst ohne Besucher

Museumsleiterin Diana Oesterle steht im Museum Penzberg-Sammlung Campendonk und blickt auf das Hinterglasbild „Nächtliche Fahrt“ von Malerin Lily Hildebrandt.
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Ausstellungsmacherin Diana Oesterle schätzt Malerin Lily Hildebrandt und ihr Werk „Nächtliche Fahrt“ sehr.

Penzberg - Im Museum Penzberg laufen die Vorbereitungen für die neue Ausstellung „Hinter Glas gemalt – Geheimnisse einer Technik“. Start sollte am Samstag, 19. Dezember, sein, doch der Termin fällt dem Lockdown zum Opfer. Das Orga-Team hält sich trotzdem bereit.

Das Malen hinter Glas hat eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter verwendeten die kreative Techik. Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte sie eine Wiederentdeckung. Maler wie Wassily Kandinsky, Heinrich Campendonk, Oskar Schlemmer und Lily Hildebrandt experimentierten mit der Technik. Mehr als 3,5 Jahre leitete das Museum Penzberg – Sammlung Campendonk das Forschungsprojekt „Hinterglasmalerei als Technik der Klassischen Moderne 1905-1955“, gefördert von der Volkswagen-Stiftung. Maßgeblich beteiligt waren Museumsleiterin Diana Oesterle und Restauratorin Simone Bretz. Die neue Ausstellung ist Abschluss des Projekts und soll erstmals einen „Blick in das Kunstwerk“ ermöglichen, wie Oesterle sagt. Oesterle und Bretz zeichnen für die Schau verantwortlich. Doch aus der Eröffnung am 19. Dezember wird nichts. Corona ist schuld.

Alles über die Ausstellung

Wissenswertes zu der Hinterglasmaler-Schau in Penzberg gibt es auf www.museum-penzberg.de sowie zum Forschungsprojekt auf www.hinterglas-klassischemoderne.de.

Denn auch das Museum muss im neuen Lockdown seine Türen schließen, „Aber wir bauen trotzdem auf“, erklärt Oesterle. Grund: Man möchte bereit sein, wenn wieder Besucher zugelassen sind. Oesterle verweist auf die guten Erfahrungen, die das Team bei der letzten „Rasenglück“-Schau gemacht hatte: Deren Start im März fiel dem Ausbruch der Corona-Krise zum Opfer – aber weil alles bereits stand, konnte das Museum beim kurzfristigen Restart im Mai sofort loslegen. Oesterle hofft jetzt darauf, dass sich im Januar die Situation wieder entspannt. „Wir haben einen Grundoptimismus.“

Rund 70 Exponate

Angedacht ist die Hinterglas-Ausstellung bis 11. April. Rund 70 Exponate sind auf den drei Etagen im Altbau des Museums verteilt. Eigens wurde ein Farbkonzept für die sieben Räume entwickelt, damit die Kunstwerke zur Geltung kommen. Die Bilder sind zu 70 Prozent Leihgaben aus öffentlichen Museen, aber auch aus Privatsammlungen. Auch die regionalen Museen in Murnau und Oberammergau haben Exponate angeliefert. Und so hängen „Mit Früchten“, gemalt 1918 von Kandinsky, ebenso im Penzberger Museum wie Lothar-Günther Buchheims „Hahn“, entstanden 1945/46. Immerhin 17 Campendonk-Bilder sind zu sehen.

„Sieht jedes mal anders aus“

Für Diana Oesterle ist die Hinterglasmalerei etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil sie gerade darüber ihre Doktorarbeit an der LMU schreibt. Der ganze technische Aspekt sei „super spannend“, schwärmt sie. Und die optische Wirkung auf den Betrachter eine Einzigartige: „Das Bild sieht durch den Lichteinfall jedes mal anders aus.“ Mit der Ausstellung soll es aber nicht getan sein. Laut Oesterle ist ein zweiter Teil geplant. „Wir haben so viel geforscht in den letzten Jahren“, schmunzelt sie – da sei es doch schade, alle Erkenntnisse in nur einer Ausstellung „zu verbraten“. Nach der Technik soll es deshalb im Frühjahr 2022 um Kunst- und Kulturgeschichte der Hinterglasmalerei gehen. Aber erstmal wollen sie einen Film über die jetzige Ausstellung drehen. Damit sich die Betrachter auf die Eröffnung freuen können. Andreas Baar

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