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Musikschule Penzberg: Leiter Johannes Meyer geht in den Ruhestand

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Von: Andreas Baar

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Ein Domizil für die Musikschule war stets das Ziel von Johannes Meyer gewesen – mit dem Metropol wurde es Realität. © Andreas Baar

Penzberg – Er ist eine Institution an der Musikschule der Stadt Penzberg: Der langjährige Leiter Johannes Meyer (66) geht zum Monatsende in den Ruhestand.

Es war ein großes Präsent, dass Johannes Meyer an diesem Abend auf der Bühne im frisch umgebauten ehemaligen Metropol-Kino von Architekt Stefan Jocher überreicht bekam. Der Musikschulleiter nahm bei der feierlichen Eröffnung des „Musischen und schulischen interkommunalen Kulturzentrums“ der Stadt als Hausherr sichtlich stolz und bewegt den großen Schlüssel entgegen (Rundschau berichtete). Jahrelang hatte sich Meyer für ein eigenes Domizil seiner Musikschule eingesetzt, jetzt war es endlich soweit.

Musik war stets dabei

Das Musizieren hat den heute 66-Jährigen stets begleitet. Gebürtig in Schleiden in der Eifel (den Eifeler Dialekt hört man bei Meyer heute noch heraus) meldete sich der Zwölfjährige damals in der Schule, als Interessenten für das Akkordeon-Lernen gesucht wurden. Mit 17 Jahren, an der Realschule im Kneipp-Kurort Gemünd, stellte der Lehrer den begabten Schüler vor die Wahl. „Entweder aufhören oder Musik studieren“, wie sich Meyer schmunzelnd erinnert. Meyer wählte das Studium, wechselte nach bestandener Aufnahmeprüfung an das Konservatorium in Trossingen und studierte fortan Akkordeon.

Meyer blieb bei der Musik, auch beruflich. Er ging 1977 als Lehrer an die Kreismusikschule nach Erding. 1980 folgte der Schritt nach Penzberg, an die erst ein Jahr zuvor vom damaligen Bürgermeister Kurt Wessner aus der Taufe gehobenen Einrichtung, die bis 1986 unter dem Dach der Volkshochschule lief. Meyer übernahm 1988 die Leitung, nach dem Unfalltod von Sieglinde Dostal ein Jahr kommissarisch dann ganz offiziell.

Simon Zehentbauer wird neuer Leiter

Dass Simon Zehentbauer zum 1. September als Nachfolger von Johannes Meyer neuer Leiter der Penzberger Musikschule wird, ist keine große Überraschung. Der 38-Jährige war seit 2018 bereits Meyers Stellvertreter. 2016 übernahm der Penzberger Zehentbauer, der Kunst und Pädagogik an der Münchener Musikhochschule studiert hat, den Dirigentenstab der heimischen Stadt- und Bergknappenkapelle. Die Nachfolgeschaft wurde bei der Eröffnung des umgebauten Metropol-Kinos offiziell bekanntgegeben. Feine Geste: Leiter Johannes Meyer überreichte den überdimensionale Schlüssel für das Kulturzentrum auf der Bühne an seinen künftigen Nachfolger.

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Simon Zehentbauer wird neuer Musikschul-Leiter. © Andreas Baar

Seitdem hat sich viel geändert in der Musikschule. Sei es bei den Dimensionen, als auch beim Angebot. Aus anfangs rund 240 Schülern und vielleicht 15 Lehrern ist heute ein Betrieb mit 740 Schülern und 32 Lehrkräften, in der Regel in Teilzeit, geworden. Mit Antdorf, Iffeldorf und Seeshaupt gibt es drei Außenstellen. Die Musikschule „ist ein fester Bestandteil in Penzberg“, betont der scheidende Leiter. Die Verankerung macht sich auch im kulturellen Leben bemerkbar – so gibt es zusammen mit den Musikfreunden Penzberg die über die Stadtgrenze hinaus bekannten „Ländlichen Konzerte“.

Seit Jahren schon macht die Musikschule am 28. April zum Gedenken an die „Penzberger Mordnacht“ eine eigene Veranstaltung. „Wir haben Kinder und Jugendliche in das Thema eingebunden“, sagt Meyer nicht ohne Stolz. Auf Meyers Initiative hin gibt es seit 2007 ein Projekt mit dem örtlichen Don-Bosco-Jugendhaus für die musikalische Ausbildung der Kinder, finanziert über Sponsoren. Und ein „großes Standbein“, wie es Meyer nennt, sind die regelmäßigen (und erfolgreichen) Teilnahmen an den „Jugend musiziert“-Wettbewerben. „Prägend“ seien vor allem die vielen Auslandskontakte der Schule gewesen.

Mehr Musik am Hackbrett

Eines macht Meyer klar: „Die Musikschule wird immer wichtiger in der Gesellschaft“, sagt er. Gemeinsam musizieren und diszipliniert ein Instrumente lernen fördere die Persönlichkeit. Gut, dass es diese Alternative gibt, meint der 66-Jährige. „Kinder und Jugendliche werden doch leicht abgelenkt durch die digitalen Medien.“ Ebenso gut, dass es für diese gewachsene Bedeutung jetzt mit dem Metropol-Kino auch ein eigenes Domizil für Unterricht und Konzerte gibt. „Das ist ein wunderbares Abschiedsgeschenk gewesen“, freut sich Meyer denn auch. Er werde regelmäßig Gast dort sein und einfach die Musik genießen.

Ab 1. September will der Ruheständler sich verstärkt um das heimische Haus in Ried kümmern. „Viel mehr Bewegung“ mit Radfahren und Wandern stehen auf dem Programm. „Und Musik machen“, schmunzelt Meyer. „Hauptsächlich Klavier.“ Eine Idee hat er: „Vielleicht fange ich wieder Hackbrett an.“

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