Sehnsucht nach neuer Politik

„Penzberg Miteinander“: Stadtrat Markus Bocksberger gründet eigene Liste

„Die besten Antworten finden wir nur gemeinsam“: Markus Bocksberger.

Penzberg – Markus Bocksberger, der Ende November vergangenen Jahres aus Unzufriedenheit über den Führungsstil von Bürgermeisterin Elke Zehetner aus der SPD ausgetreten ist und seither als fraktionsloses Mitglied dem Stadtrat angehört, gründete eine eigene Liste für die Kommunalwahl im März 2020.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt hat die neue Liste „Penzberg Miteinander“ am kommenden Montag, 16. September, um 19.30 Uhr im Café Extra, das passenderweise von Bocksberger betrieben wird. „Die Sehnsucht nach einer neuen Politik für unsere Stadt hat uns in vielen Gesprächen zu einer immer größeren Gruppe wachsen lassen“, sagt Bocksberger den Entstehungsprozess der „neuen Politik für Penzberg“. Unter neu versteht er vor allem „die Art der politischen Kommunikation innerhalb der Gruppierung“. Soll heißen: „Für die komplexen Herausforderungen unserer Stadt kann es keine Alleingänge geben. Die besten Antworten finden wir nur gemeinsam.“ 

Dass Bocksbergers Austritt aus der SPD kein Hinweis auf seinen Abschied aus der Lokalpolitik nach nur einer Legislaturperiode im Stadtrat sein würde, war rasch klar. Nach einem kurzen, aber ergebnislosen Flirt mit der FLP um André Anderl war es dann aber ruhig geworden um Bocksbergers politische Ambitionen. Erst vor ein paar Wochen gab es dann erste Anzeichen, dass er im Hintergrund an einer eigenen Liste arbeitet. 

„Penzberg Miteinander“ will sich als Sammelbecken aller politisch interessierten Penzberger, von Schwarz bis Grün, verstehen. Lediglich Rechtspopulisten und AfD-Sympathisanten will man nicht dabei haben. „Uns geht es nicht um Parteipolitik, sondern darum, die besten Lösungen für Penzberg zu finden“, so Bocksberger. Ihm und seinen Mitstreitern sei es wichtig, dass „wir unsere Ideen nicht einfach nur vorstellen, sondern alle aktiv daran mitwirken können“. 

Deshalb findet nun am Montag ein erster gemeinsamer Austausch im Café Extra statt. Dabei soll auch eine ganz neue Form der Gesprächskultur etabliert werden: die des „World Cafés“, eine von zwei amerikanischen Unternehmensberatern entwickelte Methode. Deren Ziel ist es, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, ganz so wie im normalen Straßencafé oder in der früheren Salon-Kultur. Um die Diskussionen zu vertiefen, wechseln die Teilnehmer mehrmals die Tische, so dass die Gruppen etwa alle 15 Minuten durchgemischt werden, ehe es am Ende eine Abschlussrunde gibt. Nach diesem Auftakt wird es dann am 14. Oktober ernst: Dann nämlich will „Penzberg Miteinander“ die Liste mit den Stadtratskandidaten aufstellen und den Bürgermeisterkandidaten nominieren. Dass an diesem Abend Bocksberger selbst zum Herausforderer von Rathaus­chefin Zehetner gekürt wird, gilt als äußerst wahrscheinlich. Und dann muss die neue Liste für die Zulassung zur Kommunalwahl noch eine formelle Hürde nehmen und im Rathaus die Unterschriften von 180 Unterstützern einreichen. la

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