Kein Grill, keine Kerze, kein Gas

Nach Bränden im Breitfilz: Stadtrat erlässt umfangreiche Verbote und droht mit Bußgeld

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Da ist nichts mehr übrig: Diese Hütte im Breitfilz ist komplett abgebrannt. Damit sich so etwas nicht wiederholt, erließ der Stadtrat nun zahlreiche Verbote.

Penzberg – Nachdem im Breitfilz in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal eine Hütte abgebrannt ist, beschloss der Stadtrat eine ganze Reihe von Verboten.

Am Dienstag erließ das Gremium eine Allgemeinverfügung. Darin wird sämtlichen Personen, die das Filz betreten (und damit nicht nur den Pächtern) verboten, Öfen, Feuerstellen oder einen Grill zu betreiben. Sogar das Entzünden von Kerzen ist jetzt untersagt. Zuwiderhandlungen sollen geahndet werden, die Rede war von einem Ordnungsgeld zwischen 300 und 1.000 Euro. Und auch Kontrollen durch die Polizei wurden angekündigt.

Zwar blieb es bei den beiden Bränden im Breitfilz beim Sachschaden für die jeweiligen Hüttenbesitzer. Doch ein Feuerwehrmann wurde bei den jüngsten Löscharbeiten verletzt, er kam ins Krankenhaus. Entsprechend sah sich Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann nun genötigt, dem Stadtrat die Allgemeinverfügung vorzuschlagen. Dazu holte sich die Stadtverwaltung von der Kanzlei Tacke Krafft – sie beriet das Rathaus auch in Sachen Wiederöffnung der Badestege – Rat ein. Die Einschätzung der Juristen: „Wo kein Feuer, da kein Brand“, fasste Bürgermeisterin Elke Zehetner die juristische Expertise zusammen. Und sie schob hinterher: „Zwei Hütten haben inzwischen gebrannt, Funken und angekokelte Blätter flogen bis zum Aldi-Parkplatz, und das bei der aktuellen Waldbrandgefahr. Es hilft einfach nichts, wir müssen unser Handeln überdenken.“

 Inzwischen liegt im Rathaus der Entwurf eines Sachverständigen für Brandschutzmaßnahmen im Breitfilz vor. Kernpunkte sind die Verbesserung der Zufahrts- und Zugangsmöglichkeiten für die Feuerwehr zu den Parzellen, die Aufrüstung der Löschwasserversorgung, ein Übersichtsplan für den Feuerwehreinsatz sowie Hinweistafeln mit den wichtigsten Regeln zur Vermeidung von Brandgefahren. Und da machte der Stadtrat nun ernst: Nach intensiver Diskussion sind nun offene Feuer und das Verwenden eines Grills verboten. „Das Grillen zu verbieten ist schmerzlich“, räumte Ordnungsamtsleiter Holzmann ein. Doch für den klassischen Filzbetrieb sei ein Ofen, Feuer oder Grill schlicht nicht nötig. „Bis eine Lösung für die Lösch­wasserversorgung gefunden ist, müssen wir kontrollieren und bei Zuwiderhandlung auch Bescheide formulieren“, so Holzmann. Bürgermeisterin Zehetner wurde da noch konkreter: „Die Geldbuße muss weh tun, dann spricht sich das rum.“ Ärgerlich sei, dass sich viele der Pächter an die Spielregeln hielten, „einige wenige aber eben nicht“. Laut der Allgemeinverfügung sind auch das Lagern brennbarer, leicht entzündlicher Stoffe wie Benzin, Gas, Batterien und Akkus) sowie von Papier und Kartonagen untersagt. Das gilt ferner auch für den Betrieb von elektrischen Geräten auf den Parzellen und in den Gebäuden. Auch die Entsorgung von Abfällen außerhalb der vorgesehenen Behältnisse ist ab sofort auf dem Index. 

Während Feuerwehrkommandant Christian Abt den Betrieb von Gasgrills noch hätte dulden können, blieb der Stadtrat konsequent und verbot auch diese Geräte. Abt hatte aber auf die Gefahren hingewiesen, die von Photovoltaikanlagen ausgehen. Die hätten zumeist Umrichter, die Spannung auf 220 Volt erzeugen würden. „Die Anlagen sind meist nicht fachmännisch installiert und nicht abgesichert“, sagte er. Der Stadtrat nahm den Hinweis dankbar auf und verbot auch diese Anlagen. Jan Pfeil der Leiter der Penzberger Polizei begrüßte das nun mögliche Bußgeld. „Beim ausgesprochenen Nutzungsverbot durch das Landrats­amt fehlt das Sanktionswesen“, sagte er mit Blick auf die bislang geltende Regelung. arr

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