Start ohne Schweiß

Penzberger Volkshochschule darf nach drei Monaten Lockdown wieder öffnen

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Bald nicht mehr verschlossen: die Vhs-Räume in der Rathauspassage.

Penzberg – Drei Monate lang ging gar nichts mehr, zumindest nichts von Angesicht zu Angesicht. Die Mitarbeiter der Volkshochschule (Vhs), die wegen Corona seit Wochen geschlossen ist, bauten zwar ein umfangreiches Online-Angebot auf, doch schmerzlich vermissten sie die Persönlichkeit und Herzlichkeit. Nun öffnet die Vhs mit rund 40 Kursen und einigen Einzelveranstaltungen wieder die Türen statt die Laptops, wobei das Digitale nun eine feste Größe im Programm sein soll.

Am morgigen Montag ist es soweit: Katja Wippermann, die Leiterin der Vhs, kann es kaum erwarten. „Die vergangenen Wochen waren für das Team sehr arbeitsintensiv“, sagt sie. Mitte März musste der Kursbetrieb abrupt unterbrochen werden. „Die rund 80 Dozenten und die Teilnehmer in den knapp 250 Kursen hingen buchstäblich in der Luft“, so Wippermann. Kurz darauf weitete die Volkshochschule ihre Online-Angebote aus, ehe Ende Mai dann die lang ersehnte Nachricht kam, dass die Volkshochschulen wieder öffnen dürfen. „Zu diesem Zeitpunkt hatten wir den Hygie­neplan für die Räume in der Rathaus­passage bereits fertig ausgearbeitet“, betont Wippermann. Um Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, wurden die Tische weiter auseinander gerückt, und in den Gesundheitsräumen zeigen jetzt Bodenmarkierungen, wo die Yogamatten zu liegen haben. Wer bei Fitnesskursen ordentlich ins Schwitzen kommen möchte, der muss sich noch gedulden, denn schweißtreibende Sportangebote wird es in diesem Semester nicht geben. „Hier wollen wir die weiteren Entwicklungen erst abwarten“, meint Wippermann, die lächelt, wenn sie auf die Buchungsliste blickt. Vor allem die Gesundheitskurse sind gut nachgefragt. Diese sind nun aber deutlich kleiner: „An unseren Bewegungskursen können nur noch neun bis zehn Personen teilnehmen“, bedauert die Vhs-Leiterin. Zuvor waren es bis zu 15 Teilnehmer. Die Folge: Die Kurse sind schnell ausgebucht.

Etwas schwieriger ist die Umsetzung der Sprachkurse. Diese können nun nicht wie gewohnt in der Mittelschule stattfinden, sondern müssen in die Rathauspassage umziehen. Dort beschränken kleine Räume die Kursgrößen auf maximal sieben Teilnehmer. Mit Blick auf die geschrumpften Kapazitäten meint Wippermann nüchtern: „Einen finanziellen Gewinn werden wir mit diesem neu startenden Kursprogramm nicht erwirtschaften können.“ Doch darauf kommt es ihr nicht an, man wolle „auch aus der Verantwortung für die Kursleiter“ wieder starten. Zwar hat die Bayerische Staatsregierung einen Rettungsschirm von 30 Millionen Euro bewilligt, um Einrichtungen der Erwachsenenbildung und Dozenten an den Volkshochschulen zu unterstützen. „Aber wie genau dieser Rettungsschirm aussehen wird, ist noch nicht klar“, sagt Wippermann. Die Vhs blickt aber nicht nur auf den Sommer, sondern auch auf den Herbst. Trotz unsicherer Lage wollen die Einrichtungen im Pfaffenwinkel, darunter die Penzberger Vhs, ein Programmheft drucken. „Wir halten es für ganz wichtig, präsent zu sein und ein weitgehend normales Angebot zu machen“, erklärt Wippermann. Nichtsdestotrotz rüstet sich die Vhs für eine zweite Corona-Welle. Manche Kurse werden dann mit der Option angeboten, im Falle eines erneuten Lockdowns online fortgeführt zu werden. Außerdem wird das Angebot an Webinaren und Online-Vorträgen erweitert. Und da sucht die Volkshochschule noch dringend Unterstützung, nämlich Kursleiter, die entsprechende Kompetenz vermitteln möchten, um Teilnehmern den Umstieg in die digitale Welt zu erleichtern. ra

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