Beim Krönungsball läuten Penzbergs Narren die heiße Faschingszeit ein

Den Rathausschlüssel erobert

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Erst den Rathausschlüssel erobert und dann eine kesse Sohle aufs Parkett gelegt: Prinz Tobias I. und Prinzessin Christina I. machten sowohl auf der Bühne mit Maxi Eller vom Elferrat und Bürgermeisterin Elke Zehetner wie auch bei ihrem Showtanz eine sehr gute Figur.

Penzberg – Narren regieren die Stadt: Beim Krönungsball in der Stadthalle überlässt Bürgermeisterin Elke Zehetner dem Prinzenpaar den Schlüssel für das Rathaus. Eine temporäre Machtübernahme, die mit Humor und Hüftschwung gefeiert wurde.

Jetzt haben die Narren die Macht in der Stadt übernommen: Beim Krönungsball in der ausverkauften Stadthalle nahmen Prinzessin Christina I. von den Loisachauen und Prinz Tobias I. von den Feuerkobolden den Rathausschlüssel von Bürgermeisterin Elke Zehetner entgegen. Und sie bewiesen dabei zusammen mit ihrem Hofstaat, dass sie mit einer gehörigen Portion Humor in die fünfte Jahreszeit starten. 

Gespannt erwartete das Publikum den Auftritt von Hofstaat und Garde. Und man wurde nicht enttäuscht, als das ganze närrische Aufgebot in den Saal einmarschierte. Bürgermeisterin Elke Zehetner gab da bereitwillig eine Kapitulationserklärung ab und erinnerte an den 11. November, als um 11.11 Uhr das Geheimnis um das neue Faschingsprinzenpaar gelüftet wurde: „Im Jubiläumsjahr der Stadt haben wir ein Feuerwehrprinzenpaar“, rief sie aus und meinte zu den Regenten: „Macht‘s was draus!“ Tobias I. und Christina I. nahmen also den Rathausschlüssel entgegen und betonten, dass ab sofort bis zum Kehraus alles nicht mehr so todernst genommen werden dürfe. Vielleicht mag dies auch der Stadtpolitik gar nicht schaden. Prinz Tobias ist davon jedenfalls fest überzeugt, denn mit Blick auf die in der Vergangenheit nur temporäre Machtübernahme erklärte er: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Bürgermeisterin den Schlüssel auch wieder zurückhaben möchte.“ 

Die neuen Machthaber verwiesen jedenfalls auf die nun geltenden Faschingsregeln: Mit einem Seitenhieb auf die neue Datenschutzrichtlinie hatten sie all jenen Besuchern, die nicht fotografiert werden wollten, Narrenkappen mit aufgedruckten Verbotsschildern mitgebracht. Und während man früher auf Bällen die Faschingsfreundinnen und Faschingsfreunde begrüßt habe, werde man nun dem Genderwahn Rechnung tragen und künftig „männlich, weiblich und divers“ begrüßen – passend dazu gab es auch hier entsprechende Kappen. Bleibe nur zu hoffen, dass diese Regelung nicht wieder vom Landratsamt gekippt werde und die Kreisbehörde diesmal auch den Gaudiwurm nicht gängele. Prinz Tobias legte den Besuchern von Faschingsbällen in der Stadthalle zudem nahe, ihre Getränke jeweils gleich zu bezahlen, schließlich könne man nicht garantieren, dass am Ende der Veranstaltung noch der gleiche Wirt das Sagen habe wie zu Beginn der Veranstaltung. Probleme mit der Sperrstunde wie beim Volksfest werde man übrigens nicht haben: „Wir machen es einfach wie in der hohen Politik: Wir halten dann einfach die Uhren an.“ 

Für Stadträte wie Wolfgang Sacher, so fabulierte der Prinz weiter, halte Bürgermeisterin Zehetner künftig ein von Roche zusammengebrautes Beruhigungsmittel bereit, das vor Sitzungen verabreicht werde. Und angesichts des möglichen SPD-Bürgermeisterkandidaten Andreas Vetter bekomme der Begriff Vetternwirtschaft in Penzberg ohnehin eine neue Bedeutung. 

Die Regenten kündigten an, so richtig sparen zu wollen, um endlich das Blaulichtzentrum in der Layritzhalle zu verwirklichen. Einnahmen könnten über eine neue Espressobude an der Sparkasse generiert werden, denn die Rotphasen an der dortigen Fußgängerampel reichten locker, um einen Kaffee zu trinken. 

Bei den anschließenden Walzer- und Showtanz-Vorführungen bewiesen die neuen Regenten großes Engagement auf dem Parkett. Das Publikum forderte prompt eine Zugabe ein. Derart motiviert füllte sich schließlich auch schnell das Parkett, wo bis spät in die Nacht ausgelassen getanzt wurde. arr

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