Noch immer am Nagen

In Penzberg bauen Biber am Säubach ihre Dämme, welche aber nur von kurzer Dauer sind

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Bekommt es nicht unbedingt mit, wenn jemand ein Foto knipst: Ein Biber hat sehr kleine Ohren, damit beim Tauchen kein Wasser in den Gehörgang gelangt.

Penzberg – Anfang des Jahres machten Johann Eßel vom Stadtbauamt und Walter Heußler, Biberberater, im Landkreis Weilheim-Schongau, darauf aufmerksam, an wie vielen Stellen in Penzberg der Biber baut, staut und nagt. Wenige Monate später hat sich an der Situation nicht sehr viel geändert. „Man schaut zu, wie sich das entwickelt“, meint Heußler.

Über zu wenig Einsätze kann sich Walter Heußler nicht beklagen. Immer wieder wird der Biberberater gerufen, wenn ein Nager überfahren wurde, mit einer Burg oder einem Damm für eine Überschwemmung gesorgt hat oder sich in einen Garten geschlichen hat. „Biber sind überall, wo Gewässer sind“, sagt Heußler, „die Region ist übersättigt.“ Der Biber hat nun einmal keine natürlichen Feinde, „außer sich selbst und die Straße“, betont der Experte. Zum neunten Mal hat Heußler vor kurzem einen Biber aus dem Bassin bei Schönmühl gefischt, und neulich wurde mal wieder ein Tier auf der B472 von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Doch nicht allein der Biber kommt zu schaden, auch seine Umgebung, denn der fleißige Nager hat es auf Bäume abgesehen, die er fällt, um an deren frische Blätter zu gelangen. Die Schäden, die dabei im Landkreis entstehen, sind laut Heußler „immens“. Doch sich einfach der Tiere entledigten, die sich seit Jahren fleißig vermehren, ist nicht möglich. „Der Biber unterliegt nicht dem Jagdrecht“, sagt Heußler. Dennoch kann der Burgenbauer legal entnommen werden, im vergangenen Jahr war das allein in Bayern über 2.100 Mal der Fall und damit deutlich öfter als in den Jahren zuvor. 

Auch Johann Eßel vom Stadtbauamt weiß um das unermüdliche Treiben des Nagers, grenzt dieses, im Gegensatz zu Heußler, aber ein: „Zur Zeit ist er am Säubach an zwei Stellen am Werkeln“, so Eßel. Zum einen treibt sich der Biber hinter der Sporthalle an der Birkenstraße nahe der Tennisplätze herum, zum anderen sind ein paar Nager ab der Freiheit in Richtung Kläranlage tätig. Doch dort seien bislang keine Schäden entstanden. Dämme, die in den vergangenen Wochen von den Bibern in mühevoller Arbeit errichtet wurden und ein Überschwemmungsrisiko bargen, „wurden nach Rücksprache mit dem Biberbeauftragten entnommen“, sagt Eßel. ra

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