Problembiber 2.0

Am Schleußbach hat sich wieder ein Nager angesiedelt, der soll nun aber entfernt werden

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Same procedure as every year: Das Schleußbach-Revier ist unter Bibern ein Hotspot, sehr zum Leidwesen von Gemeinde, Landratsamt und Bahn.

Kochel – Wenn auf dem Geh- und Radweg zwischen Kochel und Ort das Wasser steht, dann heißt es wieder: Biberalarm. Wie Bürgermeister Thomas Holz berichtet, hat sich am Schleußbach schon wieder einer Nager ans Werk gemacht hat. Nun ist das Tier zum Abschuss freigegeben.

Die Dämme des Nagers wurden inzwischen schon zwei Mal entfernt, was der Biber jedes Mal mit einem Neubau quittierte. Weil er in der Nachbarschaft zum Bahngleis mit Blick auf die Folgen für einen sicheren Bahnbetrieb nicht geduldet werden kann, hat das Landratsamt das in Europa streng geschützte Tier jetzt zur Entnahme, respektive zum Abschuss freigegeben. 

Vor bald drei Jahren hauste neben dem Bahngleis zwischen Kochel und Ort schon einmal ein extrem fleißiger, äußerst ortstreuer Biber, der sämtliche Versuche, ihn zu vertreiben, ignorierte und in beeindruckender Schnelligkeit zerstörte Dämme wiederaufbaute. Ein Elektrozaun brachte damals den Erfolg, der pelzige Geselle hielt sich wenigstens von der Bahnüberführung fern, der Schleußbach konnte wieder ungehindert durchfließen. Eine Lösung auf Dauer war dies jedoch nicht. „Der Elektrozaun hat ein paar Monate gehalten, dann hat der Biber ihn eingebaut“, schildert Kochels ehrenamtlicher Biberberater Gernot Walther. Außerdem reiche ein in den Zaun fallender Zweig und es gebe einen Kurzschluss. „Es war einen Versuch wert“, resümiert Walther. 

Weil sich das Wasser am Bahnkörper aufstaut, ist die Deutsche Bahn für die Lösung des Problems zuständig. Nachdem diese durch die Gemeinde vom Bibertreiben informiert worden war, ließ sie auch Damm Nummer eins entfernen. Nummer zwei wurde dann von der Gemeinde entfernt. Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt habe dazu, und auch zum Abschuss des Tieres, die Genehmigung erteilt, erläutert Walther. „Ich mag den Biber gerne“, sagt er, aber es gebe ein paar Stellen im Landkreis, wo er zu ernsthaften Problemen führe, etwa bei Kläranlagen, Bahngleisen oder wenn Existenzen bedroht seien. 

Mit der Entnahme kennt sich Walther aus, denn aufgrund der großen Population wird ein verwaistes Revier über kurz oder lang von einem jungen Biber auf Nestsuche wieder besetzt. So war es auch vor gut zwei Jahren, weshalb in der Folgezeit mehrmals Nager mit Genehmigung entnommen wurden. „Dann war ein Dreivierteljahr Ruhe, jetzt geht’s aber wieder los“, stellt er fest. „Wenn’s friert und glatt wird, sind die Wasserlachen auf dem beliebten Rad- und Fußweg ein Problem“, erklärt Bürgermeister Holz. Weil zudem die DB keine Schäden durch dauerhaft unterspülte Bahnkörper riskieren will, ist die Entnahme des Bibers alternativlos. „Bislang haben wir ihn aber noch nicht erwischt“, teilt Biberberater Walther mit. cw

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