Kuriosum im Idyll

Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch wird ein prächtiges Dorffest beschert

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Eine Szene wie aus einem Bilderbuch: Das Patrozinium der Nantesbucher Kirche zeigte ein Bayern wie aus längst vergangenen Tagen.

Penzberg – Ein Schnurhut sitzt auf dem Kopf, die perlmuttfarbenen Schürze flattert bei jedem Schritt, rote Rosen zieren den Balkon des schwarzen Mieders und auf der Rückseite des Panzers blitzt ein kleiner Engel hervor. Das Nantesbucher Dorffest brachte bilderbuchreife Szenen hervor.

Mit dem Patrozinium der Nantesbucher Kirche Maria Himmelfahrt sowie dem gemeinsamen Jahrtag der beiden Penz­berger Trachtenvereine Birk‘n­stoana und Loisachtaler Maxkron gingen die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Stadtjubiläum in die jüngste Runde. Strahlender Sonnenschein sollte die Teilnehmer am Festumzug und später beim Nantesbucher Dorffest begleiten.

Welch ein Idyll: Der Festzug, der von Oberhof nach Nantesbuch führte, bescherte allen, die den Weg mit einer um den Hals baumelnden Kamera säumten, unzählige Postkartenmotive. Fein herausgeputzte Trachtler, die Stadt- und Bergknappenkapelle schneidig vorneweg, und die alten Bauernhöfe im Hintergrund. Dazu die Bergkulisse, die auf der Anhöhe von Nantesbuch besonders imposant aus der Ferne grüßt. Schade nur, dass zumindest frühmorgens nur wenige Besucher den Weg in den nördlich von Penzberg gelegenen Ortsteil fanden.

Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch wird ein prächtiges Dorffest beschert

Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr
Patrozinium und Trachtenjahrtag: Nantesbuch feierte ein pittoreskes Dorffest bei strahlendem Sonnenschein. © arr

Iffeldorfs Pfarrer Gabriel Haf wies beim Gottesdienst auf ein Kuriosum hin: Denn obwohl Nantesbuch politisch zu Penzberg gehört, zählt es kirchlich zur Pfarrgemeinde St. Vitus in Iffeldorf. Haf hatte zudem eine Landkarte aus dem Jahr 1655 mitgebracht und darauf gezeigt, dass damals bereits Weiler wie Haselberg, Nantesbuch und St. Johannisrain aufgeführt waren, „von Poen­nensberch ist aber noch keine Rede“. Penzberg, so mutmaßte Haf, sei wohl noch zu unbekannt gewesen. Die kleine Schwester sei den Nantesbuchern dann freilich doch irgendwann über den Kopf gewachsen und gar „ihre Mutter“ geworden. Und, so fügte er hinzu: Man fühle sich in Penzberg auch gut aufgehoben. Außerdem habe die Zwitterstellung der Nantesbucher Kirche durchaus praktische Vorteile. „Wenn wir etwas restaurieren müssen, dann können wir sowohl in Penzberg als auch in Iffeldorf um Zuschüsse betteln gehen“, meinte der Geistliche mit einem breiten Grinsen. 

Das war 1836 noch nicht möglich: Am 14. Juli jenes Jahres zerstörte ein verheerender Brand nicht nur drei der vier Urhöfe, sondern auch die Salvatorkapelle. Doch bereits vier Jahre später konnte die an gleicher Stelle im neuromantischen Stil erbaute Kirche Maria Himmelfahrt geweiht werden. Im Jahr 1854 erfolgte die erste Erweiterung, ehe 1873 der Glockenturm errichtet wurde. Den Glocken war zunächst allerdings keine Langlebigkeit beschert: Während der beiden Weltkriege wurden sie eingeschmolzen, um daraus Kanonen zu formen. Im Jahr 1958 hat es dann schließlich neue Glocken gegeben, die seither ihren Dienst verrichten. Und auch beim Patrozinium schickten sie ihren vollen Klang in die Weite. Die Trachtler, die ihren Jahrtag des Dorffestes wegen diesmal nach Nantesbuch verlegten, zogen zu drei Salutschüssen der Böllerschützen nach dem Gottesdienst schließlich wieder in Richtung Oberhof, um an der Wegkapelle mit einer Kranzniederlegung der verstorbenen Trachtler zu gedenken. Danach stand dann das Dorffest an: Auf dem Gelände der Zimmerei Lenk war ein Zelt aufgebaut, wo bei Musik und bayerischen Schman­kerln bis in den frühen Abend hinein ausgiebig gefeiert wurde. arr

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