Der Negativtrend hält weiter an

Neue Hoffnungen für das ehemalige Hotel Post: Eigentümer Michael Deckel will die Immobilie an die Gemeinde verkaufen, die Gebäude und Grundstück an einen Investor weitergeben will.

Die Gäste- und Übernachtungszahlen in Bad Heilbrunn zeigten auch im vergangenen Jahr den schon gewohnten Trend: Es ging auch 2010 weiter nach unten. Bei den Gästeankünften musste ein Rückgang von 12.505 (2009) auf 11.890 (2010) verkraftet werden, was ein Minus von 5,1 Prozent bedeutet. Bei den Übernachtungen war der Rückgang mit 3,7 Prozent nicht ganz so hoch, hier sank die Zahl von 153.573 auf 147.895.

Derartige Vergleiche sind allerdings mit Vorsicht zu bewerten, denn ein Großteil der Gäste und der Übernachtungen geht auf die Rechnung der Fachklinik. Das dürften rund vier Fünftel sein. Genaue Zahlen, was nun den Privatvermietern und der Klinik zuzurechnen ist, werden aus Datenschutzgründen in Bad Heilbrunn traditionsgemäß nicht bekannt gegeben, wie überhaupt umstritten ist, ob die Kliniken (es gibt ja auch noch die Leonardis-Klinik) zu den allgemeinen Übernachtungszahlen überhaupt hinzu gerechnet werden dürfen. Ein Minus ist allein schon dadurch entstanden, weil die Fachklinik durch die Umwandlung vieler Zweibettzimmer in Einbettzimmer zwar den Komfort vergrößert, ihre Kapazität aber im gleichen Maße verkleinert hat. Aus diesem Grund haben die Kliniken ein Minus von 5.166 Übernachtungen zu verzeichnen. Bei Ferienwohnungen, Bauernhöfen und Privatvermietern belief sich die rückläufige Zahl auf 380 und bei Gasthäusern, Hotels sowie den Pensionen waren es noch 139 Übernachtungen weniger. Auch das Bettenangebot ist bei Privatvermietern durch altersbedingte Schließungen der Häuser rückläufig gewesen. Bürgermeister Thomas Gründl wollte diese Entwicklung dennoch nicht allzu negativ bewerten. Denn bezogen auf die noch vorhandenen Betten seien die Übernachtungszahlen „sogar leicht gestiegen“, wie er erklärte. Neue Hoffnungen hegt man in der Gemeinde, dass es für das leer stehende Hotel Post und das ebenfalls nicht in Betrieb befindliche Sanatorium Strauß bald wieder Investoren gibt. Bei der Post, die sich im Eigentum von Michael Deckel befindet, ist laut Gründl der Notariatsvertrag für den Verkauf an die Gemeinde unterschriftsreif. Die Augustiner-Brauerei, die lange als Investor gehandelt wurde, hat allerdings ihr Entwicklungsangebot wieder zurückgezogen. Der Bürgermeister spricht aber von einem neuen Investor, der Interesse zeige. Gründl hofft, dass „spätestens in einem halben Jahr“ die Verträge unterzeichnet werden kön- nen. Ähnliches weiß der Bürgermeister über das Sanatorium Strauß zu berichten. „Die Eigentümerfamilie würde gerade einen Angebotsvertrag erstellen“, sagt er. Auch hier spricht Gründl vorsichtig von einem „Investor“. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Beim größten Problem, der Kurhotel-Ruine und der Wandelhalle, ist aber weiter keine Bewegung in Sicht. Hier sträubt sich Max Hoefter von der Jodquellen-AG immer noch, am Bebauungsplan mitzuwirken. Wahrscheinlich, weil er gar nicht investieren, sondern nur verkaufen will.

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