Geschwungen und doch klar

Vorplatz des neuen Familienbades: Planung stößt im Bauausschuss auf viel Gefallen

+
Viel Grün und Wege mit einem hellen Belag: So soll der Vorplatz des neuen Hallenbades, der beiden Turnhallen und des Parkhauses einmal aussehen.

Penzberg – Der Neubau des Familienbads nimmt Formen an, zumindest auf dem Papier: Der Bauausschuss hat am Dienstagabend den Vorentwurf zur Gestaltung des Vorplatzes nebst den Freianlagen freigegeben und das zuständige Architekturbüro Liebald und Aufermann mit den weiteren Planungsschritten beauftragt. Wie Planerin Ingrid Liebald erläuterte, beinhalte der Umgriff ihres Entwurfs den Vorplatz des neuen Bads zwischen den beiden Sporthallen und erstrecke sich bis zum Blockheizkraftwerk, dem künftigen Parkhaus, zur provisorischen Kindertagesstätte an der Birkenstraße bis hin zu den Tennisplätzen im Süden.

Grundlage für die Planung sei der Beschluss des Stadtrats gewesen, der sich im Januar dazu durchgerungen hatte, das Parkhaus mit seinen 160 Stellplätzen nun doch unmittelbar an die Birkenstraße zu platzieren – eine Entscheidung, die Liebald ausdrücklich begrüßte. Sieht man von einer einmaligen Überquerung der Birkenstraße ab, ist die Erschließung für Radfahrer und Fußgänger nahezu autofrei. Laut Liebald seien in Abstimmung mit dem Brandschutz drei „Bewegungsplätze“ vorgesehen, als Sammelplatz, aber auch für den Anlieferverkehr, für die Schwimmbadtechnik, die Küche sowie die Müllentsorgung. Zwar wolle man möglichst wenige Fahrzeuge auf dem Vorplatz haben, „dennoch wird man sich über Hol- und Bringverkehr Gedanken machen müssen“, so die Planerin. 

Bei der Platzgestaltung sei neben funktionalen Aspekten vor allem die Überlegung eines „Leitbildes der Biologie in der Stadt“ eingeflossen. Und hier vor allem „die besonders seltenen und faszinierenden Moore“. In Abstimmung mit den Gartenplanern des Familienbades, wo ein ähnliches Thema gewählt wurde, sowie den Maßnahmen des Hochwasserschutzes entlang des Säubaches sind dies folgende Elemente: Birken, vereinzelt Nadelbäume, Gräser, Moose, Holz sowie Natursteine. Daraus sollen großzügig modellierte Inseln und Sichtachsen geformt werden. Die Lenkung der Besucher wiederum erfolgt über einen hellen, fugenlosen Belag, der die Inseln umgebe. Der Belag wird aus schwerlasttauglichem Asphalt bestehen, darauf käme eine Klebeschicht mit unterschiedlich großen Steinen. Durch diese Paarung unterschiedlicher Oberflächen werde der Platz in Bewegungs- und Verweilflächen aufgeteilt. Im Eingangsbereich sind zudem Poller, Fahnen und Sitzbänke aus unbehandeltem Holz vorgesehen. 

Jack Eberl (FLP) lobte die „Geschwungenheit“ des Entwurfs mitsamt der sich verengenden Wegführungen: „Und dabei ist es trotzdem gelungen, Feuerwehrzufahrt , Lieferverkehr sowie Hol- und Bringverkehr zu berücksichtigen.“ Ideal sei die vorgeschlagene Absenkung des Parkhauses durch eine Stützmauer. So werde das Parkdeck nochmals um fast eine Etage tiefer, hob Eberl hervor. Auf seine Nachfrage erklärte Liebald, dass dies keine Auswirkungen auf den angedachten Kreisverkehr habe. Eine Machbarkeitsstudie habe nämlich gezeigt: „Ein dreiarmiger Kreisel und das Parkhaus lassen sich vereinbaren.“ 

Armin Jabs (BfP) lobte, dass bisher dank einer Schranke am Wellenbadvorplatz der Hol- und Bringverkehr ausgelagert war. Die Option der Schranke sei nach wie vor da, aber eben derzeit nicht vorgesehen, so Liebald. Auf jeden Fall würden Schilder aufgestellt, schon wegen der Feuerwehranfahrtszone. Ihr Ziel ist, dass der Vorplatz durch Einengung und optische Veränderungen bei den Autofahrern ein Gefühl des Unwohlseins hervorrufe und sie so daran hindere, ihre Fahrzeuge auf Freiflächen zu parken. 

Sebastian Fügener (Grüne) fand ebenfalls Gefallen an der Planung. „Da fühlt man sich etwas wie in einem Garten, wenn man zum Bad geht“, sagte er anerkennend. Der Hol- und Bringverkehr gehöre aber berücksichtigt. Denn Kinder, die zum Sportangebot am Nachmittag kommen, würden nun mal meist mit dem Auto gebracht und abgeholt. Fügener schlug deshalb einen Eingangsbereich oder eine Zufahrt am Parkhaus vor, die einlädt, jemanden nur kurz aussteigen zu lassen. Fußgänger und Radfahrer sollten zudem mehr bevorzugt werden. Liebald kann sich Kurzzeitparker vor dem Parkhaus vorstellen, „das hängt aber maßgeblich von der Parkhausplanung ab.“ Bürgermeister Stefan Korpan fragte schließlich noch nach einem Busparkplatz. Ordnungsamtsleiter Peter Holzmann verwies hier auf den Friedhofsparkplatz: Dort könnte auch ein größeres Fahrzeug wie ein Bus oder ein Wohnmobil Platz finden. Einstimmig billigte das Gremium letztlich den Vorentwurf und beauftragte Ingrid Liebald mit den nächsten Planungsschritten. dd

Auch interessant

Meistgelesen

Vorplatz des neuen Familienbades: Planung stößt im Bauausschuss auf viel Gefallen
Vorplatz des neuen Familienbades: Planung stößt im Bauausschuss auf viel Gefallen
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Bund unterstützt Sanierung des Südarkadentrakts mit 7,6 Millionen Euro
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Antdorfer Plattler-Nachwuchs hat seine Proben wieder aufgenommen
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs
Rennen am Kesselberg: Autofahrer mit „extremen Geschwindigkeiten“ unterwegs

Kommentare