Für große Familien

Richtfest an der Bürgermeister-Rummer-Straße

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Richtspruch mit Abstand: Zimmerer Hardi Lenk (oben rechts) auf gewohntem Terrain, während Rathauschef Stefan Korpan (oben links) nichts anderes übrig blieb, als über provisorische Leitern in luftige Höhen hinauf zu steigen.

Penzberg – Als vor mehr als anderthalb Jahren klar wurde, dass es an der Bürgermeister-Rummer-Straße für die Gebäude mit den Hausnummern 26 bis 30 keine Rettung mehr gab, waren nicht alle begeistert. Schließlich ging es um den Erhalt einer der schönsten Straßen in Penzberg. Mit ihrer Bausubstanz erinnert die Bürgermeister-Rummer-Straße an die Entstehungsgeschichte der Stadt, doch aus statischen Gründen musste das Gebäude mit den drei Reihenhäusern abgerissen werden. Jetzt nimmt der Neubau an gleicher Stelle immer mehr Gestalt an. Und wie es sich gehört, lud Bürgermeister Stefan Korpan nun Planer und Handwerker zum Richtfest ein für den Rohbau, der künftig große Familien beherbergen soll.

Der Rohbau des Dreispänners steht, nach nur zehn Monaten Bauzeit – trotz Corona. Zwar hatte es das Landesamt für Denkmalpflege abgelehnt, den Straßenzug unter Ensembleschutz zu stellen, doch im Rathaus, insbesondere im Bauamt, zeigte man sich gewillt, sensibel mit baulichen Veränderungen in der Straße umzugehen. Also nimmt die Nordfassade des Neubaus zur Straßenseite hin die Charakteristika der Nachbarhäuser auf. Ein Detail konnte Architekt Stephan Jocher aber nicht verwirklichen: Ein Hochparterre wird es nämlich nicht mehr geben. Das sei der Barrierefreiheit geschuldet, die wegen der staatlichen Förderung für den sozialen Wohnungsbau gewährleistet sein müsse. 

Und auf diese Förderung wollte man nicht verzichten, schließlich beträgt der Zuschuss der Regierung von Oberbayern immerhin 510.000 Euro – bei geschätzten Gesamtkosten von derzeit 1,86 Millionen Euro. Damit liegt der Bau bis jetzt nur wenig über der ursprünglichen Kalkulation: Die Stadt hatte in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt 1,7 Millionen Euro hierfür eingestellt. Für die damalige Bürgermeisterin Elke Zehetner handelt es sich um ein Vorzeigeprojekt, weil der Neubau eine seltene Möglichkeit für Familien mit geringem Einkommen sei, „sich auch mal ein Haus leisten zu können“. Ihr Nachfolger Stefan Korpan sieht dies ganz ähnlich, er sieht „kinderreiche Familien, wo das Geld nicht so locker sitzt“, als Hauptzielgruppe für die künftigen Mieter. Wobei es für CSU-Stadtrat Ludwig Schmuck ebenso eine Option sein könnte, die Großeltern mit einziehen zu lassen. Ein flexibles Wohnmodell, das immer mehr Zuspruch findet: In einer der ersten Lebensetappen ein zusätzliches Büro, in der zweiten statt Büro ein Kinderzimmer, in der folgenden die zu betreuenden Eltern statt des Nachwuchses. So weit wollten Korpan und Schmuck dann aber doch nicht denken: Die 5-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe zwischen 126 und 134 Quadratmetern sollen als bezahlbarer Wohnraum nur bestimmten Familien angeboten werden. „Das heißt, sie werden über das Wohnungsamt an diejenigen Familien vermittelt, die sie wirklich nötig haben“, so Korpan. Gedacht ist an solche mit mehr als drei Kindern.

Im rückwärtigen Bereich des knapp 1.000 Quadratmeter großen Grundstücks sind darüber hinaus sechs Garagen sowie Fahrradstellplätze geplant. Die großen Türöffnungen lassen erkennen, dass es für jede der drei Familien zudem ein paar Quadratmeter Garten geben wird – eine kleine, aber grüne Idylle im Herzen der Stadt. 

Wo vielleicht einmal Sonnenblumen blühen und Kinder spielen, ließ es sich die Stadt Penz­berg nicht nehmen, mit den Handwerkern und Gästen zu feiern: „Ein bisschen anders vielleicht, in einem anderen Rahmen, ohne Musik und was man sonst so bei einem Hebauf gewöhnt ist“, entschuldigte sich ­Korpan. sg

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