Platz wäre vorhanden

Kinderkrippe statt Chill out: Alternative Standorte an der Birkenstraße besichtigt

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Architekt Christian Holzer, zeigt was am Chill out baulich möglich wäre.

Penzberg – Dunkle Wolken ziehen auf, als die Gruppe vor der Grundschule an der Birkenstraße steht, als ob das Wetter die Stimmung unter den Vertretern des Elternbeirats, des Jugendtreffs Chill out, der Stadtratsfraktionen, von Penzberg Miteinander und den Krippeleiterinnen kommentieren wolle.

Wenige Stunden zuvor erhielten sie die Einladung zur Besichtigung der alternativen Standorte für die neue Kinderkrippe. Viel zu kurzfristig, findet Wolfgang Sacher von den BfP, schließlich sei das „so ein brisantes Thema“. Das brisante Thema, das ist die Zukunft der Krippe an der Birkenstraße, die seit Jahren in Containern ihr Dasein fristet. Eigentlich, so der Plan der Stadt, sollte die Einrichtung schon bald auf den Pausenhof der benachbarten Grundschule verlegt werden, in ein Gebäude mit massiven Wänden. Doch da wollen nicht alle mitspielen, allen voran nicht der Elternbeirat der Grundschule. Also lud die Stadt nun zu einer Besichtigung alternativer Flächen ein und ließ Günter Fuchs aus dem Bauamt und Rathaus-Geschäftsleiter Roman Reis die Pros und Contras der Alternativen aufführen. 

Da wäre das von reichlich Schilf besiedelte Areal gegenüber der Grundschule. Bebauungsplan und Flächennutzungsplan müssten hier geändert werden, meint Fuchs. Ein Kanal und der einzuhaltende Sicherheitsabstand zum Wald würden die 3.950 Quadratmeter große Fläche deutlich verkleinern, meint der Mann vom Baumamt und schwingt seinen Jutebeutel, gefüllt mit diversen Zetteln, hin und her. Des Weiteren sei die Zufahrt mit Blick auf den Brandschutz zu schmal. Und abgesehen davon sei zu erwarten, dass von den Anliegern „Proteste kommen“, sagt Fuchs, noch immer den Beutel schwingend. Zum Ärgernis von Wolfgang Sacher: „Alles aufbauschen und schlechtreden, das kann es nicht sein“, kritisiert er und fordert eine objektive Gegenüberstellung der möglichen Flächen. Und damit meint er auch den Standort am Chill out, zu dem die Gruppe nun wandert. Dort ist es an Christian Holzer, dessen Architekturbüro mit dem Bau der Krippe beauftragt ist, zu erläutern, wie das Areal des Jugendtreffs genutzt werden könnte. Der Architekt entfaltet einen Plan. Insgesamt betreffe die ins Auge gefasste Fläche drei Grundstücke mit einer Gesamtgröße von rund 4.600 Quadratmetern, die „eingeschränkt zur Verfügung stehen“, so Holzer. Platz für einen L-förmigen zweistöckigen Bau, dessen Grundfläche mit der an der Schule vergleichbar sei, wäre vorhanden, erklärt der Architekt. 

Sollte das Chill out dem Bau der Krippe weichen müssen, so wäre dann die Frage, wo sich die Jugendlichen künftig ihre Zeit vertreiben. Eine Möglichkeit wäre die Alte Molkerei an der Christianstraße, welche die Gruppe abschließend in Augenschein nimmt. Da „werd man a bissl was investieren müssen“, meint Reis. Ein großer Raum, erfüllt vom strengen Duft der nahen Metzgerei, der in den Gesichtern der Gruppe aber wenig Begeisterung auslöst. ra

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