Campendonk-Ausstellung im Stadtmuseum

„Penzberger Reiter“ ist zurück

Penzberg - Nach einer famosen Ausstellung mit Arbeiten Johannes Grützkes widmet sich das Museum seinem Kerngeschäft, das heißt: Heinrich Campendonk. Neben Werken aus dem eigenen Bestand sind bei dieser Werkschau mit dem Titel „einfach. magisch“ Leihgaben aus den Niederlanden und Bel­gien zu sehen.

Einige Werke werden das erste Mal in Deutschland gezeigt. Und aus Mönchengladbach ist auch der „Penzberger Reiter“, Campendonks gemalte Hommage an die Bergarbeiterstadt, wieder eingetroffen.

Gisela Geiger hat sich mit dieser Ausstellung zu ihrem Abschied vom Museum noch einmal einen Traum verwirklicht: Erstmals sind dabei Campendonks gemalte Postkartengrüße an seine Frau Adda aus der Zeit zwischen 1910 und 1915 zu sehen. Für Geiger „einfach magisch“ sind zudem die Aquarelle, „die einen schon technisch wie thematisch ausgereiften Künstler zeigen“. Hierzu gehört vor allem der „Penzberger Reiter“ von 1918. Das Kriegsende und der politische Umbruch veranlassten Campendonk, den sieghaften Hl. Georg aus dem Motivvorrat des „Blauen Reiters“ wieder aufzunehmen und eine Neuinterpretation vor der Kulisse der oberbayerischen Bergarbeiterstadt zu gestalten. Hier kann man die Notwendigkeit des sozialen Wandels sowie das revolutionäre Potenzial herauslesen. Wegen des fragilen Papiers, auf dem dieses vielleicht schönste Aquarell Campendonks aufgetragen ist, könnte dies zugleich der letzte Besuch des Reiters in Penzberg sein. Das Museum Abteiberg in Möchengladbach, in dem dieses Werk normalerweise hängt, hat jedenfalls schon anklingen lassen, den „Penzberger Reiter“ künftig nicht mehr als Leihgabe zur Verfügung zu stellen.

Die Ausstellung „einfach. magisch“ ist von 16. Juni bis 16. September täglich (außer montags) von 10 bis 17 Uhr sehen. la

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