Start ins neue Schuljahr

Der neue Chef am Gymnasium Penzberg - von der Staatskanzlei in die Schule

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Penzberg – Das Penzberger Gymnasium hat einen neuen Direktor: Matthias Langensteiner (42) hat die Nachfolge von Bernhard Kerscher angetreten. Kerscher war im Juli in den Ruhestand verabschiedet worden.

Matthias Langensteiners Betätigungsfeld ist noch eine Großbaustelle. Die Generalsanierung durch den Landkreis läuft auf Hochtouren. Die Zeit drängt, am Dienstag beginnt das neue Schuljahr am Gymnasium mit seinen rund 900 Schülern und etwa 90 aktiven Lehrern. Es ist ein Start, wo keiner weiß, wie es dann um die Rahmenbedingungen steht. In Corona-Zeiten ist nichts in Stein gemeißelt. 

Start ist "schwierig"

Langensteiner spricht von einem Beginn, der „schwierig“ sei. Am Dienstag soll es mit Regelbetrieb in voller Klassenstärke losgehen. Inklusive neuntägiger Maskenpflicht in den Klassenzimmern. Im Gymnasium wurde ein Hygienekonzept entwickelt. Es sieht unter anderem logistische Maßnahmen vor. „Wir wollen so weit möglich feste Schülergruppen bilden“, sagt der Direktor. In den Pausen sollen die Schützlinge möglichst nach draußen, regelmäßig werden die Räume gelüftet. In der Mensa ist ein Mindestabstand einzuhalten. Langensteiner weiß: „Es wird ein Schulalltag, der nicht der Normalität entspricht“. 

Uni und Ministerium

Für den 42-Jährigen ist es der erste Posten an der Spitze einer Schule. Der gebürtige Regensburger, Familienvater und in Tutzing wohnend, hat keine klassische Gymnasiumslaufbahn hinter sich. Nach dem Lehramtsstudium (Geschichte und Deutsch) in Regensburg ging es zwar zum Referendariat in die Heimatstadt und nach Weiden - aber dann folgte er dem Ruf seines Doktorvaters auf eine Assistenzstelle zurück an die Universität. „Doch ich habe gemerkt, dass ich die Schule vermisse.“ Langensteiner wechselte als Studienrat nach Straubing. Nach 2,5 Jahren klopfte das Kultusministerium an. Langensteiner stieg in das Referat für Öffentlichkeitsarbeit und Redenschreiben ein. Bis 2014 arbeitete er unter CSU-Minister Ludwig Spaenle. Es folgte der Wechsel in die Staatskanzlei, als Vertreter des Kultusminsteriums. 

Sehnsucht nach Schule

Doch Langensteiner wollte zurück: 2016 wurde er stellvertretender Leiter des Gymnasiums Gröbenzell. „Ich habe immer gern unterrichtet“, erklärt er seinen Schritt. „Schule ist Action, ist Spannung. In der Staatskanzlei dagegen herrscht Ruhe.“ Seit 1. August ist der 42-Jährige offiziell Chef in Penzberg. Das Gymnasium kannte er durch Kontakte. Langensteiner bricht eine Lanze für diese Schulform: „Man begleitet die Schüler in verschiedenen Entwicklungsabschnitten.“ 

Sprachlichen Zweig stärken

In Penzberg hat er sich einiges vorgenommen. Das Gymnasium ist als MINT-Schule bekannt für seine naturwissenschaftliche Ausrichtung. Langensteiner, der zwei Geschichtsklassen übernimmt, will mehr: „Ich möchte den sprachlichen Zweig stärken.“ Er blickt über den Tellerand hinaus. „Schule soll nicht nur Lernraum, sondern auch Lebensraum sein.“ Sein Ziel: „Die Schüler sollen sich gern hier aufhalten.“ Erstmal steht der Start am Dienstag an. Für die neuen Fünftklässler gibt es keine große Begrüßung. Vielmehr fünf zeitlich versetzte Einzelveranstaltungen in Aula und Atrium. Es sind halt besondere Zeiten - auch für einen neuen Schulleiter.

Andreas Baar

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