Viele neue Gesichter

Personeller Umbruch: CSU in Kochel stellt Liste für die Kommunalwahl auf

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Sie wollen für die CSU in den Gemeinderat: Sebastian Krinner, Max Leutenbauer, Angelika Schöppner, Thomas Holz, Veronika Atzinger, Ronald Meisel und Johann Resenberger (vorne von links) sowie Michael Sziedat, Martin Walser, Mathias Graf, Constantin Lutz, Roland Hoffmann, Konrad Seybold und Rene Wörndl (hinten von links).

Kochel – Mathias Lautenbacher, Florian Eberl, Isidor Gerg und Kaspar Loipolder: Vier von sechs der amtierenden CSU-Gemeinderäte in Kochel treten bei der Wahl am 15. März nicht mehr an, was für die größte Fraktion einen großen personellen Umbruch bedeutet.

Nur noch Johann Resenberger und Max Leutenbauer wollen es, abgesehen von Bürgermeister Thomas Holz, der sicherheitshalber auf Platz eins kandidiert, noch einmal wissen. Flankiert wird dieses Trio nach der Aufstellungsversammlung von 13 weiteren Kandidaten, unter denen sich auch drei Frauen, vor allem aber einige jüngere Gesichter befinden. Von der Mühe, die es Bürgermeister Thomas Holz und seinen engsten Mitstreitern gekostet haben mochte, eine neue Kandidatenriege zusammen zu bekommen, war bei der offiziellen Vorstellung der einzelnen Bewerber aber nichts zu spüren. Lediglich dem Bedauern darüber, dass die Erstellung einer gemeinsamen Liste gescheitert sei, verliehen sowohl der Rathauschef als auch der stellvertretende Ortsvorsitzende Benedikt ­Zangl Nachdruck. „Es wäre auf jeden Fall einen Versuch wert gewesen“, so Zangl, denn eine gemeinsame Liste hätte das Miteinander zum Wohl der Gemeinde unterstützen können. Während sich CSU, UWK, Junge Liste, Freie Bürger Ried und Bayernpartei für eine Beteiligung entschieden hatten, sprachen sich SPD und Freie Wähler gegen einen gemeinsamen Wahlvorschlag aus. „Als würde der Firlefanz auf Bundes- und Landesebene nicht schon ausreichen, wo sich viele Politiker mehr mit Personaldebatten als inhaltlichen Fragen beschäftigen, führen wir diesen Unsinn nun auch noch auf Gemeindeebene fort“, ließ Zangl leicht verärgert vernehmen. Und Bürgermeister Holz fügte hinzu: „Ich mag es ganz und gar nicht, dass man fünfeinhalb Jahre gut zusammengearbeitet hat und dann kurz vor der Kommunalwahl anfängt, schlecht übereinander zu reden.“ 

Als Konsequenz aus der Entscheidung von SPD und Freien Wählern habe nun der Wettstreit um die Wählerstimmen begonnen. Ob man wolle oder nicht, so Holz, müsse sich die CSU nun auch in den Wahlkampf stürzen – und das mit einer Mischung aus Kandidaten, von der man sich Erfolg auf breiter Front erhoffe. Die Idee dabei ist nicht neu: Einer Kandidatenliste, die hinsichtlich verschiedener Parameter wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Beruf sowie privater und sozialer Aktivitäten ein großes Spektrum abdeckt, sind eben größere Chancen einzuräumen als einer Gruppe ohne große Unterschiede. 

Bei der CSU liegen immerhin 44 Jahre zwischen Veronika Atzinger, gerade einmal 28 Jahre alt und als Juristin in der Kommunalverwaltung ein Goldstück im Gesamtklassement zu nennen, und der 72-jähringen pensionierten Lehrerin Angelika Schöppner. Im Vorfeld, so wird gemunkelt, soll es Schwierigkeiten gegeben haben, einige Frauen für eine Kandidatur zu gewinnen. Mit Katharina Gabriel sind es nun immerhin drei, welche die Christsozialen aufbieten können. Und mit den Listenplätzen 3 (Atzinger) und 6 (Gabriel) sind zwei aus diesem Trio recht aussichtsreich gesetzt. In einer Vorstellungsrunde konnte dann jeder Bewerber seine politischen Ziele benennen. Die Anliegen der Kandidaten standen in vielen Fällen in engem Bezug zu Wohnort oder Beruf. Landwirte wollen sich für die Entwicklung der Landwirtschaft einsetzen, Walchenseer für das Walchenseekonzept, die Nachwuchsskitrainerin für Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde. Darüber hinaus kamen vor allem immer wieder die Themen Gestaltung der Ortsmitte und Infrastrukturentwicklung auf, während Kochel Probleme wie bezahlbaren Wohnraum und Alters­armut im Griff zu haben scheint, jedenfalls war davon so gut wie nichts zu hören. cw

Die Kandidaten nach Listenplätzen: 1. Thomas Holz, 2. Johann Resenberger, 3. Veronika Atzinger, 4. Florian Lantenhammer, 5. Mathias Graf, 6. Katharina Gabriel, 7. Roland Hofmann, 8. Max Leutenbauer, 9. Ro­nald Meisel, 10. Constantin Lutz, 11. Angelika Schöppner, 12. Michael Sziedat, 13. Sebastian Krinner, 14. Martin Walser, 15. Konrad Seybold, 16. Rene Wörndl.

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