Ein Pizzaofen auf zwei Rädern

Neuer Backofenverleih und Catering-Service in Benediktbeuern versorgt das Oberland mit original neapolitanischer Pizza

Christoph Otto (li) und Michael Lautenbacher (re) in Neapel
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Meisterlich gebacken: Christoph Otto (li) und Michael Lautenbacher (re) in Neapel

Benediktbeuern – Der Benediktbeurer Christoph Otto liebt es, Partys zu organisieren und Pizza zu backen. Aber was macht man, wenn viele Gäste da sind und man mit dem Pizzabacken überhaupt nicht mehr hinterher kommt? Dann ist es gut, wenn man auf einen großen Pizzaofen ausweichen kann. Genau aus dieser Notsituation entwickelten die Benediktbeurer Christoph Otto und Michael Lautenbacher eine Geschäftsidee: Sie gründeten den Backofenverleih und Catering-Service „Bene Pizza“.

Alles begann mit einem kleinen 35 mal 35 Zentimeter großen Mini-Backofen im heimischen Garten. „Wir haben immer gerne Pizza gebacken, immer gerne Pizza gegessen und immer mehr Besuch gekriegt“, erinnert sich Otto. „Irgendwann haben wir gemerkt: wir kriegen das nicht mehr gebacken, im wahrsten Sinne des Wortes.“ Also ließen sie von einem Ofenbauer einen größeren Backofen anfertigen. Die Resonanz war groß: „Immer wieder haben Leute zu uns gesagt: der Ofen ist pfundig, können wir den nicht ausleihen?“ Also befestigten Otto und Lautenbacher den Backofen auf einem Anhänger. Nun war der Schritt nicht mehr weit bis zum Backofen-Verleih. Und schnell wurde noch mehr daraus: „Die Leute wollen am liebsten das komplette Programm: kannst du auch den Teig herrichten, kannst du auch Pizza bei mir backen?“

Um der Nachfrage Herr zu werden, ließen sich Otto und Lautenbacher im Sommer 2019 In Neapel zu Pizzabäckern ausbilden: „Da haben wir von der Pike auf gelernt, wie man eine echte neapolitanische Pizza macht.“ Bei dieser Pizzasorte gehe der Teig „viel schöner“ auf, „und auch der Belag wird nicht so tot gebacken“. Gerade mal 70 bis 90 Sekunden bleibt die neapolitanische Pizza im 400 Grad heißen Ofen.

Der Leih-Ofen von Bene Pizza

Otto und Lautenbacher mieteten sich in einer Gastro-Küche ein, um Pizzateig in ausreichender Menge herstellen zu können. Eine große Maschine muss mehrere Stunden rühren, der gesamte Herstellungsprozess dauert 24 Stunden. Bei den Zutaten setzen Otto und Lautenbacher fast komplett auf Bio-Produkte aus der Region. Der Käse stammt aus der Jachenau, das Holz aus Huglfing, die Wurst vom Thomahof. Nur das Mehl stamme aus Italien, erläutert Otto, „weil das deutsche Mehl einen anderen Eiweiß-Anteil hat“. Angeboten werden auch Pizzen mit veganem Käse und Belag.  Serviert wird die Pizza auf kompostierbaren Palmblättern oder Zuckerrohr, um Plastik zu vermeiden: „Ich denke, damit treffen wir den Kern der Zeit“, sagt Otto. Er selbst sei seit sieben Jahren „vegetarisch unterwegs“ und experimentiere auch „auf der veganen Schiene“.

Die ruhige Corona-Zeit nutzten die beiden, um sich auf den Firmenstart vorzubereiten und um Kontakte zu knüpfen. Sie hätten schon etliche vielversprechende Gespräche geführt: „Jetzt sind wir gespannt, was auf uns zukommt.“ Die beiden hoffen auf Einsätze bei Märkten und Events: „Da machen wir dann auf 36 Quadratmetern mit vier bis sechs Leuten am Stand das volle Programm.“

Leben können die Benediktbeurer von Geschäftsidee noch nicht, Lautenbacher verdient sein Geld im Klinikum Großhadern, Otto kümmert sich bei einer sozialen Einrichtung um das Konzern-Controlling. Insgeheim träumen die beiden aber davon, irgendwann mal in Vollzeit als Pizzabäcker durch das Land zu reisen: „Wir mögen das, das taugt uns und erfüllt unser Herz. Aber erst mal lassen wir es langsam angehen.“

Weitere Informationen zum Backofenverleih gibt es auf Bene-Pizza.de.

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