Den Korkenzieher hinunter

An der Ecke Angerklosterstraße/Roßweide ertönt nun wieder fröhliches Kinderlachen

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Nur der Nager findet keine Beachtung: Der neue Spielplatz in Steigenberg kommt bei den Kindern gut an, neben der Schaukel und der Wippe ist es vor allem die metallene Spirale, welche die kleinen Herzen höher schlagen lässt.

Penzberg – Recht einsam ist der blasse Wipp-Hase am Eingang neben dem Holzlattenzaun, das aufgemalte Lächeln passt nicht so recht. Kein Kind setzt sich auf seinen Rücken, um nach vorne und nach hinten zu wippen. Etwas anderes zieht die Kleinen auf dem neuen Spielplatz in Steigenberg magisch an.

Wildes Gewusel herrscht auf, in und an dem neuen Spielhaus. Und auch die Schaukel und die Baumstamm-Wippe sind in regem Betrieb, als die Johnny-Mauser- und die Pumuckl-Gruppe des städtischen Kindergartens den neuen Spielplatz an der Roßweide unsicher machen. Und es ist nicht das einzige Terrain, das die Stadt nun für Kinder aufhübschen lässt.

Alle Latten am Zaun hat der neue Spielplatz in Steigenberg, und auch noch neue. Das frische Holz leuchtet regelrecht, genauso wie das Holz, welches den Spielturm in der Mitte des Platzes an der Ecke Angerklosterstraße/Roßweide formt. Von einem hohen Turm mit hexenhaus­ähnlichem Dach lässt es sich bequem über eine korkenzieherförmige Stange nach unter gleiten, noch ein wenig schneller geht es über die danebenliegende Rutsche in den Sand, aus dem sich Körner über eine Eimer-Kran-Konstruktion wiederum nach oben auf den Turm ziehen lassen. 

Viel Geld habe der Stadtrat in die Hand genommen, um dieses Spielparadies für Kinder zu realisieren, erklärt Bürgermeisterin Elke Zehetner, rund 30.000 Euro seien es gewesen. Mit diesem Geld wurde zunächst einmal „alles entsiegelt“, sagt Stefan Kravanja, der beim Bauhof quasi der Sachverständige für Spielplätze ist. Das Pflaster wurde also entfernt, der Rasen frisch aufgesät, darüber hinaus wurde eine Linde gepflanzt und auch rund 45 Tonnen Sand wurden ausgestreut, auf dem nun das neue Kletterkonstrukt steht. Allein der Turm habe rund 20.000 Euro gekostet, erinnert sich die Rathaus­chefin. Doch für diese Summe hat Steigenberg nun ein Spielhaus, das es so bislang kein zweites Mal in Deutschland gibt, denn gemeinsam mit dem Hersteller habe man ein „individuelles Konstrukt ausgetüftelt“, erläutert Kravanja. 

Gar nichts gekostet hat dagegen die Wippe, die von dem aufgelösten Spielplatz in der Kurfürst-Max-Siedlung nach Steigenberg gewandert ist. Jetzt fehlt gegenüber der Schaukel nun nur noch der Tischtennistisch, der „Lieferzeiten jenseits von Gut und Böse“ hat, so Kravanja, dann ist der Spielplatz auch komplett. 

Doch es ist eben nicht der einzige Spielplatz in Penzberg, insgesamt gibt es 14 an der Zahl. Schließlich sei die Stadt nicht mit Benediktbeuern, Bichl oder Sindelsdorf zu vergleichen, „wo ein großer zentraler Spielplatz ausreicht“, betont Zehetner. Auf fast allen Plätzen sollen nun Renovierungen oder auch Neuinstallationen erfolgen, schließlich hat der Stadtrat Mitte April beschlossen, rund 150.000 Euro in die „Attraktivierung der Spielplätze“ zu investieren. 

Bereits attraktiver geworden ist das Terrain am Katzenbuckel, wo vor allem die Mädchen und Buben des Kindergartens St. Raphael toben. Dort wurden vor kurzem die Sitzplätze überdacht. An der Kapellenwiese dagegen sind Renovierungen sowie ein neues Sandspielhaus in Planung. „Die größte Aufgabe“ warte aber an der Gustavstraße auf die Stadt, wie Zehetner prophezeit, denn der „naturnahe Park- und Erlebnisspielplatz“, der dort schon bald Kindern eine Freude bereiten soll, werde rund 60.000 Euro kosten. Das sind 40 Prozent des gesamten Budgets, da darf man gespannt sein, auf welchen abenteuerlichen Konstruktionen die Kleinen dort einmal klettern können. ra

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