Kooperation von Politik und Wissenschaft

Neues Institut in Penzberg: Bund gibt 40 Millionen Euro für Pandemie-Forschung

Ein Forscher in weißer Schutzkleidung arbeitet im Labor.
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Penzberg soll ein großer Forschungs-Standort werden.

Penzberg – Das neue Pandemie-Forschungsinstitut der Fraunhofer-Gesellschaft in Penzberg wird vom Bund mit stolzen 40 Millionen Euro gefördert. Der Haushaltsausschuss hat jetzt die Mittel genehmigt.

Den Antrag dafür hatte der Peißenberger CSU-Bundestagsabgeordnete und Chef der Berliner Landesgruppe, Alexander Dobrindt, in den Berliner Ausschuss eingebracht. Am vergangenen Donnerstag, 26. November, winkten die Haushaltsexperten das Paket durch. Unmittelbar nach der Entscheidung informierte Dobrindt noch in der Nacht auf Freitag seinen Parteifreund und Bürgermeister Stefan Korpan über die gute Nachricht.

Kooperation mit Uni und Roche

Am Penzberger Institut will die Fraunhofer-Gesellschaft in Kooperation mit der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität und Roche Diagnostic neue diagnose- und Testverfahren für Infektionskrankheiten erforschen und entwickeln. Über einen Zeitraum von fünf Jahren soll die Belegschaft auf bis zu 50 Mitarbeiter aufgebaut werden, heißt es im Konzept der Gesellschaft. Politiker Dobrindt, Penzberg liegt in seinem Wahlkreis, spricht gegenüber der Rundschau stolz von „einem Wissenschaftscampus“, der im Nonnenwald entstehen soll.

„Wichtiger Pharma-Standort“

Für die Fraunhofer-Gesellschaft ist das Penzberger Roche-Werk „ein wichtiger Pharma-Standort“. Im Nonnenwald sind – einzigartig im weltweiten Konzern – Forschung, Entwicklung und Produktion in einem Werk zusammengefasst. Der neue Fraunhofer-Forschungszweig soll laut Gesellschaft zunächst in bestehenden Roche-Räumlichkeiten untergebracht werden. Gegebenefalls will man auch Infrastrukturen in München „im unmittelbaren Umfeld der universitären Partner“ nutzen. Kommt es zu einem Neubau, werde die Gesellschaft inhaltlich beteiligt – damit eine langfristige Nutzung garantiert werden könne. „Mit den Möglichkeiten weiter zu wachsen“, wie es heißt. Dobrindt hatte erste Gespräche über die Ansiedlung bereits im Mai mit Christoph Franz, Verwaltungsratspräsident der Roche Holding, geführt. Anlass war damals die Zusage des Biotech-Konzerns, in den kommenden vier Jahren 400 Millionen Euro in den Penzberger Standort zu investieren.

Geld auch vom Freistaat

Im September hatte der bayerische Ministerrat beschlossen, die neue Fraunhofer-Einheit mit je fünf Millionen Euro in 2021 und 2022 zu fördern (Rundschau berichtete). Für den Zeitraum von 2023 bis 2025 sind außerdem Verpflichtungsermächtigungen über 30 Millionen eingeplant. Die Zusammenarbeit von Stadt, Land und Bund mit Roche bedeute eine „Initialzündung für ein Medical Valley“, betont Dobrindt. Er spricht von einem „bundesweit einmaligem Leuchtturmprojekt“. Dass auch dadurch „viel atttraktiver“ sei, weil nicht nur ein Unternehmen, sondern auch die Wissenschaft mit im Boot ist.

Andreas Baar

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