Neujahrsempfang der BfP

Fußgängerzone am Wochenende

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Penzberg - Wolfgang Sacher will Bürgermeister Penzbergs werden. Das machte er beim Neujahrsempfang der BfP deutlich.

Als die einzige Alternative zu den fest etablierten Parteien präsentierten sich am Sonntag die Bürger für Penzberg (BfP) bei ihrem Neujahrsempfang in der Rathauspassage. Denn nur die Parteifreien seien in der Lage, losgelöst von Parteizentralen und „Großkopferten“ an der Parteispitze, Sachpolitik zu betreiben. hieß es da vollmundig. Nach 68 Jahren hätten die Penzberger endlich die Chance, die ununterbrochene Kette an SPD-Bür- germeistern zu brechen, skandierte der BfP-Vorsitzende Bertram Kölsch in die Runde der rund 50 Besucher. Gleichzeitig betonte er, dass sich die BfP nach ihrem Einzug in den Stadtrat im Jahr 2008 gut eingelebt hätten. Die damals erzielten drei Sitze „wollen wir nun deutlich steigern“, sagte er und lieferte den Wählern eine Reihe an Argumenten, für die BfP zu stimmen. „Wir sind frei von Ideologien, haben keine Parteizentrale und keine großkopferten Einflussnehmer.“ Wie sehr diese Parteiobristen inzwischen auch das kommunale Politikfeld bestimmten, machte Kölsch an der Diskussion ums Biomasseheizkraftwerk („es braucht künftig mehr Sachlichkeit, weniger Emotionen“) oder der Krankenhausdebatte („wir hätten am Ende den Schaden gehabt“) deutlich. An Landrat Friedrich Zeller richtete er nach der „Ärsche und Deppen-Affäre“ die klare Einschätzung, „dass der in Penzberg wohl nicht viele Stimmen erhalten wird“. Da hofft Kölsch auf Wolfgang Taffertshofer (Bürger für den Landkreis), der als Landratskandidat von der parteifreien Wählervereinigung ins Rennen geschickt wird. Taffertshofer gab einen Ausblick auf das, was er als Landrat anpacken würde: die Schulen ausbauen, den Haushalt sanieren und ein soziales Miteinander schaffen. Den Bürgern für Penzberg attestierte Taffertshofer, dass diese Gruppierung nicht nur in der Lage sei, Visionen zu erarbeiten, „sondern diese auch umzusetzen“. Viele Visionen lieferte Bürgermeisterkandidat Wolfgang Sacher dann nicht. Er bezeichnete sich als realistisch genug, um zu erkennen, dass „wir sicher nicht die absolute Mehrheit im Stadtrat haben werden“. Es werde durchaus eine „bunte Mischung geben - und das ist gut so“, so Sacher. Schließlich brauche es gute Ideen. Und die lieferten auch CSU und SPD, wie er sagte. Politische Attacken brauche man von ihm im Wahlkampf nicht zu erwarten. Denn er wolle mit allen anderen politischen Kräften nach der Wahl gut zusammenarbeiten können. Das gehe nur über einen Dialog, den die BfP übrigens bereits intensiv mit den Bürgern pflegten. Die Gesprächsrunde „BfP im Dialog“ offenbare die vielen Kompetenzen in der Bürgerschaft. „Die gilt es einzubinden“, warb Sacher um eine größtmögliche Sachlichkeit in der Kommunalpolitik. Themen hatte er dann auch pa-rat: Insbesondere den Finanzen maß er dabei eine große Bedeutung zu. Denn die Finanzpolitik der Vergangenheit sei viel zu sehr an den Einnahmen orientiert gewesen, „ein klarer Managementfehler“. Die BfP legten hier großen Wert auf die Bildung von Rücklagen. Sacher: „Ich kann auf Dauer nicht ungestraft über meine Verhältnisse leben.“ Um den Wirtschaftsstandort Penzberg zu stärken, plädiert Sacher für ein Gründerzentrum oder einen Gründerwettbewerb. Und mit Blick auf die Infrastruktur brachte der BfP-Spitzenkandidat eine auf das Wochenende begrenzte Fußgängerzone von Sport Conrad bis zum Stadtplatz ins Spiel. Das solle man schon jetzt thematisieren, wo es bald um die Ausgestaltung der Philippstraße gehe, so Sacher. Weiter will er den Ortsteil Reindl verkehrlich entlasten, das Bahnhofsumfeld neu gestalten und das Fahrradwegenetz ausbauen, um Schulen durchgängig erreichen zu können. Apropos Schulen: Abermals findet sich im BfP-Wahlprogramm die Forderung zur An- siedlung einer FOS oder BOS. Und schließlich machen sich die BfP auch für ein Mehrgenerationen-Wohnmodell stark.arr (mehr dazu in der Printausgabe am Mittwoch)

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