Wandel wünschen

Penzberg Miteinander stellt beim Neujahrsempfang sein Wahlprogramm vor

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Handwerkerhof und kostenfreier Linienbus für alle in der Innenstadt: Markus Bocksberger stellt das Programm von Penzberg Miteinander vor.

Penzberg – Bei einem Neujahrsempfang stellte Penzberg Miteinander sein Wahlprogramm vor, das sich inhaltlich in drei Themenfelder gliedert: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Die Grundstruktur des Programms wurde aber bereits zu einer Zeit entwickelt, als es Penzberg Miteinander noch gar nicht gab.

Vor einem Dreivierteljahr haben sich Freunde und Weggefährten erstmals mit dem damals noch nicht lange aus der SPD-Stadtratsfraktion ausgetretenen Markus Bocksberger erstmals zusammengefunden, um das Gerüst für ein Wahlprogramm auf die Beine zu stellen. Da war Bocksbergers Wählergruppe Penzberg Miteinander noch gar nicht mal gegründet. Seither wurden Arbeitsgruppen gebildet und zahlreiche Themenabende organisiert – und man hat den Bürgern zugehört. Nun hat Penzberg Miteinander sein Programm vorgestellt. 

Es gehe um eine „neue politische Kultur“, machte Bocksberger im Café Extra vor zahlreichen Sympathisanten und Neugierigen klar. Man habe stets das Ohr am Bürger gehabt und wisse daher, „dass sich die Penzberger einen Wandel wünschen“. Weit über 400 Unterstützerunterschriften, die Penzberg Miteinander verbuchen konnte, würden davon zeugen, so Bocksberger, der nochmals darauf verwies, dass seine Gruppierung parteifrei, satzungsfrei und vereinsfrei sei. „Deshalb nehmen wir auch keine Spenden an. Und somit sind wir keinem etwas schuldig“, sagte er. 

Wohl aber dem Bürger – wenn die Wahl im Sinne von Penzberg Miteinander aufgeht. Sollte er Bürgermeisterin Elke Zehetner aus dem Amt kegeln, dann will Bocksberger einiges verändern: eine jährliche Klausur des Stadtrats zum Beispiel oder interfraktionelle Sitzungen „vor der eigentlichen Stadtratssitzung, damit jeder auf dem gleichen Wissensstand ist, wenn es zur Abstimmung kommt“. Nur so sei eine Diskussion auf Augenhöhe möglich. 

Inhaltlich konzentriert sich Penz­berg Miteinander auf drei Themenfelder: Soziales, Umwelt und Wirtschaft. Annette Völker-Rasor, hinter Bocksberger die Nummer zwei auf der Liste, nahm sich das Soziale vor und meinte, dass in zehn Jahren etwa 50 Prozent der Penzberger über 60 Jahre alt seien. Unabdingbar sei deshalb die Schaffung einer zentralen Senioren- und Pflegeberatungsstelle „und eine kontinuierliche Analyse der Situation in Penzberg“. So brauche es eine Tages- und Kurzzeitpflege, „das gehört geplant und realisiert“, so Völker-Rasor. Darüber hinaus fordert Penzberg Miteinander die Wiederherstellung der Kulturabteilung im Rathaus, ein umfassendes Betreuungs- und Bildungskonzept, eine Ehrenamt-Koordinierungsstelle sowie die Schaffung eines Bürgerbahnhofs. Im Bereich Umwelt schwebt der Bocksberger-Gruppe vor allem mehr Aufenthaltsqualität vor. Bärbel ­Scholz sprach von „grünen Oasen in der Innenstadt“, damit man wieder Freude habe, wenn man in Penzberg unterwegs sei. Martin Janner präzisierte: „Das kann auch über grüne Fassaden und begrünte Dächer geschehen, die ein besseres Mikroklima schaffen.“ Weniger mikro als vielmehr makro sind die verkehrspolitischen Ziele von Penzberg Miteinander. Die Innenstadt will man vom Lkw-Durchgangsverkehr befreien, das Carsharing forcieren und eine zweite Ringlinie beim Stadtbus einführen, um auch bisher nicht angeschlossene Gebiete zu erreichen. Apropos Bus: „Der soll für alle im Innenstadtbereich kostenfrei sein“, so Scholz. Uwe Geißler macht sich zudem für die Anliegen der Fahrradfahrer stark: „Sie sollen sicherer unterwegs sein.“ Hilfreich wäre hier schon eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 40 im Stadtgebiet. Und: Mehr Radwege sollen vor allem eine sichere Anbindung von Schulen und Gewerbegebieten schaffen. 

Bernd Watzlawek widmete sich dann dem Klimaschutz, dem im Rathaus eine eigene Abteilung gewidmet sein soll, „um ein Netzwerk von Bürgern, Stadt und Formen zur Umsetzung von CO2-Einsparprojekten zu etablieren“. Auch mehr Photovoltaikanlagen sollten in Penzberg in­stalliert werden, „da können ja dann auch Parkplätze drunter entstehen“. Und den Landwirten will man das Ausbringen von Gülle untersagen. 

Um schließlich die Wirtschaft zu stärken, fordert Penzberg Miteinander, die Stelle der Wirtschaftsförderung von halbtags auf Vollzeit zu erweitern und einen City-Manager zu etablieren, der sich dann etwa darum kümmern soll, eine Ladenzeile vom Café Ahammer bis zur Rathauspassage zu verwirklichen. Oder ein Boardinghaus zu errichten, in dem all jene wohnen können, die in Penzberg schneller Arbeit als eine Wohnung finden. „Damit könnten Facharbeiter gewonnen werden“, ist Stadtratskandidat Christoph Kiml überzeugt. Stefan Bleicher wiederum schwebt ein Handwerkerhof vor: „Der gäbe die Möglichkeit, dass kleinere Firmen mal miteinander arbeiten.“ Und im Nonnenwald, das ist auch Markus Bocksberger ganz wichtig, sollte ein Raum für Start-up-Unternehmen geschaffen werden. 

Das alles, so machte Bocksberger auch deutlich, könne man aber nur angehen, wenn es nicht allein beim Wunsch der Penzberger nach Wandel bleibe. dd

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