Neujahrsempfang der Penzberger SPD

18 Jahre in 18 Minuten

Kapfer-Arrington

Penzberg - Hans Mummert stand im Mittelpunkt beim SPD-Neujahrsempfang. Der Bürgermeister verabschiedet sich nach 18 Jahren im Amt von der politischen Bühne. 

Volles Haus beim traditionellen Neujahrsempfang der SPD: Das Interesse am Stelldichein in der Stadthalle zum Dreikönigstag war groß und der Ortsvorsitzende Markus Kleinen sichtlich zufrieden: „Eine volle Stadthalle, mir geht das Herz auf.“ Die Neugierde lag sicher auch an der Unterzeile, die sich auf den Einladungen zum Empfang fand: „Vorstellung des Wahlprogramms“. Der Empfang sollte aber auch einem gewidmet sein: Hans Mummert, der sich heuer von der aktiven politischen Bühne verabschiedet. „Eine Ära geht zu Ende“, befand Kleinen denn auch in seiner Begrüßungsrede, um sogleich eine kurze Bilanz von Mummerts Wirken abzugeben: 36 Jahre als Stadtrat, zwölf Jahre zweiter Bürgermeister und 18 Jahre Chef im Rathaus. „Hans Mummert hat Penzberg geprägt“, lobte Kleinen, „das verdient großen Respekt.“ Und dafür gab es auch kräftigen Applaus. Kleinen wies ferner auf das Wahlprogramm der Genossen hin, an dem intensiv gearbeitet worden sei. Ein ganz wesentlicher Bestandteil davon soll sein, was man bereits 2012 im Stadtrat beantragt und letztlich auf den Weg gebracht hatte: die Bürgerinformation durch die Informationsfreiheitssatzung. Kleinen erläuterte, dass die Transparenz von „ganz wesentlicher Bedeutung“ in der Politik sei, „doch von der Satzung alleine wird kein Bürger informiert“. Die SPD setze deshalb auf einen vierteljährlichen Informationsdienst, sei es durch ganzseitige Auftritte in einer Zeitung oder auf jeden Fall auch über das Internet. Kleinen warb weiter um Wählerstimmen für Penzberger Kandidaten für den Kreistag. Dabei machte er darauf aufmerksam, dass sämtliche Parteien hier einen übergreifenden Schulterschluss für die Wahlwerbung vereinbart hätten. Das Ziel sei jedenfalls, dass möglichst viele Penzberger Kandidaten im Kreistag vertreten seien. „Schon weil wir auch durchschnittlich 25 Prozent der Kreisumlage stemmen“, so Kleinen. Nach den Grußworten des SPD-Kreisvorsitzendem Christian Lory und des weithin unbekannten Landtagsabgeordneten Andreas Lotte zog Bürgermeister Hans Mummert ein Fazit einer Amtszeit. Seiner Vorgabe, 18 Amtsjahre in 18 Minuten abzuspulen, kam er dabei nach. Das Thema Stadtentwicklung und Ausbau der Infrastruktur sei immer an oberster Stelle seiner Politik gestanden, betonte Mummert. Schon weil er so das Erbe weiterentwickeln konnte, das nach der Bergwerksschließung eine industrielle Umstrukturierung zum Inhalt hatte. „Wohnen, Arbeiten und Erholen war dabei immer mein Leitsatz“, so Mummert, der einige Meilensteine seiner Laufbahn aufzählte, angefangen vom neuen Flächennutzungsplan über das Gewebegebiet im Nonnenwald bis hin zur Westanbindung. Viel habe sich auch im schulischen Bereich sowie bei der Kinderbetreuung getan. Mummert er- innerte an die Eröffnung der Birkenstraßen-Grundschule, die Aufstockung der Mittelschule sowie die Investitionen in Kindergarten und Krippenplätze. Der aktuelle Bedarf an Kindergartenplätzen sei nicht vorherzusehen gewesen, so Mummert. Zukunftsweisend nannte er das Vorhaben der Kirche, zwischen Pfarrhaus, Schwesternwohnheim und Christkönig-Kirche einen Kindergarten mit generationenübergreifender Einrichtung zu errichten. „Dazu wird eine richtungsweisende Entscheidung sicher noch im Januar fallen“, kündigte er an. Insgesamt zeigte sich der Bürgermeister stolz auf Penzberg als zu- kunftsorientierte und traditionsbewusste Stadt. „Wir können mit dem Erreichten zufrieden sein.“ Mummert warb abschließend um das Vertrauen der Wähler für eine „hervorragend besetzte Stadtratsliste“ und Elke Zehetner als „kompetente Bürgermeisterkandidatin“. Die stellte sich schließlich ausführlich den Gästen vor, denn „sie sollen überzeugt sein, dass ich diejenige bin, die unsere Stadt mit Herz und Verstand und dem notwendigen Wissen und Können in die Zukunft führen kann“. Als studierte Oberverwaltungsrätin habe sie - übertragen auf die Bundeswehr - einen Rang des Oberleutnants: „Also der Rang eines Standortkommandanten“, sagte Elke Zehetner. So sei sie es gewohnt, zuzuhören, sich mitzuteilen, aber auch Verantwortung für getroffene Entscheidungen zu übernehmen Nach 16 Dienstjahren in der „Eingriffsverwaltung“ der Stadt München könne sie jedenfalls von sich behaupten: „Ich kann Verwaltung.“ arr (mehr dazu in der Printausgabe am Mittwoch)

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