Positive Signale

Kocheler SPD freut sich über neues Mitglied und kritisiert Verkehrspolitik der CSU

Jetzt gehört er auch offiziell zur SPD: Bernhard Schülein (rechts) überreicht dem neuen Mitglied Sebas­tian Salvamoser das Parteibuch und ein wenig Literatur.

Kochel – Da saß er der 27-Jährige in seinem weinroten, leicht aufgeknöpften Hemd und nahm Druckwerk entgegen, das Parteibuch und auch ein wenig Literatur: die Kocheler SPD hat ein neues Mitglied. Doch nicht nur der junge Mann war Thema beim Neujahrsessen des Ortsvereins.

Und sie lebt doch, die gute alte Tante SPD: Beim traditionellen Neujahrsessen des Kocheler Ortsvereins wurde den Genossen ein neues Mitglied vorgestellt: Sebas­tian Salvamoser. Der 27-jährige Student erhielt vom Ortsvorsitzenden Bernhard Schülein, Parteibuch, Literatur und gute Wünsche für seine Mitarbeit im Ortsverein. Und danach wurde fleißig diskutiert – über die Zukunft der Georg-von-Vollmar-Akademie und, ein Leib-und-Magen-Thema von Schülein, über den Schienenverkehr. 

Sehr erfreut zeigte sich die Runde, dass das große Engagement des Kocheler Ortsvereins zur Zukunft der Vollmar-Akademie zu neuen Chancen für die traditionsreiche Bildungsstätte geführt hat. In diesem Zusammenhang wurde die vom stellvertretenden Ortsvorsitzenden Klaus Barthel maßgeblich vorangetriebene Werbeaktion zum Eintritt als Fördermitglied in den Verein Georg-von-Vollmar-Akademie vorgestellt, die auf lebhafte Zustimmung und erste Zusagen stieß. 

Das Schwerpunktthema aber war die jahrzehntelange Vernachlässigung des Schienenverkehrs: Während das Straßennetz in Deutschland in den vergangenen 25 Jahren um mehr als 40 Prozent ausgebaut wurde, „hat man das Schienennetz um mehr als 20 Prozent zurückgebaut“, so Schülein, der als ehemaliger Bahnmitarbeiter hier über eine ausgewiesene Expertise verfügt. Die Verlagerung von mehr Güterverkehr auf die Schiene bleibe damit „ein unerfüllbarer Wunsch“. Auch der Berufsverkehr rund um Ballungsräume wie München könnte mit einem sinnvollen Ausbau des Schienennetzes und fahrgastfreundlichen Verbundtarifen gestärkt werden. Als Ursache dafür machte Schülein zweierlei aus: die Zersplitterung der Deutschen Bahn (DB) in rund 950 Gesellschaften und „die permanente Bevorzugung des Straßenverkehrs durch die CSU-Minister in den letzten zehn Jahren“. 

Wenn der Betrieb auf deutschen Schienen wieder besser laufen soll, wäre für Schülein als erster Schritt die Zusammenlegung der drei Bereiche DB-Netz, DB-Station & Service und DB-Energie erforderlich, „damit die wesentlichen Teile der Infrastruktur wieder reibungslos zusammenarbeiten“. Zudem müsse der Bund die dringend erforderlichen Investitionen in das Netz tätigen. Aber auch in Bayern stehe die CSU vor einem Berg von Versäumnissen: „Beim regionalen Schienenverkehr trägt sie die Verantwortung dafür, dass beispielsweise bis heute entgegen vielfacher Wahlversprechen nichts in den Ausbau der Werdenfelsbahn investiert wird oder endlich unser Landkreis insgesamt in den MVV aufgenommen wird“, so der SPD-Ortsvorsitzende. 

Im Oberland, kritisierte Schülein weiter, „fehlen nach wie vor leistungsfähige und attraktive Bus- und Bahnverbindungen, von den fehlenden Querverbindungen und der Einbindung des gesamten Tölzer Landkreises in den MVV ganz zu schweigen“. Dabei sei Klimaschutz im Verkehrsbereich „nur mit einem massiven Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel“ möglich, betonte Schülein. la

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