Rückenwind für Korpan

FDP nominiert Stadtratsliste und unterstützt den CSU-Bürgermeisterkandidaten

Treten für die FDP bei der Stadtratswahl an: Simone Blank, Werner Schanz, Daniel Blank, Kilian Kittl; Ralf Simon und Ersatzkandidatin Margit Simon mit einem liberalen Rauhhaardackel auf dem Arm, der aber keine politischen Amitionen hegt. Nicht auf dem Bild sind die Kandidaten Yannick Böge und Simon Marx.

Penzberg – Zwei Sitze oder mehr: Das ist eine klare Ansage im Vorfeld der Kommunalwahlen im März 2020 für eine Partei, die es zwar in Penzberg schon einmal gab, die aber seit Jahren aufgelöst war und sich erst vor sieben Monaten neu gründete. Die FDP geht sehr selbstbewusst ins Rennen – zwar ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten, dafür mit einer klaren Wahlempfehlung für CSU-Mann Stefan Korpan und ebenso deutlichen Inhalten, die sich durchaus etwas absetzen von den Ansagen der anderen Parteien.

Daniel Blank, der Chef der Liberalen in Penzberg, war schon ein wenig stolz bei der Aufstellungsversammlung in der Stadthalle. Schließlich habe man bereits wenige Monate nach der Wiedergründung des Ortsverbandes eine „starke Liste“ zusammengestellt: „Und zwar mit Kandidaten, die nicht aus anderen Gruppierungen stammen. Wir sind alle frisch in der Lokalpolitik.“ Auch habe man keine unmittelbaren persönlichen Vorteile, die sich im Falle einer Wahl ergeben könnten. „Keiner hat da eine Firma im Hinter­grund laufen“, so Blank, der vor ein paar Jahren aus München ganz bewusst nach Penzberg gezogen ist, „ins Umland, weg vom Großstadttrubel“. Er möchte mit seinem politischen Engagement vor allem eins erreichen: „Penzberg soll lebenswert bleiben.“ Die Stadt sei zwar gut angebunden, aber es gebe eben auch Verbesserungsbedarf. Komme man etwa nachts oder am Samstag nach 14 Uhr am Penzberger Bahnhof an, „fährt kein Bus mehr“. Deshalb fordert Blank eine „bedarfsorientierte Personennahbeförderung“. Auch sieht er Handlungsbedarf bei der Wirtschaftsförderung. In diesem Zusammenhang berichtete er von einem jungen Start-up-Unternehmen aus dem Umfeld von Roche und sagte: „Die Ansiedlung war auch wegen der Zusammenarbeit mit der Stadt sehr schwierig.“ Es gelte aber dringend, auch andere Firmen anzusiedeln, „und das müssen nicht nur Autohäuser sein„. Blank warb hier für ein Gründerzentrum, das umso „dringlicher“ sei, als man ja erst jüngst gemerkt habe, wie schmerzlich es ist, wenn ein großer Arbeitgeber die Stadt verlasse, sagte Blank mit Blick auf HAP. Darüber hinaus strebt die FDP eine größere Verwaltungseffizienz an, damit Anträge, die Bürger im Rathaus stellen, schneller abgearbeitet werden. Blank erklärte ferner, dass die FDP auch für sozialen Wohnungsbau oder den Ausbau der Kindertagesstätten sei. Aber: „Wir wollen eine vernünftige Politik, sprich: Wir unterstützen diese Themen, wenn andere das gut machen.“

Wie Blank weiter sagte, habe die FDP auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten an der Hand gehabt, der aber aus persönlichen Gründen wieder abgesprungen sei. Deshalb habe man ausgelotet, wen man im Wahlkampf nun unterstützen wolle. Und dabei ist die Wahl auf Stefan Korpan, den Bürgermeisterkandidaten der CSU, gefallen.

Ralf Simon, der die Stadtratsliste der FDP anführt, griff seinerseits nochmals die Wirtschaftsförderung auf. Der Geschäftsführer des HAP-Vorgängers ACP ärgerte sich, dass es immer noch keinen Bebauungsplan für das HAP-Gelände gebe. Ferner ärgerte er sich über unzählige Baustellen im Stadtgebiet, die nicht zügig abgearbeitet würden. Und: „Wir müssen frischen Wind in die Verwaltung bringen. Da braucht es auch nicht für jeden Käse einen externen Berater.“

Klaus Breil, der für die FDP im Kreistag sitzt und von 2009 bis 2013 dem Bundestag angehörte, machte sich derweil seine eigenen Gedanken über Penzberg. Dass in der Vergangenheit immer wieder vergeblich versucht wurde, einen FDP-Ortsverband zu installieren, weil engagierte Leute kurzfristig weggezogen waren, dränge einem schon die Frage auf: „Warum wollen hier alle wieder weg?“ Deshalb begrüße er nun umso mehr das Engagement von Daniel Blank und seinen Mitstreitern. Martin Zeil, der ehemalige bayerische Wirtschaftsminister, leitete schließlich die Nominierung. Den kurz darauf frisch gekürten Kandidaten sagte er: „Sie werden eine wandelnde Bürgersprechstunde sein.“ Penzberg könne noch mehr aus sich machen, „ich werde euch dabei unterstützen“, versicherte Zeil. arr

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Mit folgender Liste (jeweils dreimal besetzt) tritt die FDP bei der Stadtratswahl an: 1-3 Ralf Simon, 4-6 Daniel Blank, 7-9 Kilian Kittl, 10-12 Simon Marx, 13-15 Yannick Böge, 16-18 Simone Blank, 19-21 Werner Schanz, 22-24 Wolfgang Schmitt; Ersatzkandidatin ist Margit Simon.

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