Erstaunlich wenig Interesse

Haus der Vereine: Nur sehr spärliches Interesse an Nutzung der alten Bücherei

+
Soll ein Haus der Vereine werden, doch kaum ein Verein will in die alte Stadtbücherei einziehen.

Penzberg – Die Idee schien richtig gut und vielversprechend zu sein: Aus der alten Stadtbücherei am Rathausplatz sollte ein „Haus der Vereine“ gemacht werden. Doch eine Bedarfsabfrage bei den 125 Penzberger Vereinen sorgte für Ernüchterung: Nur zehn Rückmeldungen gingen im Rathaus ein.

Kämmerer Johann Blank legte da sogar noch eins drauf: „Denn von den zehn Vereinen, die sich gemeldet haben, nutzen fünf bereits kostenlos Flächen der Stadt, einer davon sogar zwei Flächen.“ Diese von der Stadtverwaltung so nicht erwartete Situation mündete nun in den Vorschlag von Blank an den Stadtrat, zumindest mit jenen Vereinen das Gespräch zu suchen, die überhaupt eine Rückmeldung ins Rathaus gesandt hatten. Dabei soll ausgelotet werden, in welcher Art und Weise und in welchem Umfang sie sich eine Nutzung der alten Stadtbücherei vorstellen könnten. Kämmerer Blank verriet schon einmal: „Vorwiegend werden Lagerräume gesucht.“ Jedenfalls werde dort keine Begegnungsstätte ohne weitere baulichen Maßnahmen entstehen. Und die würden sich vor allem wegen der offenen Bauweise als sehr schwierig gestalten. 

In der sich nun entfachenden Diskussion lehnte Michael Kühberger (FLP) die Idee eines Hauses der Vereine ganz grundsätzlich ab. „Das bringt nichts“, zeigte er sich überzeugt. Sein alternativer Vorschlag für die alte Bücherei: „Besser die EDV-Abteilung des Rathauses dorthin verlagern.“ Denn die Computer-Experten, so Kühberger, litten im Augenblick unter beengten Bedingungen. Auch Ludwig Schmuck (CSU) schloss sich dieser Ansicht an, zumal viele Vereine ohnehin nur einen Fahnenschrank benötigten. Und den könne man auch „irgendwo im Metropol aufstellen, wenn das zur Musikschule umgebaut ist“, meinte Schmuck mit Blick auf das ehemalige Kino. 

Da hatte Vizebürgermeister Johannes Bauer (Grüne) so seine Bedenken: „Die Musikschule soll kein Lagerplatz sein, sie würde es dann aber werden.“ Bauer erkannte aber auch, dass die Idee, in der alten Bücherei ein Haus der Vereine zu errichten, nicht auf jene Begeisterung stieß, die man sich im Stadtrat erhofft hatte. Deshalb sagte Bauer nun: „Vielleicht sollten wir doch etwas Neues errichten an dieser Stelle.“ Bürgermeisterin Elke Zehetner bedauerte ebenfalls das geringe Echo: „Das war schon sehr sparsam“. Das Gebäude umzubauen, sei allerdings sehr schwierig und würde enorme Kosten verursachen, warnte sie. 

Holger Fey (SPD) hielt indes am Konzept für ein Haus der Vereine fest: „Derzeit steht das Gebäude nur leer, da ist es immer noch besser, es zu nutzen und zehn Vereine zu bedienen.“ Zehetner zufolge werde man deshalb auch Gespräche führen. „Diese Runde sollten wir nochmals drehen“, regte sie an. 

Christine Geiger (CSU) erinnerte indes an den Vereineraum in der Stadthalle. „Den kennt tatsächlich kaum einer“, räumte auch Zehetner ein und warb dafür, diesen Raum etwas mehr zu bewerben. Dem wollte der Stadtrat nicht widersprechen, gleichwohl wollte das Gremium noch keine endgültige Entscheidung treffen, sondern erst den Ausgang der Gespräche mit jenen Vereinen abwarten, die Bedarf am Haus der Vereine angemeldet haben. arr

Auch interessant

Meistgelesen

100 Jahre Stadt Penzberg: Reinhard Heydenreuter schreibt eine neue Chronik
100 Jahre Stadt Penzberg: Reinhard Heydenreuter schreibt eine neue Chronik
Eklat bei der Mitgliederversammlung der Bergknappen: Nikolaus Lutz rechnet mit Ludwig Schmuck ab
Eklat bei der Mitgliederversammlung der Bergknappen: Nikolaus Lutz rechnet mit Ludwig Schmuck ab
Polizei erwischt erst Frau, dann ihren Bekannten unter Alkoholeinfluss am Steuer
Polizei erwischt erst Frau, dann ihren Bekannten unter Alkoholeinfluss am Steuer
„Skulpturen und Zeichnungen“: Anthony Cragg im Franz Marc Museum
„Skulpturen und Zeichnungen“: Anthony Cragg im Franz Marc Museum

Kommentare