Offene Rechts-Links-Debatte

Rechts oder links: Auf welcher Seite der Staatsstraße nach Beuerberg der Radweg bis zur Fletzenbrücke (links) geführt wird, ist noch völlig unklar.

Der Bauausschuss hatte die Kröte noch brav geschluckt, der Stadtrat hingegen erwies sich als renitent: Dass die letzte Lücke des Radwegs entlang der Loisach von Biberwier in Tirol bis nach Wolfratshausen ausgerechnet auf der Ostseite der Staatsstraße zwischen Penzberg und Beuerberg geschlossen werden soll, wollte dem Gremium nicht in den Sinn.

In der Radwegeverbindung von den Alpen bis zur Loisach-Mündung in die Isar klafft nurmehr eine 1,3 Kilometer lange Lücke am nördlichen Rand von Penzberg. Dass es sinnvoll ist, diese zu schließen, wollte auch im Stadtrat niemand in Abrede stellen. Allerdings rührten sich, anders als im Bauausschuss, hier nun Stimmen, welche die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde im Weilheimer Landratsamt in Zweifel zogen. Die amtlichen Naturschützer hatten nämlich geurteilt, dass der Radweg aus ökologischen Gründen vom Loisachdamm aus auf der rechten Seite der Straße bis zur Fletzenbrücke bei Hohenbirken zu führen sei. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße, so das Urteil der Behörde, sei die Fläche für diesen Eingriff zu wertvoll. Das aber wollte dem im Nantesbuch beheimateten und deshalb nach eigener Aussage „mit jedem Meter“ dort vertrauten Vizebürgermeister Johannes Bauer nicht in den Sinn. „Warum ist die westliche Seite schützenswerter?“, wollte er von dem bedauernswerten Peter Holzmann wissen. Der Leiter des Ordnungsamtes wusste auch keinen Rat und verwies nur auf den Brief aus Weilheim. Bauer hingegen ging es ums Grundsätzliche: Da der Radweg von Beuerberg auf der westlichen Seite der Staatsstraße nach Süden verlängert wird, wäre es seiner Ansicht nach viel sinnvoller, wenn er auf eben dieser Seite auch mit dem Penzberger Weg zusammenträfe. Dann nämlich könnte man über Promberg und den Brünnlesbach hinweg von Penzberg direkt in Richtung Wolf­ratshausen radeln, ohne einmal die Staatsstraße überqueren zu müssen. Dem schloss sich auch der gesamte Stadtrat an, was nun der Weilheimer Behörde unterbreitet wird. Ganz andere Sorgen plagten bei diesem Thema hingegen Nikolaus Lutz (BfP). Ihm waren die für das 1,3 Kilometer lange Teilstück geschätzten Kosten von 520.000 Euro sauer aufgestoßen. „Wenn wir das für einen so kurzen Radweg ausgeben, halten uns die Bürger doch für völlig verrückt“, zürnte er. Ob diese von der Nachbargemeinde Eurasburg übermittelten Zahlen letztlich der Realität entsprechen, muss die Planung zeigen, die in Penzberg nun aber erst in Auftrag gegeben wird.

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