Angebote in Corona-Zeiten

Online ist nicht alles: Der TSV Penzberg und der Sport

Die Seniorengruppe des TSV Penzberg trainiert im Nonnenwaldstadion und benutzt dabei Hocker.
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Die Seniorengruppe hielt Abstand mit Hilfe der Hocker.

Penzberg – Mit rund 1500 Mitgliedern zählt der TSV Penzberg zu den mitgliederstärksten Vereinen der Stadt. Auch an ihm ist die Corona-Krise nicht spurlos vorübergegangen.

Dennoch konnten die meisten TSV-Sportabteilungen zumindest im Sommer und Frühherbst 2020 ihre Aktivitäten wiederaufnehmen. Kreativität und Optimismus verhalfen zu bis dato unbekannten Wegen. Dennoch bedeutet der zweite Lockdown einen herben Rückschlag für die Sportler. „Nicht nur stöhnen, sondern sich freuen, zeitnah die neue Normalität umzusetzen“ war noch im Frühsommer das Credo von Michaela Schott, erste Vorsitzende des TSV 1898 Penzberg. Freilich habe man zum Lockdown im März erst einmal alles schließen müssen, so Schott. Doch schon nach kurzer Zeit animierten Übungsleiter des Vereins unter dem Motto „#Stayhome-#Stayfit“ auf der Homepage sowohl die Jugend als auch die Erwachsenen, sich auch zuhause zu bewegen. Sie sei stolz auf ihre Mitglieder und Übungsleiter, „die so diszipliniert mitmachen“, erklärte die Vereinsvorsitzende noch im Sommer gegenüber der Rundschau. Und bekräftigt es in ihrem Jahresrückblick: Anders als andere Vereine habe der TSV kaum Mitglieder verloren. „Allerdings haben wir aber auch keine hinzugewinnen können“, so Schott. „Wie auch, wenn wir im Moment gar nichts anzubieten haben.“

Bälle desinfiziert

Das sah im Mai ganz anders aus. Als einer der ersten Vereine in Penzberg hatte der TSV binnen kürzester Zeit Schritt für Schritt wieder möglich gemacht, was eben maximal möglich war. Schon am 11. Mai waren die Abteilungen Leichtathletik, Basketball, Seniorensport, Ropeskipping, Beachvolleyball, Bodytone, Bodyfit, Pilates, Fit for ever, Nordic Walking, Koronarsport, Tanzen, Faszienfit, Rückenfit, Tanzsport, Sport, Spiel und Spaß und einige Turnangebote wieder mit dabei. „Freilich unter Einhaltung der Hygieneregeln“, stellt Schott klar. Wie das funktionierte, erklärt die Vereinschefin anhand einiger Abteilungen. So trainierten wieder die Seniorengruppen unter Anleitung von Karin Sonnenstuhl mit Hilfe der Hocker Ausdauer, Beweglichkeit und Kräftigung, wobei eigene Wasserflaschen als Hanteln dienen. „Alles mit anderthalb Metern Abstand, versteht sich“, so Schott. Die Hocker wurden nach jeder Stunde desinfiziert. Das Training fand auf dem Freiplatz hinter der Sporthalle statt. Die jungen Turnerinnen leitete Monika Scholl an: „Jede brachte ihre eigene Matte mit“, erklärte die Vorsitzende. Auch sie nutzten den Freiplatz hinter der Sporthalle, ebenso die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Rücken-Fit-Stunde von Monika Schäfer. Auch hier klare Regel: Jeder brachte seine eigene Matte mit und hielt ausreichend Abstand zu nächsten Übenden.

Abschnitte im Beachfeld

Selbst Ballspiele wurden möglich. „Im Volleyball hatten wir das Beachfeld auf der Berghalde über die bunten Hütchen in Abschnitte geteilt, auf denen jeweils zwei Personen mit dem Ball trainierten“, erklärte Schott das Hygienekonzept. Dabei wurden die Bälle stündlich desinfiziert. Bei allen Stunden wurden die Teilnehmer erfasst, um lückenlos nachzuweisen, wer beim TSV trainiert hatte. Als Grundlage aller Angebote galt die Hygieneordnung des Vereins, die Verhalten bei Krankheitssymptomen, Anfahrt, Verlassen, Zuschauer, Händehygiene und einiges mehr regelt und von einem individuellen Hygienekonzept jeder Stunde ergänzt wurde.

Minis müssen warten

„Warten mussten jedoch die ganz Kleinen“, bedauert TSV-Vorsitzende Schott. Mit dem Nachwuchs hätten vor allem die Übungsleiter das Problem gehabt, den Mindestabstand von 1, 5 Metern einzuhalten. Auch wenn der zweite Lockdown beendet ist, wird diese Gruppe die letzte sein, für die es wieder Angebote geben wird. Derzeit hält sich der TSV Penzberg mit Onlinestunden über Wasser. So wird beispielsweise die Gymnastik für Jedermann jeden Dienstag und Donnerstag komplett digital angeleitet. „Das geht freilich nur bei bestimmten Angeboten“, schränkt Schott ein. Auch der persönliche Austausch bleibe trotz Onlinetrainings auf der Strecke. „Mal ehrlich, das sonst so übliche Ratschen, die Pflege von Kontakten sind über diesen Kanal stark eingeschränkt.“

Betreuer gesucht

Wenn der zweite Lockdown beendet sein wird, hofft Schott auf eine schnelle Öffnung der Vereine. Dafür wirbt die TSV-Chefin mit einer eindringlichen Bitte: „Wenn wir wieder aufmachen, brauchen wir unbedingt Helfer und Übungsleiter.“ Schott mahnt in diesem Zusammenhang: „Gerade bei den Angeboten für Kinder geht es nicht ohne Betreuer, die beispielsweise mit ihnen auf die Toilette gehen oder beim Umziehen helfen.“ Neue Hygieneauflagen werden diese Hilfe unabdingbar machen. Der Verein zahlt übrigens auch eine Übungsleiter-Pauschale und ist gern bereit, die Ausbildung zu Übungsleitern zu finanzieren. Interessenten sollen sich an die Geschäftsstelle des TSV Penzberg wenden (Telefon 08856/93092 oder auf www.tsv-penzberg.de). Angela Birck versorgt Bewerber mit weiteren Informationen. Sandra Gerbich

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