Kinder, Verkehr und Wasser

Zwischen Zugspitzstraße und Faltergatter: Iffeldorfer SPD hört von vielen Problemen

+
Seine Anliegen landeten sogleich auf der Liste des SPD-Ortsvorsitzenden Hans-Dieter Necker (rechts): Robert Runge (3. von rechts) schilderte Vizebürgermeister Hans Lang (2. von rechts) die Probleme, die es in der Zugspitzstraße gibt.

Iffeldorf – Sie gingen, sie lauschten, sie schrieben auf: Mitglieder der Iffeldorfer SPD spazierten durch den Ort und hörten genau hin, welche Sorgen die Anwohner zwischen der Zugspitzstraße und Faltergatter plagen. Einige dieser Sorgen sollen nun schon bald den Gemeinderat beschäftigen.

Schon vor dem Krieg waren die ersten Siedlungen entlang der Alpenstraße in Iffeldorf zu finden. Nach 1945 wurde dort das erste Baugebiet erschlossen, das, mit den Häusern am Faltergatter, das größte zusammenhängende Wohngebiet in Iffeldorf ist. Eine immer dichter werdende Bebauung und die Tatsache, dass schon bald jedes Familienmitglied ein eigenes Auto hat, verursacht aber auch Probleme, wie nun die Iffeldorfer SPD bei einer Ortsbegehung feststellen musste. Mit Zettel und Stift bewaffnet nahmen sich der SPD-Ortsvorsitzende Hans-Dieter Necker und die sozialdemokratischen Gemeinderäte den Sorgen und Nöten an, von denen rund 25 Anwohner, darunter auch Vertreter des Siedlervereins und der Feuerwehr, berichteten. 

Schon am Treffpunkt, an der Mündung der Alpenstraße in die Staltacher Straße, gab es gleich die ersten Anregungen. Andreas Scheuerer von der Iffeldorfer Feuerwehr bemängelte die fehlende Linienführung. „Mit aufgezeichneten Linien werden die Autofahrer in die richtige Position gelenkt“, erklärte Scheuerer, der außerdem anmerkte, dass das Stoppschild viel zu weit von der Ausfahrt entfernt steht. Danach wanderte die Gruppe die Alpenstraße entlang, die auf gesamter Länge als Tempo-30-Zone ausgewiesen ist. Dies bringt eine Rechts-vor-links-Regelung mit sich, an die es sich laut den Anwohnern manchmal schwer halten lässt. Hindernisse hierbei sind Fahrzeuge, die genau gegenüber der Einmündung der Nebenstraßen abgestellt werden, und die zahlreichen Baumscheiben. Diese wurden vor Jahren als Verkehrsberuhigung gepflanzt, erweisen sich momentan jedoch nur als zweitbeste Lösung. „Wir können aus der Zugspitzstraße oft nicht unsere Vorfahrt nutzen, weil wir nicht rauskommen. So winken wir den Verkehr vorbei und müssen warten, bis wir rauskommen“, schilderte Robert Runge. Auch Radfahrer mit Kinderanhänger müssten sich oft abenteuerlich um die Baumscheiben schlängeln, merkte eine Anwohnerin an. Hans-Dieter Necker will nun prüfen lassen, ob man eventuell ein Parkverbot direkt gegenüber der Mündung der Alpenstraßen erwirken kann und appellierte schon mal an den gesunden Menschenverstand der Parkenden. 

Die Parkplatzsituation entpuppte sich als Thema, das den Menschen im gesamten Gebiet auf den Nägeln brennt. Da immer mehr Anwohner mehrere Fahrzeuge besitzen, reiche der bestehende Parkraum einfach nicht aus. So kam die Idee einer Park­raumanalyse auf, die Vizebürgermeister Hans Lang aufgriff: „Man muss einen Verkehrsplaner beauftragen, der sich die Situation einmal ansieht und Lösungen vorschlägt.“ Weiter wurden Vorschläge zum Bau eines Bushäuschens als Unterstand im Bereich vor dem „alten Krankenhaus“ gemacht und um eine Querungshilfe an der Bushaltestelle bei der Penzberger Straße nach Untereurach gebeten. „Hier ist die Gesamtsituation einfach gefährlich und muss verbessert werden“, betonte Necker. 

Im Faltergatter gesellten sich dann noch mehr Anwohner zu der Gruppe, so dass zeitweise mehr als 30 Personen zusammenstanden und über das leidige Thema Wasser klagten. Der Bereich liegt in einer Mulde und läuft bei Stark­regen regelmäßig voll. Doch auch der Grundwasserstand, der nach dem relativ trockenen Sommer momentan bei einem Meter unter der Oberfläche liegt, macht den Anwohnern zu schaffen. „Wir durften damals nicht höher rausbauen“, klagte die Geografin Margret Hütt, die den Anwesenden das Strömungsverhalten des Sickerwassers erläuterte. Eine Lösung gestaltet sich schwierig, das wissen auch die Anlieger, doch so ganz wollen sie sich mit der Situation nicht abfinden. 

Trotz der sommerlichen Temperaturen kam bei der Begehung auch das Thema Schnee nicht zu kurz, denn eine Anwohnerin der Herzogstandstraße ärgerte sich über den Winterdienst. „Es wird zu wenig Split gestreut, die Südseite der Alpenstraße ist schnell vereist, aber keinen der Grundbesitzer kümmert es“, schrieb sie in einer Stellungnahme. 

Hans-Dieter Necker hatte rund 20 Punkte gesammelt, welche die Mitglieder des SPD-Ortsvereins nun aufarbeiten und zum Teil wohl auch in den Gemeinderat einbringen werden. au

Auch interessant

Meistgelesen

Kinderkrippe statt Chill out: Alternative Standorte an der Birkenstraße besichtigt
Kinderkrippe statt Chill out: Alternative Standorte an der Birkenstraße besichtigt
Edeka-Areal: Küblböck will jetzt vor allem Wohnungen bauen
Edeka-Areal: Küblböck will jetzt vor allem Wohnungen bauen
Defekter Akku eines E-Bikes fängt plötzlich an zu brennen
Defekter Akku eines E-Bikes fängt plötzlich an zu brennen
Jungbürgerversammlung: Überschuss der Alten, aber trotzdem gute Ideen
Jungbürgerversammlung: Überschuss der Alten, aber trotzdem gute Ideen

Kommentare