Digitalisierte Gedanken 

Auf Ostern hin: Botschaft des Kreuzes aus dem Kloster Benediktbeuern

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Baum des Lebens: Das Kreuz in der neuen Klosterkapelle.

Benediktbeuern – Nachdenklich zeigt sich Pater Karl Geißinger, Rektor des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK), wenn er durch das Klostergebäude schreitet, „schon bedrückend die Stille und Leere im Haus“, sagt der Geistliche. 

Das ZUK ist derzeit aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Eine stille Zeit, die jedoch noch mehr Raum für Gedanken lässt. Und diese werden im ZUK wie auch im gesamten im Kloster nun eben nicht mehr in verschiedenen Zusammenkünften, bei Seminaren, Pilgerwanderungen oder Gottesdiensten, kundgetan, sondern digital. Zu finden sind die Gedanken auf Ostern hin auf der Startseite der ZUK-Homepage (www.zuk-bb.de/zuk/home). Dort ist nun auch die Botschaft des Kreuzes von Klosterdirektor Pater Lothar Bily zu lesen: 

„Kreuzigung ist eine der schlimmsten Hinrichtungsweisen, die sich Menschen je erdacht haben. Jesus ist einen furchtbaren Tod gestorben, den so nur Verbrecher und Aufwiegler erleiden mussten. Mit Recht schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth, dass das Kreuz den einen eine Torheit und den anderen ein Ärgernis ist. Erst nach dem Sieg Kaiser Konstantins unter dem Zeichen des Kreuzes konnte es das Zeichen der Christenheit schlechthin werden. Da für uns Christen Christus aber nicht im Tod geblieben ist, sondern den Tod in der Auferstehung überwunden hat, ist das Kreuz beides: „Baum des Todes“ und „Baum des Lebens“.

Das Kreuz in der neuen Klosterkapelle wurde vom Künstler e.lin (Erwin Wiegerling) als „Achse der Welt“ (axis mundi) und „Baum des Lebens“ gestaltet. Das Kreuz steht auf der versilberten Weltkugel mit den Kontinenten und erinnert so an die Liturgie des Karfreitags: „Das Kreuz steht fest, während die Welt sich dreht und taumelt!“ Das Kreuz ist die Mitte der Welt, die stabilisierende Säule, die alles zusammenhält. Die Enden des Kreuzes als „Lebensbaum“ sind den Zweigen des Ölbaums nachempfunden. Die Blätter sind aus Bronze, versilbert und mit leichten Lüstrierungen versehen. Das Kreuz als Lebensbaum erinnert bewusst an den Baum des Lebens in der Paradieses-Erzählung. Dort kamen durch einen einzigen Menschen, Adam, die Sünde und der Tod in die Welt, hier kommt durch einen Menschen, Jesus, die Auferstehung von den Toten (1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther, Kap. 15, Verse 21-22).“ 

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