Schutzengel am Handgelenk

PEEK-Sensor warnt vor Strom: Bayernwerk bringt digitale
Eigenentwicklung auf den Markt

Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
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Übergabe der ersten Geräte: (v.l.) Michael Bauer (Servicetechniker), Dr. Egon Leo Westphal (Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG), Anna Goldbrunner (Servicetechnikerin) sowie Roland Leuchtenberger (Entwickler im NEXT-Team)

Es ist eine digitale Eigenentwicklung und eine Marktneuheit: Der Energie- und Netzversorger Bayernwerk, eine 100-prozentige E.ON-Tochter, bringt einen Sicherheitssensor für Servicetechniker auf den Markt. Das handliche Gerät warnt vor potentiellen Stromunfällen – und ist ganz praktisch wie eine Uhr am Handgelenk zu tragen.

Der PEEK-Sensor wurde mit dem Joint-Venture-Partner WT I Wearable Technologies AG (WT) aus Herrsching zur Marktreife gebracht. Nun gehen die Geräte in den ersten Praxiseinsatz. Als erster Schritt stattet das Bayernwerk jetzt damit seine Mitarbeiter aus. Die Neuheit wurde im Kundencenter Penzberg vorgestellt und offiziell an die Servicetechnikerinnen und Servicetechniker übergeben. Der Sensor wird damit Teil der persönlichen Schutzausrüstung.

„Das ist ein besonderer Tag für uns“, hob auch Dr. Egon Leo Westphal, eigens aus Regensburg angereister Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, bei der Präsentation hervor. Westphal bezeichnet die Eigenentwicklung als „großen Beitrag“, um die Arbeit im Strombereich sicherer zu machen. „Das ist wie ein Schutzengel am Handgelenk“, sagt der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf das, was das kleine Gerät an großer Hilfe leistet. Der PEEK-Sensor reagiert mit akustischen und visuellen Signalen, wenn sich die Träger stromführenden Teilen nähern. Durch die Annäherungswarnung werden die Träger aus der Routine gerissen. „Um die Arbeitssicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter zu erhöhen, setzen wir neben detaillierten Sicherheitsvorkehrungen auf gegenseitige Achtsamkeit und digitale Schutzmechanismen“, betont Westphal.

PEEK-Sensor: Impressionen

Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
PEEK-Sensor warnt vor Strom © Baar
Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
PEEK-Sensor warnt vor Strom © Baar
Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
PEEK-Sensor warnt vor Strom © Baar
Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
Übergabe der ersten Geräte: (v.l.) Dr. Egon Leo Westphal (Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG), Mi-chael Bauer und Anna Goldbrunner (beide Servicetechniker) sowie Roland Leuchtenberger (Entwickler im NEXT-Team) © Baar
Bayernwerk: Übergabe der ersten Geräte: Peek-Sensor
PEEK-Sensor warnt vor Strom © Baar

Idee im eigenen Haus

Die Idee zu dem Warnsensor entstand vor etwa zwei Jahren im eigenen Haus. Das Gerät wurde auf Initiative der digitalen Bayernwerk-Entwicklungsplattform NEXT um Roland Leuchtenberger auf den Weg gebracht. In der gemeinsamen PEEK GmbH übernimmt Leuchtenberger neben Christian Stammel von WT die Geschäftsführung. „Unser Entwicklungsmotto lautet: von der Idee zum Erlebnis“, erklärt Leuchtenberger. „Für mich ist es heute ein besonderes Erlebnis, dass unsere Idee nun hilft, unsere Kolleginnen und Kollegen im Alltag zu schützen.“

Zudem ist man bei Bayernwerk optimistisch, mit dem PEEK-Sensor neue Marktbereiche zu erschließen. Zuerst aber werden die eigenen Kollegen mit dem Warngerät ausgestattet. Rund 450 Mitarbeiter erhalten in den nächsten Monaten einen Sensor, zusätzlich gehen Sensoren an Schwestergesellschaften. Aber PEEK soll nicht nur im E.ON-Konzern zum Einsatz kommen. Bayernwerk Vorstandsvorsitzender Dr. Egon Westphal spricht bereits stolz von „einem hohen Interesse“ bei Energieversorgern und Dienstleistern an der Entwicklung, in die viel eigenes Knowhow des Netzbetreibers geflossen ist.

International vermarkten

Ziel des Bayernwerks ist es, den PEEK-Sensor „international zu verbreiten“, wie Entwickler Roland Leuchtenberger erklärt. Dafür geht es jetzt in die Produktion. Der Stückpreis ist mit 500 Euro angesetzt, es gibt Softwareupdates. Circa 1500 Stück sind heuer angepeilt, 3000 Exemplare sind für 2023 geplant. Man bleibt in der Region: Produzent ist TQ-Systems in Seefeld.

Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Begeisterung über die neue Schutzausrüstung groß. „Der PEEK-Sensor wird uns bei unseren Einsätzen weitere Sicherheit geben. Natürlich geht nichts über das Beachten von Regeln und das gegenseitige Aufpassen. Aber zu wissen, dass da noch ein digitaler Helfer ist, der mit aufpasst, tut gut“, so Servicetechnikerin Anna Goldbrunner vom Penzberger Bayernwerk-Kundencenter.

Ihr Kollege Michael Bauer ergänzt: „Es ist toll, dass diese Entwicklung aus unserem eigenen Unternehmen heraus entstanden ist. Von Kollegen für Kollegen, das finde ich klasse.“

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